Von Kunst leben. Der Fotograf Erik Niedling

© Erik Niedling aus: Formation
© Erik Niedling aus: Formation

Seit dem 28.06. werden Fotoarbeiten Ihrer Serie ‘Formation’ in der Hamish Morrison Galerie in Berlin gezeigt. Welchen Eindruck hatten Sie von der Vernissage?
Es waren trotz sommerlichen Wetters und Fußball-EM viele Besucher anwesend, was sowohl mich als auch die Galerie freut.

Was steckt hinter der Fotoarbeit ‘Formation’? (noch bis 02.08.2008 in der Hamish Morrison Galerie in Berlin zu sehen)
Die Fotoarbeit „Formation“ basiert auf dem 3000 Glasnegative umfassenden historischen Firmenarchiv der Gärtnerei Haage (der ältesten Kakteenzucht Europas), welches mir im Jahre 2006 zugänglich wurde.

© Erik Niedling aus: Formation
© Erik Niedling aus: Formation

Die Arbeit stellt Fragen an das Medium Fotografie an sich bzw. seinen Wahrheitsgehalt, dekliniert Zucht- bzw. Auswahlprozesse sowie Ordnungssysteme. Die von mir ausgewählten Negative wurden als Gegenstand behandelt und vom Leuchtkasten mit Hilfe einer 4×5″-Kamera auf Negativmaterial festgehalten und letztlich klassisch als C-Print vom Negativ vergrößert, was im Ergebnis den Arbeiten die Bildwirkung eines Negativs verleiht, ohne dessen Eigenschaften zu besitzen.

Auf Ihrer Internetseite erfährt man wenig über Ihren beruflichen Werdegang. Wie ist Erik Niedling Fotograf geworden?
Ich bin Anfang der 90er-Jahre mit dem Medium erstmals konfrontiert worden und habe dann mehrere Jahre im Raum Köln/Düsseldorf bei verschiedenen Fotografen als Assistent gearbeitet. Seit Mitte der 90er-Jahre habe ich im Bereich der elektronischen Musik diverse Plattencover, Plakate und Musikvideos erstellt. Im Jahre 2001 hatte ich meine erste Galerieausstellung und arbeite seither ausschließlich als Künstler.

Sowohl für Ihre Serie ‘Archiv’, als auch für ‘Formation’ hab Sie alte Fotografien künstlerisch weiterverarbeitet. Wie haben Sie dieses Material gefunden?
Die Vorlagen für die Serie „Archiv“ habe ich als 12jähriger auf dem Dachboden meiner Großeltern gefunden (und sie 2003 wiederentdeckt); das Ausgangsmaterial für die Serie „Formation“, wie schon gesagt, im Archiv der Gärtnerei Haage in Erfurt.

Da es sich bei den besprochenen Serien um bearbeitete Vorlagen handelt, welche Probleme gibt es bei dieser Vorgehensweise mit den Urheberrechten?
Soweit mir bekannt ist: keine.

Ihre Serien ‘Forst’ und ‘Status’ kommen ganz ohne Menschenbilder aus. Absicht oder zufälliges Produkt der Arbeit?
Dies ist Absicht, da der Mensch als Abbild in der Bildkomposition keine Rolle spielt, sondern nur als Verursacher der gezeigten Strukturen und Oberflächen relevant ist.

© Erik Niedling aus: Forst
© Erik Niedling aus: ‘Forst’

Können Sie sich überhaupt vorstellen, Serien mit Menschen zu machen?
Ja sicherlich.

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Festival für jungen Fotojournalismus

Von heute bis Samstag findet in Hannover auf dem Expo-Gelände das Lumix Festival für jungen Fotojournalismus statt. Veranstalter sind die Fachhochschule Hannover und die Fotojournalisten-Organisation FreeLens. An den vier Festivaltagen wird es unter anderem zahlreiche Vorträge geben, mit dabei Kai Wiedenhöfer, einer der profiliertesten Fotojournalisten in Deutschland, der MAGNUM Fotografen Thomas Höpker, aber auch Marcus Riess, der ausgewiesene Photoshop-Fachmann und Sebastian Schröder, der Experte für ‘Softwarebasierte Objektiv-Fehler-Korrektur’.

Am Donnerstag findet eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema ‘Fotojournalismus an den Hochschulen’ statt. Hier mit dabei unter anderem Rolf Nobel von der Fachhochschule Hannover, Professor für Fotojournalismus – im bildwerk3-Interview.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen zahlreiche Ausstellungen junger Nachwuchs-Fotojournalisten, von denen einige bereits namhafte Preise gewonnen haben.

Die Fachhochschule in Hannover ist Europas größte Aussbildungsstätte für Fotojournalismus und sorgt mit diesem Festival überregional für große Aufmerksamkeit.

Fremde Federn Fotografie: Der wichtigste Teil meiner Arbeit ist das Ungesagte

In einem Interview auf SPIEGEL ONLINE stellt Claudia Voigt die Fotografin Bettina Rheims vor. Rheims, geboren 1952 in Paris ist als französische Fotografin mit ihren erotischen-nichterotischen Inszenierungen bekannt geworden. Im Interview spricht sie über Schönheit, Haut und Narben und ihre Schlaflosigkeit.

“Ich bin völlig neurotisch, was Schlaf angeht, vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich oft Frauen im Bett fotografiere. Ich habe viele schlechte Nächte und nehme Schlaftabletten, manchmal sogar früh morgens eine zweite …”

Auf die Frage, was sie von Helmut Newton gerlernt habe, antwortet Rheim, es die Einfachheit. Newton habe seine Bilder im Kopf oder als Skizze bereits fertig gehabt und dann lediglich vier- oder fünfmal den Auslöser betätigt.

Vorgemerkt: Das fotografische Quartett

Ist die Digitalisierung der Fotografie ein Fluch oder eine künstlerische Befreiung? Diesem Themenbereich stellen sich am Dienstag, den 10.06.2008 um 13.00 Uhr auf FotoTV vier Profis – das fotografische Quartett. Moderiert wird die Premiere, die gleichzeitig im Internet und im offenen Kanal Landau zu sehen sein wird, von Mark Ludwig – Gründer und Geschäftsführer von FotoTV.

Im Podium sitzen Doc Baumann – der Profi und Medienprofi für digitale Bildbearbeitung, Martin Blume – Fotograf und Spezialist für analoge Grossformatfotografie, Uli Staiger – für Digital Composing und die Fotografin Ruth Marcus.

FotoTV ist kommerzielles WebTV über Fotografie mit einem Angebot an Workshops, Photokursen und Hintergrundbeiträgen, Interviews und Reportagen über Fotografie und über Fotografen. In jeder Woche veröffentlicht FotoTV 3 Beiträge. 20 Filme inklusive einer Preview für alle Filme sind kostenlos abrufbar. Für 5,95 € pro Monat erhalten Nutzer Zugriff auf den gesamten Content.

Das fotografische Quartett
Doc Baumann und Mark Ludwig

Wir brechen mit Konventionen – five4select

Im September 2008 gastiert ‘five4select’ – eine Fotoausstellung auf Wanderschaft – in Berlin, Leipzig, Hamburg, Essen und Köln. Fotografen können sich noch bis zum 15.06.2008 mit ihren Arbeiten über die Internetseite von five4select um eine Teilnahme bewerben. Gesucht sind spannende und neue Motive in einer aufregenden Bildsprache. Juriert wird die Ausstellung unter anderem von Markus Schaden, Constantin Rothenburg und Peter Granser. Jury und Tourdaten s. unten

Ich habe mit Philipp Treudt – den Initiator – über das Projekt gesprochen und auch erfahren, wie aus einem lokalen Event eine Tour durch Deutschland wird, das Fotografie trotz Event im Mittelpunkt stehen wird und das Philipp Treudt auch gern fotografiert.

© Oliver Feist
© Oliver Feist

Noch bis zum 15.06.2008 können Fotografen ihre besonderen Bilder online für die Tour einreichen. Geben Sie uns doch einen kurzen Zwischenbericht. Anders gefragt: Wie läuft’s?
Das Select Team ist sehr positiv überrascht. Weit über 1000 Fotos wurden bisher eingesandt. Um eine gewisse Übersichtlichkeit und Qualität zu gewährleisten, fand eine kleine Auswahl der eingesendeten Fotos statt. Ca. 220 Fotos sind auf unser Homepage online.

Die Foto-Wanderausstellung ‚five4select’ ist nicht nur Ausstellung, sondern in erster Linie auch Event. Besteht nicht die Gefahr, das das Ereignis den Blick auf das Fotografische verstellt?
Die Gefahr sehe ich eher als Chance. Wer unsere Locations kennt, bemerkt, dass wir uns in extrem hochwertigen Locations präsentieren. Die Fabrik der Künste in Hamburg oder die Zeche Zollverein in Essen stehen für künstlerische Qualität. Wir brechen ein wenig die traditionellen Ausstellungskonventionen und kombinieren für einen Tag Kunst mit Musik.

An den folgenden Tagen wird es sich um eine reine Ausstellung handeln, inkl. Workshops, etc.

© Jonas Paar
© Jonas Paar

Wie ist die Idee einer Fotoausstellung auf Reisen entstanden? Fotografiert Philipp Treudt eigentlich selbst?
Seit Oktober 2006 organisieren wir Fotoausstellungen in Köln. Das erste Fotobuch erschien im Jahr 2007. Der Zuspruch aus den letzten 12 Veranstaltungen gab uns die Motivation, die regionalen Grenzen zu durchbrechen und ein nationales Projekt ins Leben zu rufen.

Ja, ich fotografiere selbst. Nicht auf höchstem Niveau, aber mit großem Spaß. In den letzten Monaten fehlte aber leider ein wenig die Zeit.

Sie haben für den Wettbewerb recht namhafte Juroren gewinnen können. Mit dabei Markus Schaden vom Schaden Verlag, Constantin Rothenburg von PARK AVENUE und Peter Granser als Fotograf. Was haben Sie richtig gemacht?
Nun es ist wichtig, dass die eingereichten Fotos von absoluten Profis beurteilt werden. Ich denke unsere Jury steht für Erfahrung, Qualität und Vielseitigkeit. Es freut mich sehr, dass wir so namhafte Personen gewinnen konnten.

Fotografen dürfen bis zu 1.000px breite Bilder einreichen. Das ist noch keine geeignete Größe um davon präsentationsfähige Abzüge zu machen? Wie geht es für denjenigen Fotografen weiter, der zur Teilnahme ausgewählt wurde?
Na klar, die Fotos werden in einer Größe von 9x13cm präsentiert. lacht

Nein natürlich nicht. Alle teilnehmenden Fotografen werden eine email von uns erhalten, mit der Bitte uns druckfähige Daten zukommen zu lassen. Das Endformat wird mindestens eine Größe von 80×80 cm haben, eher größer.

© Tonia Karakatsanis
© Tonia Karakatsanis

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