Wenn am 07. Mai 2008 um 19.00 Uhr in Tempelhof die diesjährige FOTOBILD – die ‘Deutsche Fotografenmesse’ – eröffnet wird, ist auch Falk von Traubenberg unter den ausstellenden Fotografen. Von Traubenberg lebt und arbeitet als Künstler in Hamburg und er hat Fotografie für sich als Mittel des Ausdrucks gewählt.
Seine Bilder sind das, was man ‘typisch Kunst’ nennen kann, ein bißchen rätzelhaft, ein bißchen geheimnisvoll, aber immer gewaltig und neu. Ich habe Falk von Traubenberg meine Fragen zum Thema Fotografie, zum Leben in Hamburg, zu den Perspektiven und natürlich zu seinem Programm für die FOTOBILD 2008 geschickt und daraus ist das folgende Interview entstanden:
Zur Erinnerung: Heute abend gibts die Ergebnisse aus unserer Viewing-Verlosung. Bis dahin: bitte fleißig kommentieren!

04/12-004 Selbstportrait (100x100cm – diasec – 2004)
Ein Blick auf Ihre Website stellt Sie uns als Künstler vor, der viele technische Verfahren beherrscht. Fotografie ist eines davon. Was werden Sie auf der FOTOBILD 2008 in Berlin zeigen?
Auf der Fotobild 2008 werde ich Arbeiten zeigen, die im Bereich der konkreten Fotografie angesiedelt sind. Das heißt, diese sind nicht durch Abbildung realer Gegenstände oder Situationen entstanden, sondern durch bilderzeugende Verfahren.
Zum Einen präsentiere ich die Serie ‘interform | schwarzweiß’ deren Ausgangsmaterial ganz oder gar nicht belichteter Diafilm ist, den ich auf spezielle Art und Weise digitalisiert habe.
Zum Anderen gibt es neue Arbeiten aus der Serie ‘Textur | Vom Schriftbild zur Bildstruktur’ zu sehen. Grundlage für diese Serie sind überlagerte und stark verzerrte Buchstaben. Zusätzlich zeige ich ein Objekt als Hinweis auf meine installativen Arbeiten. Diese bestehen aus mit Kleinbilddias gefüllten Einmachgläsern und Neonröhren. Alle Arbeiten werden erstmals öffentlich zu sehen sein.

schwarzweiss#08 (Serie ‘interform | schwarzweiss’ – 80x80cm – diasec – 2007)

schwarzweiss#13 (Serie ‘interform | schwarzweiss’ – 80x80cm – diasec – 2007)
Welchen Stellenwert nimmt die Fotografie in Ihrem künstlerischen Schaffen ein?
In den letzten Jahren gibt es bei mir eine klare Tendenz von der abbildenden zur bilderzeugenden Fotografie mit Ausnahme der Selbstportraits – wenngleich bei diesen die Fotografie nur als Grundlage für weitere Bearbeitungsschritte dient.
Erinnern Sie sich noch, wann und womit Sie ihr erstes Foto gemacht haben?
Nein, ich habe kein bewusstes Schlüsselbild bzw. -ereignis. Meinen Weg hin zur Fotografie würde ich eher als eine langsame Entwicklung beschreiben.
So kommt es wohl auch, dass ich erst mal Architekt geworden bin, bevor ich mich ganz auf das Abenteuer Fotografie eingelassen habe. Meine ersten Erfahrungen/Experimente habe ich mit der väterlichen Pentax K 1000 gemacht und die Ergebnisse feinsäuberlich in Diaarchivboxen gelagert – seit 1988.
Fotografieren Sie heute noch manchmal analog?
Ja, immer mal wieder. Beispielsweise für die Serie Interform, bei der belichteter Diafilm die Grundlage ist oder für ein Installationsprojekt, mit dem ich die Geschichte einer in Zürich ansässigen Kanzlei über sechs Jahre hinweg verfolge. Dort mache ich Dias, die ich dann in Einmachgläser verfülle.
Auch sammle ich fremde, ausgemusterte Kleinbilddias für neue Installationsprojekte.
Nach all den Entwicklungen der letzten Jahre: Wohin steuert Ihrer Meinung nach das fotografische Fach?
Die Fotografie hat eine kaum zu übertreffende Perfektion in ihrer Abbildungsqualität erreicht. Es stellt sich die Frage, was danach kommt. Vielleicht wieder vermehrt der experimentelle Ansatz – in Analogie zu den 20er und 30er Jahren – mit den heutigen technischen Möglichkeiten.

textur08#06 (aus der Serie textur | vom Schriftbild zur Bildstruktur – 80x80cm – diasec – 2008)
weiterlesen …
Zuletzt kommentiert