13. Januar 2010 2

Auch Microstock bleibt nicht, was es zu Anfang war

Noch einmal zur Orientierung: in der Bildbranche sind drei Angebotsformen bestimmend: das klassische Rights Management (RM – hier erwirbt der Verwerter einzelne Nutzungsrechte), Royalty Free (RF – ein Verwerter zahlt einmalig für sämtliche Nutzungen) und Microstock (MS = RF zu besonders günstigen Preisen).

Am Anfang der neuen Bilderquelle Microstock standen die Grafiker, denen die Bilder, die sie für ihre Kunden kaufen mussten, zu teuer waren. Sie schufen ihre eigenen Fotos und Illustrationen und tauschten diese Motive untereinander in Communities aus. Weitere Amateur-Fotografen kamen hinzu, was die Menge der Fotos stark vergrößerte.

Nach und nach folgten ein härteres Editing und eine bessere Qualitätskontrolle, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Mit anderen Worten – auch Microstock bleibt nicht, was es zu Anfang war, auch hier sind die Veränderungen längst sichtbar. Aber wo geht das hin? Und wo endet es?

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11. Januar 2010 0

„Der Bildbedarf ist offensichtlich so groß, dass bisher niemand seinen Umfang erschlossen hat.“

Nachfolger des APIS-Systems ist das Netzwerk i-picturemaxx. Die Apis GmbH wurde  2003 von der picturemaxx AG zu 100% übernommen – und machte aufgrund einer starken finanziellen Basis mit einem neuen System internetbasierter Technik und neuen Datenbanksystemen einen großen Schritt nach vorn.

picturemaxx ist inzwischen der Marktführer in Deutschland und erschließt sich zudem die europäischen Länder und den US-Markt für seine Produkte.

Ist der deutsche Markt schon ausgereizt?

Das Picturemaxx-Portal in Deutschland ist jedenfalls schon bis zum Platzen gefüllt. Jupiter und Corbis sind dabei und die große Microstock-Agentur Fotolia. In Deutschland sind insgesamt 189 Agenturen jeder Größe an das System angeschlossen.

Picturemaxx-Vorstand Bernd Czichon hat uns im Januar 2009 zur Weiterentwicklung der Firma Informationen zukommen lassen: seit einiger Zeit wirkt Picturemaxx auf internationalem Parkett. Man wird sich zukünftig international  „auf alle Unternehmen … und Organisationseinheiten konzentrieren, die Medien archivieren, verwalten, verteilen, vermarkten oder beschaffen – neben Bild mittelfristig auch erweitert um Video, Audio und Text“, so Bernd Czichon. Damit bedient Picturemaxx die Zukunft der Branchenentwicklung. Denn bei Bildern allein wird es nicht bleiben.

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7. Januar 2010 1

Die Macher. Herausforderung: Digitalisierung

Erwin Fey und Anton Dentler waren zwei Ausnahmetypen in der deutschen Bildagenturbranche der 1990er Jahre; sie prägten Position und Erfolg der Agenturen ZEFA und Bavaria.

Fey übernahm 1995 die ZEFA (Zentrale Farbbild-Agentur), einen Familienbetrieb aus Düsseldorf, der in die Jahre gekommen war, aber immer noch einen Umsatz von 7 Millionen Euro generierte. Mit einer Finanzierung durch eine britische Private Equity Firma investierte Fey in die ZEFA und brachte sie innerhalb weniger Jahre an die Spitze der europäischen Bildagenturen, mit einem Umsatz von 32 Millionen Euro . Was hatte er bewegt?

Was hatte Fey bewegt?

Mit Unterstützung des Branchenprofis Tomas Speight, der die europäische Dependance von The Stock Market erfolgreich etabliert hatte, als Co-CEO, gab Fey der Agentur ein neues Gesicht. Eine neue Corporate Identity, ein neues Corporate Design, einen neuen Namen und eine neue Bildsprache, unterstützt durch ein erfolgreiches Marketing.

Die in Zefa Visual Media umbenannte Agentur überzeugte die alten und viele neue Kunden. Innovative Ideen brachten diese Bildagentur an die Spitze. Hochwertigere Stockfotografie als die der Wettbewerber wurde jetzt produziert. Die Fotografen wurden aufgefordert neue Motive zu kreieren, Fotos anders zu gestalten: Bilderwelten zu schaffen, die sich vom Mainstream unterscheiden, die überraschend sind, rätselhaft und Erstaunen hervorrufen. Es lohnt ein Blick auf die Site von Corbis, um sich ein Bild davon zu machen – Sucheingabe: Symbole Zefa.

Denn 2004 erwarb Corbis das Unternehmen für 56 Millionen Euro. Fey, der 51 % des Unternehmens besaß verdiente damit 28 Millionen Euro und konnte seinen Einsatz mehr als verdreifachen.

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6. Januar 2010 0

Der Bildermarkt: Vom inhabergeführten Kleinbetrieb zum Großkonzern

Noch bis Anfang der neunziger Jahre hatten wir es mit Old School zu tun. Die neue Zeit hatte noch nicht begonnen. Es gab keine Datenbanken, kein Internet, keine Websites, keine Online-Bildportale sondern lediglich Diapositive und umfangreiche Archive. Bildpakete der Fotografen und Partneragenturen stapelten sich in den Bildagenturen und warteten auf das Editing. Keine E-Mails, sondern Briefe wurden verschickt.

Benötigte ein Kunde ein bestimmtes Bild, rief er bei der Agentur seiner Wahl an und beschrieb dem Mitarbeiter seine Wünsche. Der suchte im Regal nach den passenden Motiven und verschickte das Ergebnis per Kurier oder per Post. Für diesen Service wurde dem Kunden eine Gebühr berechnet. Das war die Basiseinnahme der Bildagentur, die damit ihre Grundkosten verdiente.

Bilder kann man heute nicht mehr anfassen. Die Liebe zum virtuellen Bild scheint nicht mehr so tie zu ein, wie damals. Eine neue Generation sieht und fühlt, verständlicherweise, anders. Wer noch mit Prints aus dem Fotoladen aufgewachsen ist oder mit Dia-Shows am Samstagabend, kann sich vielleicht schlecht trennen von alten Gefühlen.

Dagegen sehen die Jungen, die Nachfolger das alte Modell vielleicht noch mit Rührung – vintage mag hip sein – doch inzwischen hat sich die Welt verändert und Fotos knipst man ohne Film, prüft die Aufnahmen auf dem kleinen Bildschirm auf der Kamerarückseite, löscht gleich, was nicht gefällt, lädt die Daten auf den Rechner und schaut sich die Bilder an. Das Ganze kann in zwei Minuten passieren. Kein Film, keine Vergrößerung, kein Abzug mehr. Was einem nicht gefällt, wird gelöscht.

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