Kriegsfotograf Christoph Bangert: Bagdad ist ein hinterhältiger Ort

Christoph Bangert macht Bilder vom Krieg. Einige dieser Bilder schaffen es nicht, veröffentlicht zu werden, weil sie den Horror des Krieges ungefiltert zeigen. Aus diesen Bildern hat Bangert ein Buch gemacht.

War Porn zählt wahrscheinlich zu den meistverkauften Bildbänden des Jahres. Ein zweifelhafter Ruhm. Ich habe mit Christoph Bangert gesprochen.

War Porn © Christoph Bangert

War Porn © Christoph Bangert

 
Wie sind Sie als Fotograf so ein Draufgänger geworden?
Ich bin kein Draufgänger. Ehrlich. Ich kämpfe ständig gegen diesen Mythos des wilden, heldenhaften Kriegsfotografen an.

Meine tatsächliche Arbeit ist viel komplizierter und vielschichtiger und hat mit diesen Klischees glücklicherweise nicht viel zu tun. Meine erste Reise in ein Krisengebiet habe ich einem dreiwöchigen Studentenaustausch in Jerusalem zu verdanken. Dort habe ich gemerkt dass ich mich für politische Ereignisse und Konflikte nicht nur interessiere, sondern diese auch dokumentieren will.

Riskieren Sie regelmäßig ihr Leben wenn Sie als Kriegsfotograf unterwegs sind?
Ja, manchmal. Aber darüber rede ich nicht gerne. Das lenkt alles nur ab. Denn was wirklich wichtig ist, das sind die Bilder. Alles andere ist zweitrangig.

Dazu kommt, dass die größten Risiken von den einheimischen Fotografen und Journalisten der Länder die ich bereise eingegangen werden. Wir Ausländer verbringen weniger Zeit vor Ort und haben zudem den Luxus nach Hause in den Frieden fahren zu können. Das können unsere afghanischen, irakischen und palästinensischen Kollegen nicht.

Wenn es in diesem eigenartigen Geschäft Helden gibt, dann sind es genau diese Leute.

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Beton, Modell und wenig Auto: David Maurer fotografiert den BMW 3er Touring

BMW 3 TOURING © David Maurer

BMW 3 TOURING © David Maurer

Ungewöhnlich ist diese Auto-Serie in vielerlei Hinsicht: monochrom, von dreizehn Motiven zeigen nur 4 ein Auto, der Held der Kampagne ist eine Mischung aus Schwarzwald und Großstadt.

Ich habe mit David Maurer über die Entstehung der Bildstrecke gesprochen und auch herausbekommen wie viele Einzelaufnahmen für dreizehn Motive erforderlich waren.

Marko Radloff: Die monochrome Bildstrecke für den BMW 3er Touring ist ungewöhnlich anders. Hatten Sie Spaß an diesem Projekt?
David Maurer: Natürlich! Besonders, wenn es sich um eine so aussergewöhnliche Location handelt.

 

Ein Auto, das es in vielen Farben gibt, ausschließlich mit Schwarz-Weiß-Fotografien bewerben ist nicht alltäglich. Wer hatte den Mut zu dieser Lösung? Gab es Überlegungen, die Strecke auch in Farbe zu bringen?
Die Überlegungen gab es im Vorfeld. Aber nur kurz. Es war recht schnell klar, dass ich hier in Schwarz-Weiß arbeiten möchte.

Die Bilder leben von hartem Licht und Schattenspiel und werden dadurch sehr grafisch. Die Reduktion auf Formen und Konturen verstärkt diesen Effekt.

13 Motive und nur auf 4 Motiven ist das Auto zu sehen – auf einem Motiv weder Auto noch Modell. Stand das Storyboard, bevor Sie die Kamera in die Hand nahmen? Gibt es Motive, die aus der Situation entstanden?
Für diese Bildstrecke gab es keine fixen Layouts. Mir war klar, dass ich mit dem steil von oben einfallenden Licht arbeiten und das Auto genau in die Licht-Schatten Übergänge stellen möchte. Alles andere entstand spontan vor Ort.

Die Bilder erzählen eine Geschichte. Welche?
Mir war wichtig, hier keine Geschichte durchzuerzählen. Sondern Motive zu fotografieren, die dafür sorgen, im Kopf des Betrachters eine eigene Geschichte anzustoßen.

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Einsame Frauen in Hotelzimmern. Fred Hüning fotografierte im »Bogota«

Hotel zur Einsamkeit © Fred Hüning

Hotel zur Einsamkeit © Fred Hüning

Vom Beziehungsende erzählen die Fotografien von Fred Hüning. Zwanzig junge Frauen haben Hüning als Verlassene in den Zimmern des »Hotel Bogota« Modell gestanden.

Liebe und Liebeskummer, Verlust und Vergänglichkeit sind Fred Hünings Themen, intim und persönlich sind seine Bilder. Die Arbeit Hotel zur Einsamkeit entstand 2013 im Berliner Künstlerhotel Bogota.

Die Fotografien waren nicht geplant, sie ergaben sich aus der jeweiligen Raumsituation. Am Anfang wusste Fred Hüning nicht, in welchem Zimmer er fotografieren wird. Er und das Modell waren wie Gäste, die nicht wissen, wie das Zimmer aussehen wird.

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Gleißend und leer: Daniel Müller Jansen fotografiert Gated Communities in Südafrika

Overexposed #1 © Daniel Müller Jansen

Overexposed #1 © Daniel Müller Jansen

Daniel Müller Jansens Fotoserie Overexposed zeigt Gated Communities in Südafrika. Gated Communities sind für die wohlhabende Bevölkerung Südafrikas der käufliche Traum einer sicheren und perfekten Lebenswelt.

Die einheitliche Lichtstimmung illustriert für Müller Jansen die Idee gemeinsamer Verheißungen und Wünsche und wird damit zur Gegendarstellung von sozialer Wirklichkeit in Südafrika.

“Architekturen sind wie die Verpackung einer Gesellschaft. Je mehr der Versuch unternommen wird, seinen Wohlstand hinter hohen Mauern zu verstecken und zu schützen, desto augenscheinlicher werden die Kräfte und Bedürfnisse, die zu eben diesen Mauern führten.” Daniel Müller Jansen

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Krieg schonungslos. Christoph Bangert: War Porn

War Porn © Christoph Bangert

War Porn © Christoph Bangert

Christoph Bangert arbeitet für internationale Medien als Fotograf in Krisengebieten. In War Porn versammelt er Fotografien der letzten zehn Jahre aus Afghanistan, Irak, Indonesien, Libanon und Gaza.

Einige Doppelseiten im Buch sind unbeschnitten, also geschlossen. Der Leser kann sie entlang einer Perforation öffnen und so selbst entscheiden, wie viele der Bilder er sehen möchte, wie viele er ertragen kann.

“Ein rohes, intensives und schockierendes Buch über den Krieg.”

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War Porn © Christoph Bangert

War Porn © Christoph Bangert

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Fotoreporter werden: Hochschule, frühe Praxis und eine eigene Handschrift

Angemessene Vergütung sei auch im Geschäft mit Bildern das langfristig wichtigere Gut. So Peter Bitzer, Geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Bildagentur laif.

laif zählt zu Deutschlands führenden Unternehmen für Bildjournalismus, Magazin- und Reisefotografie. Wie wird man Reise- und Reportagefotograf? Darüber und wo zukünftige Chancen für laif-Fotografen liegen habe ich mit Peter Bitzer gesprochen.

Webseite laif – www.laif.de

Webseite laif – www.laif.de

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laif – als Fotografenbüro 1981 gegründet, wurde 1993 in laif Agentur für Photos & Reportagen umgewandelt. laif vertritt rund 400 Fotografen. Sie sind seit 1993 Chef. Was haben Sie richtig gemacht?
Ich glaube, das Wichtigste war und ist unsere bewusste Mischung aus hoher Qualität und ausreichender Quantität im Bildangebot, gepaart mit Spaß an gutem Service und aktiver Kommunikation, sowohl unseren Fotografinnen und Fotografen und Partneragenturen als auch unseren Bildabnehmern gegenüber. Und unser Herzblut und unser Know-how für Fotografie natürlich.

Wie macht sich der Preisdruck im Bild-Business bemerkbar?
Es wird mit den sinkenden Preisen immer anstrengender den eben genannten, ja auch von den Kunden gewünschten Ansprüchen gerecht zu werden. Die Bildredaktionen brauchen ja heute eher mehr als weniger Unterstützung von uns.

Dem bei den heutigen Preisen zu entsprechen – von der möglichen Qualität bei der Produktion der Fotografie bis zum bildredaktionellen Service – wird zum immer größeren Kraftakt, bei oft nicht mehr angemessener Entlohnung.

Gibt es beim Verkauf von Reportagen oder Einzelaufnahmen an Zeitungen und Zeitschriften eigentlich einen Verhandlungsspielraum? Oder halten Sie sich strickt an die Vorgaben der MFM?
Ausgangspunkt ist immer die MFM-Liste. Aber natürlich gibt es mehr Spielräume und Rabatte bei Kunden, mit denen wir regelmäßig und im großen Stil zusammenarbeiten, als bei temporären Einzelkunden.

Wer als Fotograf zu laif möchte, was sollte er oder sie können?
Er oder sie sollte zu unseren inhaltlichen Schwerpunkten passen oder sie ergänzen, ohne eine Kopie dessen zu sein, was wir schon ausreichend haben.

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