24. Juni 2010 5

Corbis Bildtrends: Aus der Mitte der Gesellschaft

Über Bildsprache kann man streiten, über Bildinterpretation aber auch. Es gehört zu den Aufgaben großer – nicht nur großer, aber die in erster Linie – Bildagenturen, Trends aufzuspüren und auch gelegentlich Trends zu setzen und für diese Trends die Bilder zu liefern.

© Corbis

Was sehen wir? Junge Menschen, die spielen das sie alt sind ... © Corbis

Jetzt hat die Bildagentur Corbis, derzeit die Nummer zwei unter den großen Bildagenturen, ihren Trend in Richtung Bildeinkäufer ausgesandt – und das ist auch als Signal an Fotografen zu verstehen, sich diesem Thema stärker zu widmen.

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30. April 2010 0

Wir haben unseren Finger am Puls der gesamten Bild-Community

Stefan Hartmann sprach mit Pam Grossman, Creative Researcher bei Getty Images in Seattle. Stefan Hartmann ist Chefredakteur von PICTORIAL – Art Buyer’s Digest – eines fast ganz neuen und regelmäßig erscheinenden Magazins über die neuesten Entwicklungen in der Bildbranche.

Das folgende Interview stammt aus der aktuellen Ausgabe (3/2010) und wir dürfen das hier veröffentlichen. Vielen Dank an Stefan Hartmann!

Es geht die Fama, dass vor langer Zeit auf einer gemeinsamen Party von Getty- und Corbis-Mitarbeitern – beide Big Player sind ja Nachbarn in Seattle – einmal eine Wahrsagerin engagiert worden sei. Man wollte von der Dame wissen, welche Bilder im nächsten Jahr trendy und en vogue sein würden. Ob die Kristallkugel wirklich geholfen hat, ist leider nicht verbürgt.

Aber der wahre Kern der Geschichte dürfte sein, dass sie eine Ur-Angst von Bildagenturen thematisiert: Denn nichts fürchtet eine Agentur mehr, als den Trend der Zeit zu verschlafen, mit abgehangenen Bildern abgehängt zu werden. Und bei Kunden mit dem Stempel des „ewig gestrigen“ und angestaubten aussortiert zu werden.

Vorbei sind die Zeiten, in denen eine hochwertige Bildproduktion durchaus einige Jahre am Markt bestehen konnte, die Halbwertzeit von Agenturbildern sinkt mehr und mehr – zumindest in den umsatzstarken Genres wie People, Lifestyle, durchaus aber auch bei Travel-, Architektur oder Food-Fotografie.

Neu produzieren ist also angesagt. Aber was? Welche Themen? In welchen Farben? In welchem Stil? Trend-Scouting lautet das Zauberwort, Research-Teams, die Trendforschung betreiben, die weltweit Medien analysieren oder gar Scouts ausschicken, um die neuesten Entwicklungen zu antizipieren. Und das möglichst frühzeitig, denn das organisierte Produzieren von trendy Bildern braucht einfach seine Zeit.

Jasper White (Getty Images) inszeniert den Wirtschafts-Crash in der Mülltonne.

Jasper White (Getty Images) inszeniert den Wirtschafts-Crash in der Mülltonne.

Stefan Hartmann: Trend-Scouting, für Uneingeweihte klingt das ein bisschen nach Lesen im Kaffeesatz. Was tun Sie, wenn die Kristallkugel einmal dunkel bleibt und die Runen versagen?

Pam Grossman: Glücklicherweise haben Trendanalysen nichts mit übersinnlicher Wahrnehmung zu tun – andernfalls hätten wir ein echtes Problem!

Wir bei Getty Images haben eine bessere Methode entwickelt, um herauszufinden, welche Bilder wir für unsere Kunden produzieren sollten. Wir bezeichnen diese Technik als „Hindsight, 20/20, and the Future” („Hinterher ist man immer klüger – und was bringt die Zukunft“), da sie eine echte 360-Grad-Sicht auf die visuelle Landschaft ermöglicht.

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22. März 2010 5

Immer weniger Platz für mehrseitige Fotogeschichten. Und dennoch …

Fotografie kann Geschichten über Menschen erzählen. Manchmal vergesse ich das. Manchmal gerät das überhaupt in Vergessenheit, angesichts kaum noch beherrschbarer Bilderfluten, allzu leicht gewordener Inszenierung und technischer Perfektion …

Da hilft ein Blick auf’s Portfolio von Gruppe28einer Fotografenagentur aus Hamburg – die sich zum Ziel gesetzt hat fotografische Individualität und eine eigenständige Bildsprache und vor allem Geschichten herauszustellen.

Ich habe mit Silvia Schwack-Schmitz über das Selbstverständnis von Gruppe28, über die schwierige Lage bei den Magazinen und mögliche Auswege über den Umgang mit dem fotografischen Nachwuchs und ihre Liebe zu Hamburg gesprochen.

© Walter Schmitz/Gruppe28

Ikea Store in Peking: Studenten Wang und Oulei sitzen zur Probe auf einem Bett. - 2003 © Walter Schmitz/Gruppe28

Marko Radloff/Bildwerk3: Seit wann gibt es Gruppe28 und was war der Auslöser, sich zusammen zu tun?
Silvia Schwack-Schmitz/Gruppe28: Die Gründung der Gruppe28 liegt im Herbst 2007 – online gibt es uns seit April 2008. Unser Ziel war es, eine Agentur ins Leben zu rufen die sich von den großen Massenagenturen abhebt.

Wir verstehen Fotografie nicht in erster Linie als ein beliebig austauschbares Produkt und Fotografen nicht als namenloses Herdenvieh sondern suchen hinsichtlich Bildsprache und Thematik nach Individualität und Charakter. Was es nicht unbedingt einfacher macht aber uns Spaß bringt und den wollen wir unbedingt in unserer Arbeit haben, sonst würden wir was anderes tun … ;-)

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25. Februar 2010 0

Bildagentur Polylooks kooperiert mit dem Upload-Dienst iSyndica

Polylooks, die Bildagentur der Deutschen Telekom, kooperiert ab sofort mit iSyndica. Dieser web-basierte Dienst ermöglicht Fotografen den zentralen Upload ihres Bildmaterials und übernimmt die Distribution der Bilder an eine Reihe namhafter Agenturen. Damit können die Nutzer von iSyndica ihr Bildmaterial nun auch über Polylooks vertreiben, da die Uploads automatisch in dessen Portfolio erscheinen. Mit dieser Kooperation verstärkt Polylooks die Ansprache von Fotografen insbesondere im europäischen Ausland und unterstützt den weiteren Ausbau des Portfolios hochwertiger Stock-Fotografie.

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18. Januar 2010 1

“Wir hatten frühzeitig bemerkt, dass eine neue Ära anbrach” – Interview mit Erwin Fey

Nachdem hier in den letzten Tagen viel und kenntnisreich zur Geschichte der Bildagenturen zu lesen war – heute zum Abschluss dieser Artikelreihe ein Interview mit dem Unternehmer und Kenner der Bildbranche Erwin Fey.

Wer die Beiträge von Klaus Plaumann aufmerksam gelesen hat, für den ist Fey kein Unbekannter. Erwin Fey hat als einer der ersten in Deutschland für diesen Markt auf Digitalisierung gesetzt.

Heute ist Erwin Fey Geschäftsführer und Inhaber der Fey Mediaverlagsgesellschaft, in der im letzten Jahr ein opulenter Band mit Fundstücken aus dem Bettmann-Archiv erschienen ist: Schatzkammer der Fotografie. Alle Abbildungen im Beitrag sind aus diesem Band.

Die britische Rock-'n'-Roll-Band THE BEATLES bei einem Segeltrip. Auch dieses Foto befindet sich im großen Bettmann-Archiv. © Max Maxen

Die britische Rock-'n'-Roll-Band THE BEATLES bei einem Segeltrip. Auch dieses Foto befindet sich im großen Bettmann-Archiv. © Max Maxen

Bildwerk3/Marko Radloff: Sie haben 1995 die Düsseldorfer Bildagentur ZEFA (Zentrale Farbbild-Agentur) – ein damals betagter Laden – als geschäftsführender Inhaber übernommen und daraus in weniger als zehn Jahren die größte Agentur Europas gemacht – die drittgrößte weltweit. War die Zeit günstig oder waren Sie einfach der Richtige am richtigen Platz?
Erwin Fey: Der Erfolg der zefa ist eine Mischung aus Teamwork, dem richtigen Zeitpunkt, großartigen Mitarbeitern und dem starken Willen, aus einem eher behäbigen Archiv einen kreativen Vorreiter zu machen. Der Imagewandel wurde geschafft.

Zwischen 1995 und 2004 – dem Jahr, in dem Sie die in Zefa Visual Media umbenannte Agentur verkauften – hat sich der Bildermarkt durch die Digitalisierung radikal verändert. Haben Sie sich in dieser Zeit eher als Getriebener oder doch als Treibender gesehen?
Erwin Fey: Eindeutig als Treibender. Wir haben bereits die Digitalisierung stark vorangetrieben, als viele noch nicht daran dachten. Dank der digitalen Verfügbarkeit der Bestände wuchsen die Verkaufszahlen stetig an. Wir hatten frühzeitig bemerkt, dass eine neue Ära anbrach, die das gesamte Geschäft revolutioniert hat. Es ist ja immer so: Wer nicht auf den fahrenden Zug aufspringt, gerät ins Hintertreffen.

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13. Januar 2010 2

Auch Microstock bleibt nicht, was es zu Anfang war

Noch einmal zur Orientierung: in der Bildbranche sind drei Angebotsformen bestimmend: das klassische Rights Management (RM – hier erwirbt der Verwerter einzelne Nutzungsrechte), Royalty Free (RF – ein Verwerter zahlt einmalig für sämtliche Nutzungen) und Microstock (MS = RF zu besonders günstigen Preisen).

Am Anfang der neuen Bilderquelle Microstock standen die Grafiker, denen die Bilder, die sie für ihre Kunden kaufen mussten, zu teuer waren. Sie schufen ihre eigenen Fotos und Illustrationen und tauschten diese Motive untereinander in Communities aus. Weitere Amateur-Fotografen kamen hinzu, was die Menge der Fotos stark vergrößerte.

Nach und nach folgten ein härteres Editing und eine bessere Qualitätskontrolle, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Mit anderen Worten – auch Microstock bleibt nicht, was es zu Anfang war, auch hier sind die Veränderungen längst sichtbar. Aber wo geht das hin? Und wo endet es?

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12. Januar 2010 0

plainpicture übernimmt Deepol

Meine beiden Lieblingsagenturen gehen endgültig zusammen. Eine Meldung, auf die ich tatsächlich gewartet habe:

Nachdem plainpicture die Kollektion Deepol bereits seit fünf Jahren repräsentiert, führt die Hamburger Agentur die Geschäfte von Deepol nun in eigener Regie weiter.

Die Übernahme scheint nicht nur eine sinnvolle Konsequenz der langjährigen Partnerschaft, sondern ergänzt das plainpicture Portfolio um eine konzeptionsstarke, progressive Kollektion. So wird die klare Ausrichtung von plainpicture auf neue, eigenständige Fotografie jenseits des gängigen Mainstreams noch stärker ausgebaut.

Deepol wird auf der plainpicture-website als eigene Marke bestehen bleiben und zukünftig weiter entwickelt. plainpicture positioniert sich mit dem Zukauf von Deepol noch stärker im High-End Bereich und setzt auch weiterhin auf Exklusivität und die Relevanz von ambitionierter, anspruchsvoller Fotografie.

Gefunden und gebunden: plainpicture und Deepol gehen zusammen © plainpicture/Deepol

Gefunden und gebunden: plainpicture und Deepol gehen zusammen © plainpicture/Deepol