Fotoreporter werden: Hochschule, frühe Praxis und eine eigene Handschrift

Angemessene Vergütung sei auch im Geschäft mit Bildern das langfristig wichtigere Gut. So Peter Bitzer, Geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Bildagentur laif.

laif zählt zu Deutschlands führenden Unternehmen für Bildjournalismus, Magazin- und Reisefotografie. Wie wird man Reise- und Reportagefotograf? Darüber und wo zukünftige Chancen für laif-Fotografen liegen habe ich mit Peter Bitzer gesprochen.

Webseite laif – www.laif.de

Webseite laif – www.laif.de

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laif – als Fotografenbüro 1981 gegründet, wurde 1993 in laif Agentur für Photos & Reportagen umgewandelt. laif vertritt rund 400 Fotografen. Sie sind seit 1993 Chef. Was haben Sie richtig gemacht?
Ich glaube, das Wichtigste war und ist unsere bewusste Mischung aus hoher Qualität und ausreichender Quantität im Bildangebot, gepaart mit Spaß an gutem Service und aktiver Kommunikation, sowohl unseren Fotografinnen und Fotografen und Partneragenturen als auch unseren Bildabnehmern gegenüber. Und unser Herzblut und unser Know-how für Fotografie natürlich.

Wie macht sich der Preisdruck im Bild-Business bemerkbar?
Es wird mit den sinkenden Preisen immer anstrengender den eben genannten, ja auch von den Kunden gewünschten Ansprüchen gerecht zu werden. Die Bildredaktionen brauchen ja heute eher mehr als weniger Unterstützung von uns.

Dem bei den heutigen Preisen zu entsprechen – von der möglichen Qualität bei der Produktion der Fotografie bis zum bildredaktionellen Service – wird zum immer größeren Kraftakt, bei oft nicht mehr angemessener Entlohnung.

Gibt es beim Verkauf von Reportagen oder Einzelaufnahmen an Zeitungen und Zeitschriften eigentlich einen Verhandlungsspielraum? Oder halten Sie sich strickt an die Vorgaben der MFM?
Ausgangspunkt ist immer die MFM-Liste. Aber natürlich gibt es mehr Spielräume und Rabatte bei Kunden, mit denen wir regelmäßig und im großen Stil zusammenarbeiten, als bei temporären Einzelkunden.

Wer als Fotograf zu laif möchte, was sollte er oder sie können?
Er oder sie sollte zu unseren inhaltlichen Schwerpunkten passen oder sie ergänzen, ohne eine Kopie dessen zu sein, was wir schon ausreichend haben.

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Verworrene Wege: Thomas Kalak fotografiert Strippen in Bangkok

Bangkok Cable Ways © Thomas Kalak

Bangkok Cable Ways © Thomas Kalak

Drähte und Kabel durchziehen die Stadt von Mast zu Mast. Neue Kabel kommen hinzu. Jeder scheint sein eigenes Kabel zu verlegen. Alte Kabel werden nicht entfernt. Thomas Kalak hat in Bangkok Cable Ways diese fremden Zustände in Bildern dokumentiert.

“Kalaks Fotografien bieten das erschreckende und zugleich faszinierende Bild eines Systems, das sich ohne jede Rücksichtnahme auf den Lebensraum des einzelnen Menschen selbstständig gemacht zu haben scheint und unbeeinflussbar die Energieflüsse lenkt, die die Stadt am Leben halten.” (Rasmus Kleine)

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Auf der Suche nach architektonischen Brüchen. René Spalek fotografiert Offenbach Tilt-Shift

Stadt, Land . . . Haus © René Spalek

Stadt, Land . . . Haus © René Spalek

In seiner Serie Stadt, Land . . . Haus fotografiert René Spalek Architektur und urbane Räume in Offenbach.

Spaleks Augenmerk liegt auf städtischen Plätzen, Grünanlagen, Häuseransichten, Brachflächen, Baulücken, Verdichtungen, und Verkehrsräumen. Dabei sucht er nach architektonischen Brüchen und zeitgeschichtlichen Fragmenten.

René Spalek: “Die fotografierten Bilder konzentrieren sich nicht auf die konkrete Darstellung sondern erfahren mittels fotografischer Technik eine Transformation ins verspielt Imaginäre und stehen zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Wirkung ist kulissenhaft.”

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Radrennen schwierig, zeitaufwändig und teuer fotografieren. Philipp Hympendahl belichtet Rollfilm.

Amstel Gold Race 2013 © Philipp Hympendahl

Amstel Gold Race 2013 © Philipp Hympendahl

Mit einer alten Panorama-Kamera fotografiert Philipp Hympendahl bei Radrennen. Nicht genug damit belichtet er seine Aufnahmen auch noch auf Rollfilm: nach dem Fotografieren erst entwickeln, scannen und dann erst bearbeiten. Und schon bei der Wahl des Motivs viel nachhaltiger auslösen: nach ein paar Aufnahmen muss der Film ja gewechselt werden.

Philipp Hympendahl bezeichnet seine Arbeit selbst als schwierig, zeitaufwändig und teuer. Die Bilder entwickeln eine besondere Atmosphäre: sie spielen mit einer altmodischen Farbigkeit und die Langsamkeit des Fotografen, scheint die Dynamik des Rennens zu steigern.

Philipp Hympendahl mit seiner Mittelformat-Panorama-Kamera

Philipp Hympendahl mit seiner Mittelformat-Panorama-Kamera

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Warum auf ein Festival? Lumix Festival für jungen Fotojournalismus. Interview mit Professor Rolf Nobel

Wenn vom 18. bis 22. Juni 2014 zum vierten Mal das Lumix Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover stattfindet, wird die ehemalige Expo Plaza wieder Treffpunkt für Fotojournalisten, Blattmacher und Bildredakteure aus aller Welt. Doch nicht nur das Fachpublikum kommt – die Mehrzahl der Besucher sind Interessierte, die einfach gute Geschichten sehen wollen.

Denn dass die immer wieder beschworene Krise des Fotojournalismus in Wirklichkeit eine von den Verantwortlichen in den Redaktionen und Verlagen selbstgemachte Krise ist, beweisen die Besucherzahlen des weltweit wichtigsten Festivals für jungen Fotojournalismus.

Ein Interview mit Festivalmacher Rolf Nobel

Wozu braucht man im Internet-Zeitalter noch ein Fotofestival, zu dem man anreisen muss?
Natürlich könnte man viele der beim Lumix Festival gezeigten Arbeiten auch im Internet finden. Dazu müsste man aber wissen, was man wo suchen muss, eine äußerst mühsame und zeitraubende Angelegenheit. Beim Lumix Festival hat ein fachkundiges Kuratorenteam aus über 1.100 Reportagen eine Auswahl herausragender Arbeiten zusammengestellt.

Etwa zwei Drittel der Fotografen dieser 60 Reportagen kann man beim Festival treffen. Man kann Fragen zu den Arbeiten stellen und mit den Fotografinnen und Fotografen darüber diskutieren. Überhaupt ist ein solches Festival ein hervorragender Meetingpoint zwischen Bildermachern, Bildredakteuren, Kuratoren, Fachjournalisten und dem Publikum. Das ist im Internet in so persönlicher und direkter Form nicht möglich.

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