Gute Aussichten
Florian Rexroth hat Bäume aus dem Hintergrund der Stadt mit fotografischen Mitteln und viel weißem Tuch in den Vordergrund geholt - Bäume der Stadt. Was ein bisschen wirkt wie 'Schnee im Grünen' ist durch formale Strenge und klare Konzeption eine beeindruckende visuelle Reihe, die eigentlich nicht viele Worte braucht ... Wo sind die Bäume? Da sind sie!
Rexroth ist mit seiner Serie einer der Gewinner von 'Gute Aussichten', dem Förderprogramm für studentische Abschlußarbeiten im Fach Fotografie.
Marko Radloff/bildwerk3: Was bedeutet die Teilnahme und die Auswahl zum Förderprogramm 'Gute Aussichten - junge deutsche Fotografie' für Dich persönlich?
Florian Rexroth: Es ist eine super Plattform, um von vielen Menschen gesehen zu werden. Ich bin froh, dass es nach meiner Ausbildung direkt weitergeht und ich die Ehre habe dadurch viele gute Menschen kennen zu lernen, die sich alle mit Fotografie beschäftigen.
Bei 'Gute Aussichten' geht nichts ohne Nominierung: Wer hat Dich für 'Gute Aussichten' empfohlen?
Der Leiter der Fotoabteilung des Lette-Vereins Berlin, Frank Schumacher.
Wie bist Du zum Fach Fotografie gekommen?
Einfach angefangen!
Wo würdest Du Deine fotografischen Schwerpunkte sehen?
Ganz klar im dokumentarischen Bereich. Ganz gleich welches Genre.
[mehr…]
Heiko Schäfer ist mit seiner Serie 'Maritime Incidents' einer der Gewinner von 'Gute Aussichten', dem Förderprogramm für Abschlussarbeiten im Fach Fotografie. Schäfer hat für seine Serie Boote afrikanischer Flüchtlinge fotografiert, die vor der Küste Siziliens aufgegriffen wurden. Schätzungen zufolge versuchen Jährlich mehrere 10.000 Menschen illegal in die EU einzureisen - über das Mittelmeer.
Von jedem Boot hat Heiko Schäfer mehr als zweihundert Aufnahmen gemacht und diese zu großformatigen Bildern, zusammengesetzt. Entstanden sind detailgenaue Draufsicht-Fotografien, Sachaufnahmen von großer Intensität, die das Schicksal der Flüchtlinge ahnen lassen. Zu jeder Aufnahme gibt es einen entsprechenden Datenauszug, der das Boot benennt. Die Boote werden später vernichtet.

Marko Radloff/bildwerk3: Was bedeutet die Teilnahme und die Auswahl zum Förderprogramm ‚Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie’ für Dich persönlich?
Heiko Schäfer: Zuerst einmal fühle ich mich natürlich sehr geehrt, mit diesem tollen Preis die Möglichkeit zu erhalten, meine Arbeiten einem breiten Publikum präsentieren zu können. Der Preis stellt auf jeden Fall eine Bestärkung des eigenen Schaffens dar.
Bei ‚Gute Aussichten’ geht nichts ohne Nominierung: Wer hat Dich für ‚Gute Aussichten’ empfohlen?
Meine Professorin Sabine Schründer. Nochmals vielen Dank dafür!

Mit welcher Arbeit hast Du Dich für das Programm beworben?
Ich habe mich mit der Arbeit "Maritime Incidents" beworben. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Thematik der illegalen Migration aus afrikanischen Staaten in die EU. Den Mittelpunkt der Serie stellen Fotografien von Flüchtlingsbooten dar. Parallel dazu habe ich die offiziellen Daten zu den entsprechenden Booten recherchiert. Auf diese Weise soll es dem Betrachter ermöglicht werden, sich in die Schicksale der einzelnen Individuen hineinzuversetzen. Die Boote sollen dabei als Projektionsfläche für die durch die Medien verbreiteten Bilder und Berichte dienen.

Wie bist Du zum Fach Fotografie gekommen?
Ehrlich, das weiß ich nicht mehr.
Wo würdest Du Deine fotografischen Schwerpunkte sehen?
Sie liegen auf jeden Fall im konzeptionellen, dokumentarischen Bereich.
Die Jury hat getagt und neun Nachwuchsfotografinnen und -fotografen für das Ausstellungs- und Förderprojekt 'Gute Ausssichten' ausgewählt. Die Bewerber kamen aus 39 deutschen Hochschulen, Akademien und Universitäten. Insgesamt wurden 103 Arbeiten eingereicht - so viele wie nie zuvor. [mehr…]
Was nehme ich aus so einer Ausstellung mit nach Hause - mal abgesehen von der bitteren Einsicht, dass ich selbst für diese Art von Würdigung schon ein bisschen in die Jahre gekommen bin? Wird dies ein ein kurzer Text? Soll ich's bei der Empfehlung belassen hinzugehen (noch bis zum 24.02.2008 in Hamburg hier, dann in Burghausen vom 6.3.2008 - 4.5.2008 und vom 16.5.2008 - 14.7.2008 in Berlin im Martin Gropius Bau) oder soll ich das Projekt, die Jury und ihre Mitglieder und alle Gewinner einzeln vorstellen und so entstehe dann ein langer Text?

Der erste Gedanke: Bei Gemeinschaftsausstellungen dieser Art gibt es immer herausragende, im Gedächtnis bleibende Eindrücke und weniger starke Exponate. Zum vierten Mal wurden Absolventen deutscher Hochschulen mit dem Studienfach Fotografie eingeladen sich an den 'Guten Aussichten' zu beteiligen und in diesem Jahr wurden aus den 83 Einsendungen elf Arbeiten für die Präsentation im Rahmen der Ausstellung ausgewählt. Was tatsächlich für alle Gewinner einen großen Imagegewinn bedeutet und einen guten Start ins Berufsleben verspricht - die Exposition ist ordentlich unterwegs und national und international viel zu sehen.
Fotografische Arbeiten aus dem Umfeld der Hochschulen haben immer den Vorzug, das sie frei und scheinbar voraussetzungslos entstehen und spielerisch das Medium begreifen und dennoch mit großem Ernst umgesetzt sind. Der Titel 'GUTE AUSSICHTEN' verheißt Erfolg tatsächlich erst in der Zukunft und nimmt etwas vorweg, von dem uns erst später ein 'Licht' aufgehen wird. Vielleicht.
Da sind die Fotografien von Agata Madejska, die ich wegen ihrer formalen Strenge und technischen Abstinenz für den gelungensten Beitrag des diesjährigen Wettbewerbs halte. Auf der anderen Seite sind die Bilder aus Christian Tiefensees 'Refugium' eine tiefer gehende, intensive Erfahrung, die der Erläuterung gar nicht bedürfen. Und wenn dann doch Worte benutzt werden, dann klingt das so: "In einer Mischung aus Eigen- und Fremdmaterial zeige ich die Kapitulation des Einzelnen vor seinen zeitlichen, räumlichen und geistigen Grenzen." Wie bitte? Also lieber nicht lesen! Aber mit jedem dieser Bilder wird etwas Inneres visualisiert ...



Zuletzt kommentiert