26. Oktober 2011 4

Ich mag Themen, die mir Freiraum bei der Umsetzung lassen. Fotograf Thomas Duffé

aus 'City Nord' © Thomas Duffé

aus 'City Nord' © Thomas Duffé

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Auf der einen Seite kann man den Wert einer guten Ausbildung gar nicht überschätzen, auf der anderen Seite bleibt sie immer Mittel zum Zweck: Bilder die ich im Kopf habe umzusetzen.

Das ist so ähnlich wie beim Bücherschreiben. Wenn ich vor meinem Top–Rechner mit dem Monster–Textverarbeitungsprogramm sitze und mich perfekt in fünf Sprachen auszudrücken weiß, bleibt das Blatt leer, wenn ich nichts zu sagen habe.

Ich selbst habe nach dem Besuch einer privaten Fotoschule in einem großen Industrie- und Werbestudio eine Fotografenausbildung gemacht und danach lange assistiert – erst fest, später frei.

Was erwarten Sie von Ihren Assistenten? Was erwarten Ihre Assistenten von Ihnen?
Von einem Assistenten erwarte ich Konzentration. Ich denke, dass alle Assistenten eine angemessene Bezahlung erwarten und auch verdienen; außerdem Einblicke in die Arbeitsweise des Fotografen.

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22. September 2011 4

Portraits. laif-Fotograf Anatol Kotte

Til Schweiger, Schauspieler (01.06.2006) © Anatol Kotte/laif

Til Schweiger, Schauspieler (01.06.2006) © Anatol Kotte/laif

Ein gelungenes Portrait ist weit mehr als das Abbild einer Person, es gibt Einblick in ihren Charakter, erfasst den Menschen hinter der Fassade.

Anatol Kottes Portraits von Menschen aus Politik, Unterhaltung, Wirtschaft und Medien haben ihre eigene Handschrift, sind präzise und klar – auf den ersten Blick kühl, auf den zweiten auch emotional.

Dazu regiert eine Subtilität mit der er Schauspieler wie Til Schweiger, Musiker wie Jessye Norman oder Politiker wie Kanzlerin Angela Merkel in Szene setzt.

Fotograf Anatol Kotte

Anatol Kotte wurde 1963 geboren. Seit 1988 arbeitet er als selbständiger Fotograf und bekam für seine Arbeit zahlreiche Preise im In- und Ausland. Er lebt in Hamburg.

Anatol Kotte bei laif

Fotograf Anatol Kotte

15. August 2011 27

Bw3 verlost Teilnahme am Viewing

Bin ich ein Fotograf? Wenn ja, was für ein Fotograf bin ich? So oder so ähnlich fragt sich bestimmt der eine oder andere Nachwuchsfotograf auf einer bestimmten Stufe seiner Ausbildung.

Dann ist es immer gut, man holt sich Rat: erfahrene Galeristen, Repräsentanten, Fachleute aus Werbe- und Bildagenturen und Bildredaktionen oder Ausbildungsinstitutionen können meist sehr schnell anhand eines Portfolios erkennen, wohin die Entwicklung mit diesem oder jenem Talent gehen kann. Zu diesem Zweck gibt es Portfolioviewings.

Und natürlich auch zum professionellen Kontakten: Wer als Fotograf bereits feste Vorstellungen hat, sucht gezielt nach einem Viewer, einer Viewerin aus Werbung oder Fotojournalismus, angewandter oder künstlerischer Fotografie, Artbuying oder Bildredaktion.

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11. April 2011 8

Die schiere Anzahl der Bilder explodiert. Interview mit STERN-Bildchef Andreas Trampe

Die aktuelle Ausgabe des STERN

Interview 2. Teil: Fotografieren im digitalen Zeitalter kann jeder. Wie sehen Sie die Zukunft der Profifotografen im Vergleich zu den Amateuren?
Andreas Trampe: Die Frage führt auf falsches Terrain. Ja, es kann jeder fotografieren und es kann auch jeder ganz gut fotografieren, denn er kann ja immer hinterher leicht checken, wie das digitale Foto geworden ist. Und er kann es einfach wiederholen.

Der Profifotograf wird aber deshalb nicht aussterben, er wird nach wie vor gebraucht: Wenn ich einen Profifotografen und den Amateur für eine Geschichte vier Tage nach Rajasthan schicke, dann wird der Profifotograf eine durchkomponierte Bildstrecke mitbringen, die eine Geschichte erzählt, die einen Anfang und ein Ende hat, die abwechslungsreich ist, umfassend, journalistisch und spannend.

Auch der gute Amateur wird in Teilbereichen gute Ergebnisse erzielen, aber nicht all diese Funktionalitäten erfüllen können, weil er einfach nicht gelernt hat, so zu arbeiten.

Ein Problem für den Profifotografen ist, dass es nicht genug Kunden gibt, die diese Art von hochwertiger Fotografie nutzen. Der Profifotograf hat das Problem, dass er mit hundert anderen um einen Job kämpft und das es zu wenig Abnehmer für diese hochwertige Fotografie gibt. Zu wenige drucken diese Sachen. Und darüber beklagen sich natürlich zu Recht die Fotografen.

Welchen Stellenwert haben für Sie Street Photography und Story Telling?
Story Telling ist sehr wichtig. Der Fotograf überlegt vorher, was für eine Geschichte er erzählen will. Er entwickelt dafür ein Konzept, das er im Kopf hat. Er klopft als allererstes theoretisch ab, ob es überhaupt möglich ist, diese Bilder vor Ort machen zu können und überlässt wenig dem Zufall.

Er braucht Erfahrung für die Umsetzung – das ist solides Handwerk, konzentrierte Arbeit.

Street Photography ist normalerweise nicht journalistisch, weil der Fotograf die Ergebnisse dem Zufall überlässt. Das kann ganz wunderbar sein, er kann aber auch ganz falsch liegen. Im Journalismus werden nicht nur schöne Bilder produziert sondern auch richtige Geschichten erzählt. Das ist bei Street Photography oft nicht der Fall.
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7. April 2011 3

Ein gutes Foto reduziert komplexe Realitäten. Interview mit STERN-Bildchef Andreas Trampe

Andreas Trampe ist Ressortleiter Bildredaktion beim STERN und verantwortlich für die Auswahl der Fotografien, die als Bildstrecken oder Einzelmotive ins Blatt kommen.

Im ersten Interview-Teil geht es um den Wert journalistischer Bilder, um die Merkmale herausragender Fotografie und um das Thema Authentizität im Bildjournalismus.

Außerdem erfahren wir etwas über den Unterschied bei der Verwendung und Wahrnehmung von Bildern Online und Print und auch, wie viele Bilder tatsächlich täglich die Bildredaktion erreichen.

Das Interview mit Andreas Trampe hat Bernd Wohlert von DOK5 geführt. DOK5 ist eine Firma aus Hamburg, deren Spezialgebiet die Verschlagwortung, das sogenannte Keywording von Bildern ist.

STERN-Bildchef Andreas Trampe bei der Sichtung von Bildmaterial. (Würde ich mit Photoshop eine Tasse oder zwei Gläser verschwinden lassen, wäre das im Sinne journalistischer Ethik Manipulation)

Wozu brauchen wir Fotos?
Andreas Trampe: Es ist eigentlich simpel. Fotos transportieren Informationen in Sekundenschnelle. Sie sind global, das heißt es ist die einzige Sprache, die um den ganzen Erdball herum gesprochen und verstanden wird. Man kann Sachzusammenhänge extrem schnell erfassen. In bestimmten Bereichen sind Bilder auch ein Beweis für eine Schilderung und sie transportieren diese Informationen und Emotionen innerhalb von Sekunden. Nichts ist so emotional wie ein gutes Bild. Ein Bild ist einfach schneller als Texte. In unserer Häppchengesellschaft ist das natürlich erwünscht.

Die französische Illustrierte „Paris Match“ startete 1949 mit der Devise: „Das Gewicht der Wörter und der Schock der Fotos“. Eine zutreffende Charakterisierung des Verhältnisses von Text und Bild?

Es ist natürlich marketingmäßig sehr zugespitzt. Im Fotojournalismus ist es so, dass man Geschichten schnell erzählen, Sachverhalte auf den Punkt bringen, Emotionen vermitteln will.

Wenn man dann global aufgestellt ist wie der STERN, und z.B. mit einem Fotografen aus Thailand oder Brasilien produziert, der nicht im STERN sozialisiert wurde, dann ist es natürlich sehr schön, wenn der seine Inhalte veröffentlichen kann in einem Medium, das universell funktioniert.

Ein gutes Foto schafft im Gegensatz zum Film auch noch etwas Bleibendes, weil es die Zeit anhält.

Gute Bilder fressen sich ins Hirn. Gute Fotos sind in der Lage, Geschichte einzufrieren.

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9. März 2011 0

Sexuelles Erwachen: Tine Reimer & André Hemstedt in Hamburg

Bereits zur Ausstellung »Gute Aussichten« haben die Arbeiten von Tine Reimer und André Hemstedt einen starken Eindruck gemacht. Kurzer Bw3-Bericht

Aus diesem Grund die Empfehlung für eine weitere Ausstellung des Fotografenpaares – vom 2. April bis 13. Mai 2011 in Hamburg. Wer es zur Vernissage schafft, erlebt ein Highlight.

Tine Reimer & André Hemstedt

Tine Reimer & André Hemstedt aus »Kleeblatt 17. Der Reiz des Unerfüllten«

In der Ankündigung zur Ausstellung heißt es:

“Die Fotografen widmen sich in der Fotoserie „Kleeblatt 17. Der Reiz des Unerfüllten“ den ersten sexuellen Fantasien eines präpubertierenden Jungen. Das Gefühl ist noch nicht fassbar, weckt aber seine Neugierde auf kommende Erfahrungen. Um den emotionalen, sich ständig verändernden Zustand zu betonen, bedienen sich Tine Reimer & André Hemstedt der Filmstill-Ästhetik, die dem Betrachter eine stärkere sinnliche Erfahrung ermöglicht.

Durch die Präsentationsform in „stillen Bildern“ wird eine individuelle Betrachtungszeit zugelassen, die Raum für eigene Assoziationen bietet. Ein wiederkehrendes Motiv der Fotoserie sind transparente Stoffe, die gleichermaßen den verbotenen, voyeuristischen Blick des Jungen für den Betrachter enthüllen, als auch undurchdringbares verbergen.”

Ausstellungsdaten:
Kleeblatt 17. Der Reiz des Unerfüllten.
Fotografien von Tine Reimer & André Hemstedt
Vernissage: 1. April, 19 h, es spricht Prof. Peter Bialobrzeski
Ausstellungsdauer: 2. April – 13. Mai 2011
Raum linksrechts bei KunstLeben e.V. | Valentinskamp 37 | 20354 Hamburg Öffnungszeiten: Mi – Sa, 15 – 18 h u.n.V.

1. November 2010 1

Sich durch Planung nicht von hervorragender Fotografie abhalten lassen. Fotograf Jo van den Berg

Nach seinem Studium an der Hochschule für Film und Fotografie in Brüssel, arbeitete der Fotograf Jo van den Berg in der Künstlerhochburg Haarlem bei Amsterdam (Niederlande) und bei international renommierten Fotografen in London.

Seit über 20 Jahren ist er als Werbefotograf in seinem eigenen Studio für Agenturen und für Magazine in Paris und in Mailand tätig. Seine Arbeiten sind unter anderem mit dem Black & White Spider/ Fashion- und ADC Award ausgezeichnet worden.

Jo van den Berg lebt in Hamburg.

© Jo van den Berg

© Jo van den Berg

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?

Der Wert ergibt sich aus der Qualität der Ausbildung. Eine Ausbildung ist gut, wenn sie wissenschaftlich fundiert, kunsthistorisch ausgerichtet, technisch vielseitig, inspirierend kreativ, realitätsnah bezogen auf die Herausforderungen der Selbstständigkeit ausgerichtet ist. Dabei sollte sie mit einem Herzschlag beim klassischen Können sein und gleichzeitig den Auslösefinger an den Puls der Zeit legen.

Meine Ausbildung: Studium an der Foto- und Filmhochschule NARAFI in Brüssel. Zwei Jahre Assistenz bei international tätigen Fotografen in Amsterdam und London. Danach zwei Jahre Juniorfotograf bei Reinhart Wolf und dann ab in die Selbstständigkeit.

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