Was geht ab auf dem Bildermarkt?

Der Schwerpunkt in dieser Woche: Geschichte der Bildagenturen. Es wird eine Reihe bestehend aus vier Beiträgen geben, in denen Matthias Bruhn von der Humboldt-Universität Berlin die Geschichte der Bildagenturen aus wissenschaftlicher Sicht beschreibt. Grundlage für den Text ist ein Vortrag, den Bruhn auf der PICTA 2008 in Hamburg gehalten hat.

Ich habe Klaus Plaumann, Vorstandsmitglied des BVPA und Marketingleitung bei Picture Press gewinnen können, für die Reihe ein Editorial zu verfassen. Sein Thema: der Bildermarkt.

Was geht ab auf dem Bildermarkt?

Klaus Plaumann: Was geht ab auf dem Bildermarkt?

Amerikanische Agenturen etablieren sich auf dem deutschen Markt, bieten neue Produkte an und verdrängen deutsche Bildanbieter durch günstige Angebote vom Markt.

Nein, nicht Corbis und Getty sind damit gemeint, die den deutschen Markt in den vergangenen Jahren aufgewühlt haben. Hier ist die Rede von den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als die deutsche Pressefotografie durch US-Firmen, die sich hierzulande etablierten, in Bedrängnis gebracht wurde.

Heute stehen wir vor einer neuen Herausforderung. Der Bildermarkt ist übersättigt, allein der britische Agenturverband BAPLA, mit 450 Mitgliedsagenturen, bietet insgesamt einen Bestand von 300 Millionen Fotos an. Schätzungsweise werden pro Jahr weltweit 5 Millionen Bilder lizensiert. Microstock ist dabei noch nicht eingerechnet.

Erst war war es Royalty Free, das die Gemüter der etablierten Agenturen in Wallung brachte, heute sind es 1 €-Motive und Videoschnipsel, die Ängste erzeugen, anstatt die Herausforderung anzunehmen und zu überlegen, ob das eigene Geschäftsmodell so weiterlaufen soll wie immer- oder ob es geändert und den Zeitströmen angepasst werden kann.

Denn das Rad dreht sich weiter. Gary Shenk, der Corbis-Chef, schätzte die Veränderungen auch für seine Firma als Herausforderung ein. In 5 Jahren, so seine Prognose, werden Amateurbilder, sog. User generated Content (USG), 25 % Marktanteil erreichen. Diese Motive findet man auf den Seiten der Microstock-Anbieter, die extrem wachsen. Auch bei den Großanbietern sinken die Ergebnisse. Getty wurde gerade an die Finanzinvestoren Hellman & Friedman verkauft. Warum wohl? So viel Geld wie früher ist mit Bildern nicht mehr zu machen.

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Die Bildagenturen im BVPA

Der Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive e.V. ist die Interessenvertretung der Pressebildagenturen und Bildarchive in Deutschland. Seit 1977 gibt es unter dem Dach des BVPA den Arbeitskreis ‘Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing’, der einmal im Jahr wichtige Preisempfehlungen herausgibt, in der die Erfahrungen und Trends der am Markt üblichen Bildhonorare in den verschiedenen Medien und Bildnutzungsbereichen zusammengetragen werden.

Die Mitgliederagenturen verpflichten sich, den Ehrenkodex des BVPA für einen fairen Handel mit Bildrechten anzuerkennen, in dem es unter anderem heißt, dass Urheberrechte zu achten und Verträge nur so zu formulieren sind, dass keiner der Vertragspartner benachteiligt wird.

Wir haben im Rahmen unserer Spezialreihe zur Geschichte der Bildagenturen einmal die Mitglieder des BVPA in diesem Beitrag aufgeführt und verlinkt:

- die Bildagenturen im BVPA – Stand 2008

action press www.actionpress.de
akg-images www.akg-images.com
AP-Images www.apimages.com
archenova www.archenova.de
Architektur-Bilderservice www.architektur-bilderservice.de
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archivberlin www.archivberlin.de
Arco Images www.arco-images.com
argus Fotoarchiv www.argus-foto.de
Artothek www.artothek.de
artur Architekturbilder www.arturimages.com
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Astrofoto www.astrofoto.de
Berlin Picture Gate – BPG www.berlin-picture-gate.de
Bildagentur Hamburg www.bildagentur-hamburg.de
Bildagentur Superbild Berlin www.superbild.de
Bildarchiv Bayerische StaatsBibliothek www.bsb-muenchen.de
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Bildarchiv Foto Marburg www.fotomarburg.de
Bildarchiv Monheim www.bildarchiv-monheim.de
Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz www.bpk-images.de
Bilderberg www.bilderberg.de
Bischoff, Peter – Show- u. Reise-Reportagen www.peter-bischoff.de
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blickwinkel nature meets people www.blickwinkel.de
BlueBox www.pictures.de
Bridgeman www.bridgemanart.com
Bulls Press www.bullspress.de
Bundesbildstelle www.bundesregierung.de
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BVBK-Fotoarchiv www.bvbk.de
Cinetext Bild+Text-Archiv www.cinetext.de
Content Mine International Foto und Film www.contentmine.de
DEEPOL www.deepol.com
Deike Press www.deike-online.de
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dfd Deutscher Fotodienst www.defd.de
Deutsches Historisches Museum – Bildarchiv www.dhm.de
doc-stock www.doc-stock.com
dpa www.picture-alliance.com
Evangelischer Pressedienst www.epd-bild.de
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face to face Bildagentur www.facetoface.de
f1 online www.f1online.de
FIRE Foto www.fire-foto.com
Flora Press Bildagentur www.flora-press.de
Food Centrale Hamburg www.foodcentrale.com
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Geotop-Bildarchiv www.geotop-bildarchiv.de
Huber Bildagentur www.huber-images.de
images.de digitales Bildarchiv www.images.de
Image Source www.imagesource.de
Interfoto Pressebild Agentur www.interfoto.de
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Irisblende www.irisblende.de
Jahreszeiten-Verlag Syndication www.jalag-syndication.de
jump fotoagentur www.jumpfoto.de
Juniors Bildarchiv www.juniors-tierbild.de
Katholische Nachrichten-Agentur www.kna-bild.de
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Keystone Pressedienst www.keypix.de
K&K Ulf Krüger (Musik-Bildarchiv) www.center-of-beat.com
Kleinert bildarchiv.kleinert.de
laif www.laif.de
Lavendelfoto Pflanzenarchiv www.lavendelfoto.de
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linnea images www.linnea-images.de
LOOK www.look-foto.de
MAGROUND Bildarchiv www.www.maground.com
mauritius-images www.mauritius-images.com
mpi photoservices www.fotofinder.net
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neuebildanstalt www.www.neuebildanstalt.de.com
nordpool bildagentur www.nordpool-media.com
Okapia-Bildarchiv www.okapia.de
Werner Otto Reisefotografie Bildarchiv www.bildarchiv-otto.de
Outdoor-Archiv www.outdoor-archiv.de
photo affairs Bildarchiv www.photoaffairs.de
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Picture Press Bild- und Textagentur www.picturepress.de
plainpicture www.plainpicture.de
PPW-Max Kohr www.ppw-mk.de
Premium Stock Photography www.premium.de
project photos www.project-photos.de
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Reise-Bildagentur www.reise-bildagentur.de
Hans-Georg Roth Bildarchiv www.dasreisefoto.de
Schapowalow Bildagentur www.schapowalow.de
s.e.t. photo www.setphoto.de
Sigloch Edition Bildarchiv www.sigloch.de
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Sven Simon – Fotoagentur www.svensimon.net
SNAPS Bildagentur-Pressefoto www.snaps.de
Achim Sperber – Fotodesign www.achimsperber.de
StockFood – Die Food-Bildagentur www.stockfood.com
STOCK4B www.stock4b.com
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stockmaritime.com www.stockmaritime.com
Süddeutsche Zeitung Photo www.sz-photo.de
Syltpicture www.syltpicture.de
ullstein bild www.ullsteinbild.de
Veer Europe www.veer.com
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VISUM www.visum-images.com
Voller Ernst – Fotoagentur www.voller-ernst.de
wdv Bildservice www.wdv-bildservice.de
Wildlife Bildagentur www.wildlifebild.com

Von Kunst leben. Der Fotograf Erik Niedling

© Erik Niedling aus: Formation
© Erik Niedling aus: Formation

Seit dem 28.06. werden Fotoarbeiten Ihrer Serie ‘Formation’ in der Hamish Morrison Galerie in Berlin gezeigt. Welchen Eindruck hatten Sie von der Vernissage?
Es waren trotz sommerlichen Wetters und Fußball-EM viele Besucher anwesend, was sowohl mich als auch die Galerie freut.

Was steckt hinter der Fotoarbeit ‘Formation’? (noch bis 02.08.2008 in der Hamish Morrison Galerie in Berlin zu sehen)
Die Fotoarbeit „Formation“ basiert auf dem 3000 Glasnegative umfassenden historischen Firmenarchiv der Gärtnerei Haage (der ältesten Kakteenzucht Europas), welches mir im Jahre 2006 zugänglich wurde.

© Erik Niedling aus: Formation
© Erik Niedling aus: Formation

Die Arbeit stellt Fragen an das Medium Fotografie an sich bzw. seinen Wahrheitsgehalt, dekliniert Zucht- bzw. Auswahlprozesse sowie Ordnungssysteme. Die von mir ausgewählten Negative wurden als Gegenstand behandelt und vom Leuchtkasten mit Hilfe einer 4×5″-Kamera auf Negativmaterial festgehalten und letztlich klassisch als C-Print vom Negativ vergrößert, was im Ergebnis den Arbeiten die Bildwirkung eines Negativs verleiht, ohne dessen Eigenschaften zu besitzen.

Auf Ihrer Internetseite erfährt man wenig über Ihren beruflichen Werdegang. Wie ist Erik Niedling Fotograf geworden?
Ich bin Anfang der 90er-Jahre mit dem Medium erstmals konfrontiert worden und habe dann mehrere Jahre im Raum Köln/Düsseldorf bei verschiedenen Fotografen als Assistent gearbeitet. Seit Mitte der 90er-Jahre habe ich im Bereich der elektronischen Musik diverse Plattencover, Plakate und Musikvideos erstellt. Im Jahre 2001 hatte ich meine erste Galerieausstellung und arbeite seither ausschließlich als Künstler.

Sowohl für Ihre Serie ‘Archiv’, als auch für ‘Formation’ hab Sie alte Fotografien künstlerisch weiterverarbeitet. Wie haben Sie dieses Material gefunden?
Die Vorlagen für die Serie „Archiv“ habe ich als 12jähriger auf dem Dachboden meiner Großeltern gefunden (und sie 2003 wiederentdeckt); das Ausgangsmaterial für die Serie „Formation“, wie schon gesagt, im Archiv der Gärtnerei Haage in Erfurt.

Da es sich bei den besprochenen Serien um bearbeitete Vorlagen handelt, welche Probleme gibt es bei dieser Vorgehensweise mit den Urheberrechten?
Soweit mir bekannt ist: keine.

Ihre Serien ‘Forst’ und ‘Status’ kommen ganz ohne Menschenbilder aus. Absicht oder zufälliges Produkt der Arbeit?
Dies ist Absicht, da der Mensch als Abbild in der Bildkomposition keine Rolle spielt, sondern nur als Verursacher der gezeigten Strukturen und Oberflächen relevant ist.

© Erik Niedling aus: Forst
© Erik Niedling aus: ‘Forst’

Können Sie sich überhaupt vorstellen, Serien mit Menschen zu machen?
Ja sicherlich.

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Festival für jungen Fotojournalismus

Von heute bis Samstag findet in Hannover auf dem Expo-Gelände das Lumix Festival für jungen Fotojournalismus statt. Veranstalter sind die Fachhochschule Hannover und die Fotojournalisten-Organisation FreeLens. An den vier Festivaltagen wird es unter anderem zahlreiche Vorträge geben, mit dabei Kai Wiedenhöfer, einer der profiliertesten Fotojournalisten in Deutschland, der MAGNUM Fotografen Thomas Höpker, aber auch Marcus Riess, der ausgewiesene Photoshop-Fachmann und Sebastian Schröder, der Experte für ‘Softwarebasierte Objektiv-Fehler-Korrektur’.

Am Donnerstag findet eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema ‘Fotojournalismus an den Hochschulen’ statt. Hier mit dabei unter anderem Rolf Nobel von der Fachhochschule Hannover, Professor für Fotojournalismus – im bildwerk3-Interview.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen zahlreiche Ausstellungen junger Nachwuchs-Fotojournalisten, von denen einige bereits namhafte Preise gewonnen haben.

Die Fachhochschule in Hannover ist Europas größte Aussbildungsstätte für Fotojournalismus und sorgt mit diesem Festival überregional für große Aufmerksamkeit.

Fremde Federn Fotografie: Der wichtigste Teil meiner Arbeit ist das Ungesagte

In einem Interview auf SPIEGEL ONLINE stellt Claudia Voigt die Fotografin Bettina Rheims vor. Rheims, geboren 1952 in Paris ist als französische Fotografin mit ihren erotischen-nichterotischen Inszenierungen bekannt geworden. Im Interview spricht sie über Schönheit, Haut und Narben und ihre Schlaflosigkeit.

“Ich bin völlig neurotisch, was Schlaf angeht, vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich oft Frauen im Bett fotografiere. Ich habe viele schlechte Nächte und nehme Schlaftabletten, manchmal sogar früh morgens eine zweite …”

Auf die Frage, was sie von Helmut Newton gerlernt habe, antwortet Rheim, es die Einfachheit. Newton habe seine Bilder im Kopf oder als Skizze bereits fertig gehabt und dann lediglich vier- oder fünfmal den Auslöser betätigt.

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