Fotograf
Akkus geladen, Speicherkarten leer, Blitz in Bereitschaft; ein kurzer Blick auf die Kameraeinstellungen, ein Blick zum Nebenmann und los geht die Show. Die Plätze an den roten Teppichen dieser Welt sind reglementiert und dpa-Fotograf Jens Kalaene gehört berufsmäßig zu denjenigen Fotografen, die vom Rand die Bilder machen, die die Welt sehen möchte, die die Stars für ihren Ruhm benötigen, nach denen Veranstalter und Medien verlangen.
So nicht anders in Berlin, nicht anders zur Berlinale, nicht anders zur Eröffnungsfeier vor dem Berlinalepalast am Potsdamer Platz in der letzten Woche. Es gibt noch fünf weitere Fotografen der Deutschen Presseagentur, die an diesem Abend dabei sind: unmittelbar im Eingangsbereich und im Saal.
Das Fotografen immer die gleichen Fragen gestellt bekommen – das sieht man unter anderem in diesem eigentlich gut gemachten Filmchen aus der Haupstadt: Kannst Du [mehr…]
Ich habe einige Fotografinnen und Fotografen gebeten mir ihre Ideen für die Adventszeit zu schicken. Wer mag und mitmachen möchte, darf gern seine Motive an [mehr…]
Im folgenden Gastinterview stellt Joscha Bruckert – Herausgeber des Fotomagazins ROMKA den Fotografen Marlon Kowalski vor. Vielen Dank an beide für diesen Beitrag.
Joscha Bruckert: Marlon, wann hast Du das letzte Foto gemacht?
Marlon Kowalski: Vor 2 Sekunden: eine Vorhangfalte mit so einem indirekt beleuchteten Che Guevara-Bild drauf.
JB: Ich weiß, dass Du einen wahnsinnigen Arbeitsdrang hast. Woher kommt das?
MK: Naja, Arbeitsdrang. Man könnte es auch eine unbeherrschte Verschwendung von Ressourcen nennen. Bulimisches Fotografieren, unkritische Neugier, unruhegetriebenes Forschen.
Im Übrigen liegt aber auch genau darin der Grund, warum ich mich beim Fotografieren gut aufgehoben fühle: Male ich Bilder, zerstöre ich jedes Ergebnis innerhalb kürzester Zeit selbst, indem ich es zwanghaft immer weiter bearbeite. Nur wenn ich fotografiere, steht das Ergebnis unmittelbar fest. Ich kann's nicht mehr ändern, ich kann nur das nächste knipsen. [mehr…]
Dieser Beitrag ist die Fortsetzung eines Artikels, der an dieser Stelle vor zwei Tagen erschienen ist: der Fotograf Markus Mielek berichtet über die Entstehung seiner Diplomarbeit im Fach Fotografie. (Teil1 lesen)
Teil2: Planung und Umsetzung
Jede Aufnahme ist im Vorfeld ausgiebig geplant worden. Am Anfang stand eine schon recht konkrete Bildidee, parallel dazu suchte ich die passende Location und Modelle, die sich sowohl aus dem Freundeskreis, aber auch aus Modelagenturen rekrutierten.
Die Locations habe ich alle im Umfeld von Dortmund gefunden. Mitunter war es nicht einfach, Zugang zu den Wunschlocations zu bekommen. Ab und an musste leider eine Wunschlocation ausfallen, bei manchen Glücksfällen ergaben sich Möglichkeiten, über die ich vorher nicht zu denken wagte. [mehr…]
Ein selbstgewähltes Thema fotografisch umsetzen: Wahrscheinlich die erste, komplexere Herausforderung für jeden Fotografen! Im folgenden Beitrag – der in zwei Teilen heute und am Donnerstag erscheint – schildert Markus Mielek seine Herangehensweise – von der Wahl des Themas bis zur Postproduction.
Anhand ausgewählter Bildbeispiele wird Mielek den Prozess zum fertigen Motiv erläutern.
Teil1: Überlegungen und Planungen
Meine Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Einsamkeit und Isolation in der Großstadt. Die Charaktere befinden sich in einem Kokon, suchen sich ihren Freiraum, kapseln sich ab – oder werden von der Gesellschaft ausgeschlossen.
Einen Großteil der Diplomarbeit machten in meinem Fall die Konzeption und die Planung aus. Die erste Hürde besteht bereits in der Findung eines geeigneten Themas. Im Prinzip kann man alles umsetzen, was man sich vorstellen kann. Nun muss man aus der Unzahl an Möglichkeiten ein Thema herauspicken. Bewährt hat es sich, zu schauen, wo die eigenen Schwerpunkte und Interessen liegen. In meinem Fall stand sehr früh fest, daß sich mein Projekt mit Menschen auseinandersetzen und einen sozialen Hintergrund haben soll. [mehr…]
Am Ende steht der Tod. So unausweichlich, so unerbittlich, dass wir uns angewöhnt haben davon zu schweigen. Der Fotograf Patrik Budenz ist einen anderen Weg gegangen - er hat die Konfrontation mit diesem Thema gesucht und Bilder von dort mitgebracht, wo keiner gern hinschaut. Als Ergebnis sehen wir zwei eindrucksvolle fotografische Serien - 'Post Mortem' und 'search for evidence' (Spurensuche) - die mit bildnerischer Kraft das ungeheuerlich Normale erzählen. (alle Bilder zu den Serien - auf der Seite von Patrik Budenz)
Patrik Budenz hat an der Neuen Schule für Fotografie in Berlin studiert und präsentiert mit 'Post Mortem' seine Abschlussarbeit. Ich habe mit Patrik Budenz über die Motive zu dieser ungewöhnlichen Arbeit, über sein Studium und über seine Zukunftspläne gesprochen und auch erfahren, wie man in so verschlossene Bereiche als Fotograf vordringt ...
Marko Radloff/Bildwerk3: Ihre Serie 'Post Mortem' berührt ein Thema, mit dem sich normale Menschen nur sehr ungern beschäftigen - dem Thema Tod. Haben Sie nicht Furcht, mit Ihrer Arbeit Grenzen zu überschreiten, hinter die sie nicht mehr zurück können?
Patrik Budenz: Ob meine Bilder Grenzen überschreiten, kann nur jeder Betrachter für sich selbst entscheiden. Letztendlich sind diese Grenzen individuell gesetzt, oft sogar willkürlich und unreflektiert. Die einzige Grenze, die ich für mich selbst überschritten habe, ist die eigene Angst vor der Auseinandersetzung mit diesem Thema. Natürlich beschäftigt sich niemand gerne mit dem Tod, denn es gibt dabei keine positiven Aspekte. Tod bedeutet immer Schmerz und Verlust. [mehr…]


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