Viewing

Zehn Fragen an professionelle Viewer: Patrik Müller

von am 15. November 2007

Beim ersten Mal kommt wahrscheinlich jeder Fotograf von einer Portfoliosichtung mit der Erfahrung zurück, viel falsch gemacht und sich ordentlich blamiert zu haben: das falsche Material dabei, den falschen Viewer gewählt, nicht die richtigen Worte gefunden und überhaupt, die zur Verfügung stehende Zeit uneffektiv verplappert zu haben ... Wir starten heute eine kleine Serie mit Fragen an professionelle Viewer und wünschen uns Einblicke in diese so spannende Materie. Um es beim nächsten Mal besser zu machen, na klar ...

Den Anfang macht Patrik Müller. Er ist 'Digital Media Manager' bei vario images in Bonn und seine Antworten sind gefärbt durch die ganz frischen Erfahrungen auf der letzten 'Fotobild' in Berlin (wir berichteten). vario images wurde 1989 als Pressebildagentur von Ulrich und Susanne Baumgarten gegründet und präsentiert heute mehr als 150 Fotografen und Partneragenturen. Das fotografische Angebot von vario images hat sich in den letzten Jahren stark erweitert und umfaßt heute in größerem Umfang kreative Fotografie.

Die besonderen Stärken des jungen, kreativen vario Teams liegen in der Recherche aktueller Themen und zukünftiger Trends, die entweder in-house oder in Kooperation mit Fotografen im In- und Ausland visualisiert werden. Die fortschreitende internationale Expansion der Agentur führt ebenfalls dazu, dass der Bildbestand und dessen Vielfalt kontinuierlich erweitert wird.

vario images GmbH

unsere zehn Fragen an Patrik Müller:

Frage 01: Mit welchen Erwartungen fahren Sie zu einer Portfoliosichtung?
Zum einen erhoffe ich mir, über diesen Weg eventuell interessante neue Fotografen für unsere Agentur zu finden, zum anderen hoffe ich auch neue Impulse und Trends bezüglich Bildsprache, Stil und Technik zu entdecken.

Frage 02: Wie helfen Sie dem Fotografen oder der Fotografin, den ersten Eindruck wieder gut zu machen?
Über die präsentierten Fotos wird natürlich gesprochen. Man erkundigt sich über die Entstehung und Ideen, die dahinter stecken und fragt auch nach anderen Arbeiten. In diesem Gespräch kann man auch Fehlgriffe bei der Zusammenstellung der Mappe erkennen und auf diese Fehler hinweisen. Sollten sich die anderen Arbeiten, die bei dem Viewing nicht gezeigt werden konnten, interessant klingen, so kann man sich diese zu einem späteren Zeitpunkt anschauen.

Frage 03: Ist sofort erkennbar, ob sich jemand in der Wahl seines Viewers geirrt hat?
Dies hängt vom Fotografen ab. Wenn dieser in seiner Arbeit sehr breit aufgestellt ist, kann man die falsche Wahl nicht direkt erkennen, weil der Fotograf einfach mit der Präsentation der falschen Arbeiten begonnen hat. Aber oftmals wird auch sehr schnell klar, dass der Fotograf sich mit dem Background des Viewers überhaupt nicht beschäftigt hat. Hier kann ich nur empfehlen, sich im Voraus intensiv mit dem Viewer und den Erwartungen, die man an ihn hat auseinander zu setzen.

Frage 04: Was ist der häufigste Fehler den Fotografen machen, wenn Sie zu einer Portfoliosichtung fahren?
Wie bei Frage 3 schon erwähnt, dass der Fotograf sich nicht mit dem Viewer und dessen Background beschäftigt hat und selbst nicht genau weiß, was er von dem Gespräch erwartet ... [mehr…]

Portfoliosichtung: Kleiner Nachtrag.

von am 22. September 2007

Wir haben über die Portfoliosichtungen auf dem Fotoevent FOTOBILD, das vom 08. bis 11. November 2007 in Berlin stattfindet, bereits informiert. Dort gab's auch den [mehr…]

Portfoliosichtungen? Portfoliosichtungen!

von am 28. August 2007

Portfoliosichtung

Was ist eine Portfoliosichtung? Der Künstler, der Fotograf geht mit seiner Mappe unterm Arm hin und läßt die mitgebrachte Auswahl seiner Bilder von fachkundigen Viewern in Augenschein nehmen. Das nächste große Viewing für Fotografen und meine Gelegenheit für diesen Beitrag findet vom 09. bis 11. November anläßlich der FOTOBILD in Berlin statt. Die Anmeldung läuft bereits und mit diesem Formular kann man sich dort einschreiben.

So eine Sichtung läuft meißt in lockerer Atmosphäre aber mit strengem Reglement ab und ist eine gute Gelegenheit das, was man sonst meist nur für sich betrachtet, von anderen bewerten zu lassen. Die Spannweite dessen, was man dort erreichen kann, ist sehr groß und reicht von Schimpf und Schande bis zur Aussicht auf einen Agentur- oder Galerievertrag. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es lohnt sich in jedem Fall, auch wenn man wie ein begossener Pudel wieder nach Hause geschickt wird: man erfährt wenigstens warum, und ich habe damals gleich mehrere Fehler gemacht.

Wichtig, wichtig: man muss sich gut vorbereiten. Alle Viewer sind in ihrer Funktion als Bildredateur, Bildagenturvertreter, Galerist, Kurator oder Kritiker vor Ort und es ist wichtig, die Liste im Vorfeld genau zu studieren und sich seine Favoriten auszusuchen. Mit wem möchte ich worüber reden? Das muss die erste Frage sein. [mehr…]