12. Februar 2010 0

Fotolese: … unterbelichtete Gegenden dieser Erde

Heute ist die Fotolese knapper: Einmal sind hier Ferien und ich habe weniger Zeit mit der Recherche verbracht und dann war – gefühlt – auch weniger los in Sachen Fotografie.

NZZ Online
Für die Neue Züricher Zeitung analysiert Andrea Köhler noch einmal den Verkauf des Magnum-Archivs an die Investmentfirma des US-Computerunternehmers Michael Dell – stilistisch leider etwas verunglückt und schon wegen der seltsam schiefen Bilder und der glorifizierenden Sprache ein durchaus lesenswertes Stück Text.

Das klingt dann so: “Seit dem Spanischen Bürgerkrieg sind hier nicht nur alle Ereignisse von historischer Tragweite dokumentiert, sondern auch viele unterbelichtete Gegenden dieser Erde.” Die aber hoffentlich im richtigen Licht oder besser: richtig belichtet!

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5. Februar 2010 0

Fotolese: Schwierige Lichtverhältnisse im Olympiastadion

Wer über einen längeren Zeitraum die Veröffentlichung seiner Fotografien im Internet ohne Urhebernennung unwidersprochen duldet, kann zu einem späteren Zeitpunkt keine widerrechtliche Verletzung des Urheberrechts geltend machen.

Vor allem: In dieser Duldung ist eine stillschweigende Einwilligung zu sehen, dass auch Dritte dieses Bild ohne Urhebernennung verbreiten und veröffentlichen dürfen. Und ein Bild von einer Stelle auf eine andere zu kopieren, ist im Internet eine der einfachsten Aufgaben.

So vorgekommen mit einem Bild von Sarah Wagenknecht und entschieden vom Amtsgericht Charlottenburg – gegen den Einwand der Fotografin.

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29. Januar 2010 4

Fotolese: Kameras sind lediglich die technischen Werkzeuge für Fotografen

Wie schon SPIEGEL ONLINE kooperiert nun auch die SÜDDEUTSCHE mit seen.by international fine art. Zum Start dieser neuen Zusammenarbeit bringt die SÜDDEUTSCHE ein Interview mit dem Fotoreporter Gerd Ludwig.

Ludwig hat in der 30-Kilometer-Zone von Tschernobyl fotografiert und eindrucksvolle Bilder von Stillstand und Verfall mitgebracht. Im Interview erläutert er sein Verhältnis zu Rußland, spricht über die Arbeit in der toten Zone und über Glanz und Elend in der Metropole Moskau. Und natürlich über Fotografie, über’s Fotografieren:

“Ein gutes Foto berührt die Seele und erweitert den Geist. Kameras sind lediglich die technischen Werkzeuge für Fotografen. Gute Fotos werden mit dem Herzen und dem Verstand gemacht.”

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22. Januar 2010 5

Fotolese: Fotografie von heute wird nichts Bleibendes hinterlassen

Ein Ereignis, dem man seine Aufmerksamkeit in dieser Woche nicht entziehen kann: die Ausstellung des Fotografen Andreas Mühe in der Galerie Camera Work in Berlin.

Bei WELT ONLINE gibt es aus gegebenem Anlass ein Interview mit Mühe. Überraschend ist die Antwort Mühes nach seinen fotografischen Vorbildern – ein klares nein – also keine.

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15. Januar 2010 0

Fotolese: “Ich bin Fotograf und definiere mich über meine Kamera.”

VOUGE
Die Meldung der Woche war sicher die Ankündigung, dass Kristian Schuller – bekannter Fashion-Fotograf – bei Germany’s Next Topmodel als Juror mitmacht. Ich habe nie eine Sendung von GNTM gesehen und weiß nur ungefähr worum es geht – bin aber skeptisch, das das so die richtige Veranstaltung ist, wo man sich als Fotograf aufhalten sollte.

Nun gibt es bereits ein Interview mit Schuller gerade zu diesem Thema auf den Seiten von VOUGE. Sehr lesenswert und man merkt Schuller eben genau jene Skepsis an. So richtig behaglich fühlt sich der Meister nicht. Diesmal schau ich zu. Na, wenigstens einmal …

“Ich bin Fotograf und definiere mich über meine Kamera” klingt es am Schuss etwas nach Selbstschutz, als ahne Schuller schon, worauf er sich da einläßt. (der Fotograf Kristian Schuller)

Dabei sieht Silke Wichert bei WELT ONLINE die Ära des Katalogmodels scheinbar am Ende. Da ist das Internet, die aufkommende Sensibilität gegen Magersucht und die Einsicht: allzu hübsch verkauft nicht gut. “Menschen neigen dazu, sich mit anderen zu vergleichen, um so ein Feedback auf die eigene Erscheinung zu bekommen.”

ZEIT ONLINE
Auf der Suche nach Normalität in den Slums dieser Welt ist der Magnum-Fotograf Jonas Bendiksen – in seiner Dokumentation The Places We Live. Die Zeit widmet ihm in ihrer Onlineausgabe ein Interview, indem Bendiksen (34) Slums als einen Ort der Vielfalt, der Dynamik und nicht nur des Elends schildert. Der klügste Satz in diesem Beitrag ist einer über Evolution und nicht über Fotografie: “Slums zeigen, wie die modernen Städte begannen, zu existieren.” (der Fotograf Jonas Bediksen)

FAZ.NET
Einen akademischen Text zum Thema fotografische Schärfe hat Nils Schiffhauer in der FAZ gebracht. Äußerst kenntnisreich aber wenig unterhaltsam und obendrein etwas lang.

Ich wusste immer, das Schärfe berechenbar ist und Schiffhauer liefert die Erklärung: “Im Leseabstand von 25 Zentimeter müssen zwei Punkte mindestens 0,04 Millimeter voneinander entfernt sein, um sie noch getrennt und somit scharf wahrzunehmen.”

NGZ ONLINE: über den Fotografen Andreas Mühe und die Ausstellung Mühes in der Galerie CAMERA WORK in Berlin

und: etwas spät betrauert Harald Keller den Abschied der Fotografie von ihrem Zeitalter und meint das Ende der Kodachrome 64 – für DER FREITAG. Beeindruckend gut kommentiert …

8. Januar 2010 0

Fotolese: “Heute ist Modefotografie konservativer und blöder …”

Mit dem ersten Teil soll ein regelmäßiges Format starten: einmal in der Woche will ich mir die Artikel rauspicken, die in Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Fotografie publiziert wurden – mein fotografischer Wochenrückblick. Zusammenfassungen gibt es natürlich schon einige – auch sehr erfolgreiche. Mein Blick richtet sich auf die Onlineausgaben der Tageszeitungen und überregionalen Publikationen, denn dort gehen die guten Sachen – die uns betreffen – regelmäßig unter …

An dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf die Aktion Zwei Fotobücher für eure Anregungen – läuft noch bis Samstag. Wer teilnimmt, kann eines von zwei brandaktuellen Fotobüchern gewinnen.

WELT ONLINE
Das Highlight in dieser Woche ist der Beitrag von Alexander Kluy in der WELT ONLINE – erschienen am Donnerstag. Ein Interview mit dem in Deutschland geborenen Fotografen Juergen Teller. Teller ist heute 46 und lebt in London. Über Fotografie wird zunächst wenig gesprochen – aber Leser von WELT ONLINE sind vielleicht nicht so sehr an dem Fotografen Teller, als an dem Ausreiser Teller interessiert.

Aber dann fallen doch Sätze wie: “Bevor ich fotografiere, gehe ich mit dem zu Porträtierenden essen, spreche über meine Ideen. Ich interessiere mich einfach für Menschen.” oder auf die Frage nach einem guten Bild, “In einem guten Bild ist eine brutale, ehrliche Bezogenheit zu sich selber da, zu den eigenen Sehnsüchten.” … und dann natürlich: “Heute ist Modefotografie konservativer – und blöder …”

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