26. Mai 2010 4

Ohne Ausbildung Fotograf: wie aus Leidenschaft Profession wird

Als Fotograf arbeitet Hüseyin Yerlikaya in Mannheim. Er hat dort ein großes Tageslicht-Studio, das man auch mieten kann. Diese Location kann einen echt neidisch machen und wer mal einen Blick darauf werfen möchte, kann dies auf der Internetseite des Fotografen tun. (Website des Fotografen besuchen)

Hüseyin Yerlikaya hat seine Karriere ohne eine klassische Ausbildung geschafft. Sein Geheimnis sei die Leidenschaft für Fotografie und diese und natürlich die Fähigkeit, sich das notwendige Wissen selbst anzueignen, haben ihn soweit gebracht. Heute fotografiert Hüseyin Yerlikaya nicht nur in Deutschland sondern ist weltweit im Auftrag seiner Kunden unterwegs.

© Hüseyin Yerlikaya

© Hüseyin Yerlikaya

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Ich habe drei Ausbildungen und ein Studium abgeschlossen, aber leider hatte keine Ausbildung mit Fotografie zu tun ;-)

Als Autodidakt musste ich mir das Wissen, das ich als Fotograf benötige aneignen. Mein Schlüssel zum Erfolg heißt “Leidenschaft” und nicht Ausbildung.

weiterlesen …

27. April 2010 0

Frei von ökonomischem Druck Fotografie studieren

Zu seinen größten Erfolgen zählt der Fotograf Frank Bauer sein dauerhaftes Verhältnis zu einigen seiner Kunden – das sei in Zeiten wie diesen nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Bauer hat bisher für nationale und internationale Magazine, einige wichtige deutsche Marken und für einige Musik-Label fotografiert.

Frank Bauer macht am liebsten Portraits – seine Aufnahmen zeugen von großem Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen und von Geduld und dem Bedürfnis, etwas Besonderes zu machen.

Was meint Ihr ist die größte Herausforderung für denjenigen, der Menschen fotografiert?

© Frank Bauer

© Frank Bauer

Bildwerk3/Marko Radloff: Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Frank Bauer: Der Kern jeder guten Ausbildungsstätte für Fotografie ist es, den Studenten die Themenfindung und die damit einhergehende Fotosprache zu ermöglichen.

Neben der Beherrschung der Technik, was ja selbstverständlich ist und welche man ja auch immer weiterhin verfeinern sollte, ist es sehr wichtig während eines Fotografie-Studiums herauszufinden welche Themen einem liegen, was man also sagen will und wie man es sagen will. Ich denke gute Dozenten helfen einem dabei, lenken in die richtige Richtung.

Bei all dem ist es auch wichtig dies noch ohne den Druck des Marktes auszuloten, ohne die sehr spezifischen Briefings, die später die einzelnen Aufträge so sehr und genau prägen.

Ich selbst war auf der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign (heute FH) München von 1992 bis 1995.

weiterlesen …

21. April 2010 3

Schauen, ausprobieren, machen …

Der Fotograf Jürgen Altmann fotografiert People, Portrait und Fashion für internationale Werbekunden und für Magazine. Zu seinen Kunden zählen unter anderem Bayer, Daimler Chrysler, Hugo Boss, Kodak, das Lufthansa Magazin oder auch Vogue, das bekannte Modemagazin.

Für ihn ist es der größte Erfolg, seinen Traumberuf ausüben zu dürfen und er tut dies von Stuttgart aus.

© Jürgen Altmann

© Jürgen Altmann

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Aus meiner Sicht die beste Schule: Machen! Schauen, was einen interessiert. Hingehen, ausprobieren. Lernen, wie weit man selbst bereit ist, zu gehen. Das hilft, einen eigenen Weg zu finden.

weiterlesen …

14. April 2010 3

Als Autodidakt in die glitzernde Werbewelt

Als seinen größten Erfolg bezeichnet der Fotograf Dominik Pietsch, dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte.

Mit beachtlicher Energie, einem gut gewählten Standort – eben nicht Berlin oder Hamburg sondern Köln – und innerhalb kurzer Zeit hat es Pietsch geschafft, in seinem Traumjob Fuß zu fassen – und das ohne Ausbildung und Assistenz sondern lediglich durch Selbststudium und Praktika.

Dominik Pietsch schildert in unserem Interview sehr ausführlich seinen Ausbildungsweg und wir können an dieser Stelle erneut über den richtigen Weg – den jeder für sich finden muss – diskutieren.

© Dominik Pietsch

Für den nächsten Relaunch in meinem XING-Profil fahre ich zu Dominik Pietsch nach Köln, um mir von ihm ein individuelles Foto machen zu lassen – © Dominik Pietsch

Marko Radloff: Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Fotograf Dominik Pietsch: Das kann ich nicht beurteilen, denn ich selber bin so der klassische Quereinsteiger. Gelernt habe ich Bürokaufmann, war dann ein Jahr im Einkauf tätig und bin dann zum Studium nach Köln gekommen: BWL.

Das habe ich auch immerhin zwei Jahre durchgehalten! In den zwei Jahren habe ich mich nebenher intensiv mit Fotografie beschäftigt, und habe dann das Studium, sehr zum Leidwesen meiner Eltern, an den Nagel gehängt. Ich wollte Fotograf werden, nur hatte ich keine Ahnung, wie man das anstellt.

Ich hab dann zwei Monate Praktikum gemacht, bei einem Werbefotografen in Düsseldorf. Er hat mir dann später attestiert, dass ich mal ein „guter Stilllifer“ würde. Nun gut. Vielleicht war Fotografie doch nicht das richtige für mich?

Danach bot sich mir eine Praktikumsstelle in einer kleinen Kölner Werbeagentur an – das habe ich dann auch gemacht. Ich wollte ja schon in der glitzernden Werbewelt bleiben. Da habe ich dann einiges gelernt: unter anderem auch den richtigen Umgang mit Photoshop.

In der Zeit habe ich privat immer weiter fotografiert, und habe irgendwann dann auch angefangen im Studio zu fotografieren. Das Praktikum war zu Ende, ich hatte mir einiges selber beigebracht und beschloss ganz blauäugig, Fotograf zu werden.

Gesagt, getan. Ich hatte Glück und kann mittlerweile ganz gut davon leben. Mal von den zwei Monaten Praktikum in Düsseldorf abgesehen, habe ich mir also alles selber beigebracht. Ob mir was fehlt, weil ich beispielsweise nicht assistiert habe, kann ich nicht sagen.

weiterlesen …

9. April 2010 2

Freie und kreative Fotoarbeiten sind wichtig

Der Fotograf Marcus Philipp Sauer lebt in München und in Berlin. Obwohl er einen vollen Terminkalender hat, nimmt er sich die Zeit, um freie Arbeiten zu fotografieren: die seien wichtig für den (fotografischen) Geist und auch für’s Renommee – obgleich sie dem Inhalt im Geldbeutel schadeten.

Fotograf als Beruf, meint Sauer, kann man erlernen – und meint damit den Umgang mit Technik und Equipment – das Feeling für gute Bilder sollte man allerdings mitbringen, um Erfolg zu haben.

© Marcus Philipp Sauer

Bodenhaftung – In unserem Interview kündigt Marcus Philipp Sauer eine Idee für Airbus an. Läßt aber alles offen. Vielleicht schwimmende Flugzeuge? © Marcus Philipp Sauer

Marko Radloff/Bildwerk3: Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Marcus Philipp Sauer: Ich kenne Leute, die Fotografie studiert oder eine Lehre gemacht haben und danach nicht Fuß fassen konnten aber dagegen andere, die weder das eine noch das andere absolvierten und groß rauskamen …

Das Technische kann man erlernen, das Gespür für ein gutes Bild nicht!

Was erwarten Sie von Ihren Assistenten? Was erwarten Ihre Assistenten von Ihnen?
Was jeder Fotograf erwartet: Er soll einem die Arbeit erleichtern, so dass man sich voll und ganz auf das Motiv konzentrieren kann und sich nicht mit technischen oder organisatorischen Problemen herumschlagen muss.

Das Selbstverständliche: Eine faire und menschliche Behandlung. Es gibt leider sehr viele arrogante Fotografen, die ihre Assistenten verheizen, oft auch durch mangelndes Selbstbewusstsein oder eigene Überforderung.

Fotografien

Marcus Philipp Sauer

weiterlesen …

6. April 2010 7

Fotografie ist eine Mischung aus Technik und Gefühl

Ausbildung, Studium oder Assistenz: zwischen diesen Möglichkeiten wird man als zukünftiger Fotograf wählen müssen. Das ist nicht immer leicht. Der Fotograf Lukasz Wolejko-Wolejszo hat in unserem Interviewbeitrag das Charakteristische für alle drei Wege ziemlich gut herausgestellt – und für sich selbst vor einiger Zeit eine Entscheidung getroffen.

Welchen Weg favorisiert Ihr? Kann man auf eine klassische Fotografenausbildung verzichten? Eure Meinung interessiert mich sehr!

© Lukasz Wolejko-Wolejszo

Ein Motiv, das an die Modeaufnahmen von F.C. Gundlach erinnert. © Lukasz Wolejko-Wolejszo

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Fotografie ist eine Mischung aus Technik und Gefühl. Je nach dem in welche Richtung man sich in der Fotografie orientiert nimmt einer der beiden Punkte Überhand.

Eine Ausbildung hat zum Beispiel viel mehr technische Anwendungsszenarien; die Hochschule hingehen orientiert sich stark konzeptuell.

Ich selber habe keinen der beiden Wege in meiner Karriere gewählt. Ich wollte zwar Kommunikationsdesign studieren, jedoch wurde mir von mehreren Dozenten abgeraten den Weg zu gehen.

Beim Vorlegen meines Portfolios im Vorgespräch zur Bewerbung wurde gesagt, dass meine Fähigkeiten in der Farblehre, Komposition, Konzeption schon stark ausgeprägt sind und ich mich während des Studiums langweilen würde. Es wurde mir empfohlen mich bei Fotografen für eine Assistenz zu bewerben, um so Arbeitsabläufe und Kontakte sammeln.

Dies liegt jedoch daran, dass ich ein anderes Studium absolviert habe und in diesem Zusammenhang viel Zeit genutzt habe konzeptuelle Arbeiten zu erstellen.
Damit möchte ich betonen, dass ich eine Ausbildung in der Fotografie sehr wichtig finde, um sich zu orientieren heißt: Was will ich machen? Wie kann ich die Aufgabe lösen?

weiterlesen …

29. März 2010 4

Zufällige fotografische Ergebnisse sind wunderbar aber schwer zu wiederholen

Kristian Schuller ist ganz sicher einer der spannendsten Modefotografen der Gegenwart und er hat das Zeug zu einem Klassiker – sofern das Genre solche Begriffe für seine Protagonisten noch zulässt. Seine Bilder sind voller Ideen und faszinierender Räume, in denen Frauen wie Fabelwesen kleine Geschichten zelebrieren.

© Kristian Schuller

© Kristian Schuller

Obwohl von den attraktivsten Frauen umgeben, betont Schuller in unserem Interview seine Familienseite und nennt als seinen größten Erfolg das Ja-Wort seiner Frau. In dieser Hinsicht ist Schuller einem anderen Fotografen nicht unähnlich: auch Helmut Newton hatte ein sehr enges Verhältnis zu seiner Frau und hat dies immer hervorgehoben.

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Viele Wege führen nach Rom. Gelerntes Wissen – egal wie – ob Uni oder Ausbildung oder jahrelange Assistenz – ist unbedingte Voraussetzung für ein kreatives Arbeiten. Ein großartiger Musiker kann auch nur improvisieren wenn er sein Instrument beherrscht.

Ich habe an der Hochschule der Künste in Berlin Mode bei Vivienne Westwood und Fotografie bei F.C. Gundlach studiert.

weiterlesen …