Fotografieren ohne Kodaks Kodachrome
Diafilme sind schon seit einiger Zeit Nischenprodukte – und Kodachrome noch dazu besondere. Jetzt hat Kodak beschlossen die Produktion seiner Kodachrome in diesem Jahr einzustellen – das Ende einer 74-jährigen Farbfilmgeschichte.
Dieses Ende kommt nicht plötzlich. Schon seit einiger Zeit – spätestens seitdem auch in Laboren digital gearbeitet wird – ist die Bedeutung von Diafilmen überhaupt zurückgegangen. Sie haben gegenüber Farbnegativfilmen die wesentlich schlechteren Scaneigenschaften und sind immer etwas teurer als herkömmliche Filme. Kodachrome wurden zuletzt nur noch in einem einzigen Labor weltweit entwickelt.
Die entscheidenden Aspekte für den Bedeutungsverlust liegen aber wohl im Wegfall zweier ganz wichtiger Anwendungsbereiche: die private Diashow und die kommerzielle Fotografie, Stichwort Katalogproduktion etc.
Es war einmal – der Dia-Workflow
Ich hab’s noch erlebt: das man nach einem Urlaub mit Freunden zusammensaß, Bierchen auf, Chips auf’n Tisch, Licht aus, Diaprojektor an. Im Halbdunkel des Zimmers, das Klacken der Maschine, wenn ein neues Dia aus dem Magazin in den Projektor geschoben wurde. An der Wand die farbigen Eindrücke aus fernen Ländern. Dabei wurde ganz selbstverständlich geraucht und manchmal auch geschlafen oder mindestens weggenickt, wenn zum x-ten Mal der Sonnenuntergang kam.
Heute steht bei solchen Gelegenheiten ein Notebook in der Ecke, das die Bilder in langsamer Folge und geräuschlos austauscht. Geraucht wird ganz selbstverständlich auf dem Balkon. Nur nebenbei kommt der Hinweis des Gastgebers: “Ach übrigens dort hinten laufen heute Abend unsere Urlaubsbilder. Wenn ihr wollt …”
Auch im kommerziellen Bereich werden Diafilme heute kaum oder gar nicht mehr verwendet. Hab ich auch noch erlebt: die Produktion eines Versandhauskatalogs mit Diamaterial! Was heute auf Grund der Kosten und des Aufwandes kaum vorstellbar scheint, war damals ganz normal. Im Hintergrund haben Assistenten Kameras mit Filmen beladen, während der Fotograf seine Aufnahmen gemacht hat und sobald der Film voll war, eine andere Kamera bekam. Danach wurde entwickelt und später am Leuchttisch sortiert.
Oder anderes Beispiel: Jahrelang sind Foto-Reporter mit Diafilmen durch die Welt gezogen und haben ihr Material gerahmt, mit Edding beschriftet bei den Redaktionen abgeliefert.
Alles schon seit einiger Zeit Geschichte. Und jetzt kommt das endgültige Aus für die Kodachrome. Möchte noch jemand etwas sagen?

Die Alternative – von Kodak selbst empfohlen: der Kodak Ektar 100 – ein Farbnegativfilm. Hab den Film im letzten Urlaub ausprobiert. Hier ein Ergebnis.






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