30. April 2010 0

Wir haben unseren Finger am Puls der gesamten Bild-Community

Stefan Hartmann sprach mit Pam Grossman, Creative Researcher bei Getty Images in Seattle. Stefan Hartmann ist Chefredakteur von PICTORIAL – Art Buyer’s Digest – eines fast ganz neuen und regelmäßig erscheinenden Magazins über die neuesten Entwicklungen in der Bildbranche.

Das folgende Interview stammt aus der aktuellen Ausgabe (3/2010) und wir dürfen das hier veröffentlichen. Vielen Dank an Stefan Hartmann!

Es geht die Fama, dass vor langer Zeit auf einer gemeinsamen Party von Getty- und Corbis-Mitarbeitern – beide Big Player sind ja Nachbarn in Seattle – einmal eine Wahrsagerin engagiert worden sei. Man wollte von der Dame wissen, welche Bilder im nächsten Jahr trendy und en vogue sein würden. Ob die Kristallkugel wirklich geholfen hat, ist leider nicht verbürgt.

Aber der wahre Kern der Geschichte dürfte sein, dass sie eine Ur-Angst von Bildagenturen thematisiert: Denn nichts fürchtet eine Agentur mehr, als den Trend der Zeit zu verschlafen, mit abgehangenen Bildern abgehängt zu werden. Und bei Kunden mit dem Stempel des „ewig gestrigen“ und angestaubten aussortiert zu werden.

Vorbei sind die Zeiten, in denen eine hochwertige Bildproduktion durchaus einige Jahre am Markt bestehen konnte, die Halbwertzeit von Agenturbildern sinkt mehr und mehr – zumindest in den umsatzstarken Genres wie People, Lifestyle, durchaus aber auch bei Travel-, Architektur oder Food-Fotografie.

Neu produzieren ist also angesagt. Aber was? Welche Themen? In welchen Farben? In welchem Stil? Trend-Scouting lautet das Zauberwort, Research-Teams, die Trendforschung betreiben, die weltweit Medien analysieren oder gar Scouts ausschicken, um die neuesten Entwicklungen zu antizipieren. Und das möglichst frühzeitig, denn das organisierte Produzieren von trendy Bildern braucht einfach seine Zeit.

Jasper White (Getty Images) inszeniert den Wirtschafts-Crash in der Mülltonne.

Jasper White (Getty Images) inszeniert den Wirtschafts-Crash in der Mülltonne.

Stefan Hartmann: Trend-Scouting, für Uneingeweihte klingt das ein bisschen nach Lesen im Kaffeesatz. Was tun Sie, wenn die Kristallkugel einmal dunkel bleibt und die Runen versagen?

Pam Grossman: Glücklicherweise haben Trendanalysen nichts mit übersinnlicher Wahrnehmung zu tun – andernfalls hätten wir ein echtes Problem!

Wir bei Getty Images haben eine bessere Methode entwickelt, um herauszufinden, welche Bilder wir für unsere Kunden produzieren sollten. Wir bezeichnen diese Technik als „Hindsight, 20/20, and the Future” („Hinterher ist man immer klüger – und was bringt die Zukunft“), da sie eine echte 360-Grad-Sicht auf die visuelle Landschaft ermöglicht.

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22. November 2009 3

Weitwinkel in action

Wenn man Objektive nicht nach ihren technischen Parametern kaufte, sondern weil es gute Werbebotschaften für sie gibt, lägen Omax Objektive weit vorn.

Offen gestanden ist mir Omax weder als Hersteller noch als Marke oder Vertriebslabel ein Begriff. Klärt mich jemand auf? Die Kampagne jedenfalls ist(war) cool, einfach und doppelsinnig.

omax-Weitwinkel im Einsatz. Für eine Print-Anzeigenkampagne ist diese Motive gemacht – publiziert im Juli 2009.

Omax-Weitwinkel im Einsatz: für eine Print-Anzeigenkampagne – publiziert im Juli 2009.

erst heute via Campaign Brief Asia (+2 weitere Motive)

22. Mai 2009 0

Green Style – neuen Fotokollektion bei Veer

©Veer

©Veer: Photosynthesis

Veer versteht sich als Material-Agentur für Kreative und bietet neben dem klassischen Fotografie-Portfolio auch Illustrationen und Schriften an. Veer ist eine Marke von Corbis und richtet ihr Angebot nicht zuerst an Endkunden, sondern will mit besonderen Bildern Art Direktoren und Gestalter erreichen, die ‘sich von der Norm abheben’.

Jetzt hat Veer eine Kollektion von zweitausend neuen Bildern im ‘grünen Stil’ aufgelegt, Fotografien zum Thema Umwelt. Wie und warum? Sven Kröncke, Director Production Management bei Veer: „Die neuen, spannenden Motive sind durch eingehende Trendanalysen unserer Creativ Research-Abteilung entstanden. Fünfzehn Art Direktoren haben die vielen Facetten zum Thema „Grün“ mit Top-Profifotografen aus Europa und Nordamerika in aktueller Bildsprache umgesetzt.“

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15. Mai 2009 7

DENIC verpasst sich neuen Webauftritt und verhaut die Sache mit den Fotos

Ein besonders glückliches Händchen bei der Auswahl von Bildern hat man bei der DENIC – der zentralen Registrierungsstelle für alle Domains unterhalb der Top Level Domain .de – noch nie gehabt. Der neue Webauftritt allerdings läßt am bildmäßigen Verstand der Frankfurter Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft eG gänzlich zweifeln.

Wir erinnern uns

Viele Jahre warb man bei der DENIC mit einem Fahndungsfoto. Eine Frau schaut ängstlich sentimental zurück. Wohin? Wir wissen es nicht. Und warum dieses Bild an dieser Stelle? Wir hatten aufgehört danach zu fragen. Eine Seite im Netz, ganz auf Funktion, auf die sonst schnörkellose Abfrage von Domainangaben ausgerichtet, zeigt den immer gleichen, eingefrorenen Ausschnitt aus einem Tatort aus den Siebzigern oder Achtzigern. War so!

Das DENIC-Gesicht – bis vor kurzem. Quelle: denic.de

Das DENIC-Gesicht – bis vor kurzem. Quelle: denic.de

Mit dem Relaunch in dieser Woche ist die Seite moderner: ein Dreispalten-Layout mit recht softer, zeitgemäßer Haptik, einigen Hintergrundverläufen, Punktlinien als Trennelemente, das Logo mit Schatten und viel grau und viel türkis und einem großen Feld für Fotografien. Die Besetzung dieser Felder auf Haupt- und Unterseiten ist aber durchweg lieblos, unambitioniert bis fragwürdig – insgesamt ein doller Griff in die Bilder-Tonne.

Noch auf dem Startseiten-Foto erkennt man das Chassi eines Apple-Notebooks, indem ein türkisfarbener Netzwerkstecker steckt. Kann man machen. Ist irgendwie konform. Was gar nicht geht und was man dann auf allen Seiten wiederfinden wird, ein Foto, das derart wichtig ist und auf der Seite soviel Platz einnimmt, derart herunterzurechnen – noch dazu wenn im Bild Text auftaucht. (Den Slogan, der da zu lesen steht, sollen mal die Werbetext-Blogger zerpflücken. Das mach ich jetzt nich.) www.denic.de

Unterm Hauptmenüpunkt Domains schauen wir, ja auf was eigentlich? Ich würde sagen, auf eine weibliche Hand die einen Klingeldraht in eine Telefondose steckt, im Hintergrund ist eine Fussleiste zu sehen. Es handelt sich also um eine Wandtelefondose. Sonst würde ich sagen ist dieses Foto kein deutsches Bild, denn dieses Fabrikat Telefondose, respektive Netzwerkdose gibt’s hier, soweit ich weiß, nicht. Auch hier wieder das Problem mit der JPEG-Komprimierung. Geht so gar nicht.

Schatz, steck mal das Telefon wieder rein ... Quelle: denic.de

Schatz, steck mal das Telefon wieder rein ... Quelle: denic.de

Menüpunkt ENUM trägt eine überschminkte Bürotusse, die einigermaßen angestrengt in ihr Headset lispelt – die Stellung ihrer Lippen jedenfalls scheint diesen Sprachfehler nahe zu legen. Warum dieses Foto? ENUM hat irgendwas mit telefonieren zu tun.

Man kann das auf Grund der JPEG-Artefakte nicht genau erkennen, aber ich glaube dieses Foto ist in keinem Punkt richtig scharf.

Selber geknipst oder runtergeladen?

Bei ‘DENIC FAQs‘ und ‘DENIC im Dialog‘ wird’s richtig peinlich. Zuerst hab ich gedacht, dass haben die selber gemacht. Zwei gestellte Büroszenen, fix mit der Handycam aufgenommen und ab in’s Netz. Eine Recherge ergab dann allerdings, die Bilder sind mitnichten in den Büroräumen der DENIC gemacht, mit eben diesen Bildern werben auch schon andere! Ich hab mal im Folgenden zwei hübsche Beispiele rausgesucht:

Quelle u.a. denic.de

DENIC FAQs und BIG BEN Language Studies mit dem gleichen Foto

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12. Mai 2009 0

Fotografie im Einsatz: Gesichter einer Seite

Bei den neuen Karriere-Seiten der Süddeutschen hat man dieses Genre hinsichtlich der Bildsprache gegen den Strich gebürstet. Nicht diese smarten und jungen, immer auf die gleiche Weise strahlenden Büromenschen-Gesichter, sondern sympathische Charaktere.

Erinnert irgendwie an Robin Williams. Weiß nur nicht welcher Film?

Erinnert irgendwie an Robin Williams. Weiß nur nicht welcher Film?

Schon der Name ‘laufbahner’ deutet auf einen Kulturwechsel hin. Kein ‘Job’ oder ‘Search’ oder ‘Carrer’ sondern das deutsche Wort Laufbahn und dazu authentische, ein bißchen dolle schauspielernde, aber dennoch unverwechselbare Leute. Vielleicht ein Trend? Ist schon denkbar. Die Zeit für Klone scheint vorbei und man entdeckt Alter und Charakter, nicht gleich als Gegenbewegung zum verbreiteten perfekten Gesicht, aber als Versuch, Bilder sprechen zu lassen.

Ich find’s prima. Glückwunsch für diesen Mut zum Bild.

Die Gesichter von Laufbahner

Die Gesichter von Laufbahner

via JOBlog