Theorie und Praxis

Bürger verkauft eure Fotos! Fragen an Daniel Holle – tvype GmbH

von am 2. Dezember 2010

tvype ist ein neues Angebot, das sich an Bürgerjournalisten und an Redaktionen richtet und über das in erster Linie Bildmaterial den Weg von den einen zu den anderen finden soll und über das Redaktionen Bürgerfotoreporter auf bevorstehende Ereignisse aufmerksam machen können und Bildmaterial "anfordern".

Ich habe mit Gründer und Geschäftsführer Daniel Holle über sein Berliner Online-Startup gesprochen und unter anderem heraus zu bekommen versucht, warum das tvype Angebot sich nicht gegen die Arbeitsweise von berufsmäßig arbeitenden Fotojournalisten richtet. Eure Meinung ist gefragt!

Ich möchte ein Foto vom letzten Lokalderby bei tvype verkaufen. Was muss ich machen?
Je nachdem, um welche Art von Veranstaltung es sich handelt, kann es durchaus vorkommen, dass für eine kommerzielle Nutzung der Bilder eine Akkreditierung bei den jeweiligen Veranstaltern vorhanden sein muss.

Falls eine Fotoerlaubnis vorliegt, oder wie bei vielen kleinen lokalen Ereignissen nicht notwendig ist, können die Fotos auf www.tvype.com oder über unsere iPhone App hochgeladen werden. Nach Prüfung der Aufnahmen werden die Bilder „Watermark“-geschützt den Redaktionen zum Kauf angeboten.

Welche Preise sind für solche Fotos mittelfristig realistisch?
Hier ist vor allem der Inhalt des Bildes entscheidend. Ein Lokalsport-Foto erzielt nach unseren Erfahrungen Preise zwischen 30,00 bis 100,00 €. Beinhaltet das Bild eine kuriose Situation oder ist einfach nur ein guter Schnappschuss, sind natürlich auch höhere Preise möglich.

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Die Zeiten des Flaneurs mit der Kamera sind vorbei. (Buchverlosung)

von am 8. November 2010

Mit ihrem zweiten Buch ist Photoconsultantin Dr. Martina Mettner bei Ihrer Profession und was wahrscheinlich wichtiger ist, bei ihrer Zielgruppe angekommen. Es geht um diejenigen, die es wirklich wissen wollen, die es tatsächlich vorhaben, die es vielleicht heute schon sind und sich fragen, warum sie auf halber Strecke und unterhalb ihrer Möglichkeiten hängengeblieben sind. Es geht um Fotografie als Beruf!

Oft wird davon gesprochen, wie schwierig oder gar wie unmöglich es geworden sei, Fotograf zu werden, wie Fotografen heutzutage gleich von zwei Seiten unter Druck geraten: von ihren Auftraggebern, die immer bessere Konditionen verlangen und von vermeintlichen oder tatsächlichen Kollegen, die mit Dumpingangeboten den Markt verderben.

Mettner argumentiert, in dieser Anschauung stecke eine unzeitgemäße Sichtweise: Wer so denkt, habe den Übergang vom Generalisten- zum Expertentum, der sich in den letzten zwei Jahrzehnten unbedingt vollzogen hat, einfach noch nicht verdaut und vergibt seine wirklichen Chancen.

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Es wird immer weniger Fotografen geben, die Fotografie hauptberuflich betreiben können

von am 28. Oktober 2010

Die Fotografien von Rolf Hicker sind eine Klasse für sich. Was die Zukunft des Berufsstandes anlangt ist Hicker allerdings skeptisch ...

Hicker hat sich neben seinen Arbeiten für diverse internationale Magazine und als Naturfilmer – vor allem einen Namen mit Bildern von extremen Landschaften, wilden Tieren und faszinierenden Naturschauspielen gemacht. (www.hicker.de)

Der folgende Text ist ein Auszug aus einem Interview mit Rolf Hicker. Lieben Dank an Sven Giese von Weltneugier das wir den für Bildwerk3-Leser interessantesten Teil des Interviews hier veröffentlichen dürfen.

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Seit einiger Zeit hört und liest man von vielen Fotografen, dass gerade im Agentur- und Print-Bereich immer weniger Geld für die Bilder bezahlt wird. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein?

Ich habe inzwischen meine Bilder aus den meisten Agenturen heraus genommen. In Deutschland habe ich nun nur noch Mauritius. Wenn Agenturen anfangen Bilder für 1$ zu verkaufen, dann ist das schon heftig. Ich möchte zu der ethischen Seite der Agenturen gar nichts sagen – da geht es nur um Kohle, egal wie, egal wo (zumindest bei den meisten). Aber von 1$ kann ich meine Familie nicht ernähren und somit erlaube ich es nicht mehr, dass meine Bilder zu solch unrealistischen Preise verkauft werden. Wenn das alle Fotografen kapieren würden, dann gäbe es nur noch wenige Agenturen und wir würden unsere Bilder selber verkaufen. Heute braucht man den Mittelmann nicht mehr.

Aber die Entwicklung ist dramatisch – die Preise verfallen, da viele Hobbyfotografen ihre Bilder umsonst an Magazine geben. Diese nehmen dies natürlich gerne an. Wie sollen wir damit konkurrieren? Ich sehe dies ja auf meinen Fototouren: Es gibt viele Leute, vor allem heute die Babyboomer, die mehr als genügend Geld verdient haben und sich Equipment leisten können, von dem wir nur träumen können. Die meisten wissen am Anfang der Tour nicht einmal, wo sie die Kamera anschalten müssen, am Ende der Tour haben sie aber Bilder, die dann wiederum auf den Markt kommen und oft eben kostenlos angeboten werden. Ich kann hier nicht einmal jemand einen Vorwurf machen, aber für uns ist es unmöglich damit zu konkurrieren. Die Masse der Bilder, die heute existiert, ist das Hauptproblem.

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Gespielt, gejubelt, fotografiert. Wie entstehen die WM-Bilder

von am 5. Juli 2010

Schauplatz Südafrika, FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010: Szenen jedes Spiels werden von mehr als 300 Fotografen aufgenommen, dreihundert Fotografen, die am Spielfeldrand oder auf der Tribüne ihre Positionen beziehen und konzentriert dem Spielverlauf folgen und das Geschehen in Bildern festhalten.

Die ersten Bilder sind in weniger als fünf Minuten verfügbar und werden weltweit nachgefragt. Dahinter steckt eine fotologistische Herausforderung: von der Aufnahme über die korrekte Beschriftung des einzelnen Bildes hinüber in die Systeme des einen oder anderen Bildredakteurs.

Die meiste Arbeit fällt bei den Fotografen an. Marcus Brandt ist einer von ihnen. Er ist für die Deutsche Presseagentur (DPA) bei jedem Spiel in Südafrika dabei und er begleitet auch die deutsche Mannschaft während dieser Zeit. Auch wenn Deutschland das Finale am 12.07.2010 in Johannesburg nicht erreicht bleibt Brandt bis zum letzten Spiel. Der Rückflug ist gebucht – für den Tag danach.

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Fotografen sollten nicht allein auf klassischen Fotojournalismus setzen

von am 14. Juni 2010

Im Vorfeld des Lumix Festival (16.06.–20.06. in Hannover) habe ich mit Professor Rolf Nobel von der FH in Hannover gesprochen. Dieses Interview gibt es heute bei Bildwerk3 bevor wir in den nächsten Tagen noch einige fotojournalistische Arbeiten aus dem Umfeld des Festivals zeigen dürfen.

Professor Nobel ist Initiator und Leiter des Festivals und als Professor für den Studiengang Fotografie an der FH in Hannover einer der maßgeblichen Stimmen in der fotojournalistischen Ausbildung in Deutschland. Ich habe ihn nach den Dingen gefragt, die bei der zweiten Ausgabe des Festivals anders und besser laufen sollen aber auch nach den Perspektiven junger Fotojournalisten in Zeiten des medialen Wandels ...

Bildwerk3/Marko Radloff: In diesem Jahr findet das Lumix Festival nach 2008 zum zweiten Mal statt. Was haben Sie in diesem Jahr besser gemacht?
Professor Rolf Nobel: Wir werden zum Beispiel die Fotografenvorträge simultan übersetzen lassen. Also von Englisch in Deutsch und umgekehrt. Das machen wir über einen kleinen stationären UKW-Sender. Wer ein kleines Radio mitbringt, kann dann die Stimme des Dolmetschers im Kopfhörer empfangen. Wir verkaufen auch kleine Radios für 3 Euro das Stück, die man dann für alle Übersetzungen während des Festivals nutzen kann.

Wir haben nach Hinweisen diesmal auch ein viel besseres Leitsystem auf dem Expo-Gelände installiert. Man wird sich also gut zurechtfinden können. Und wir haben in diesem Jahr einen Katalog vom Ausstellungsprogramm herausgegeben, der mit etwa 300 Seiten Umfang für unter 20 Euro zu bekommen ist.

Weiterhin haben wir die sogenannten »Begegnungen« eingeführt. Die Fotografen zahlreicher Ausstellungs-Reportagen finden sich zu einer angekündigten Zeit vor ihrer Ausstellung ein und Interessierte können dann mit dem Fotografen ins Gespräch kommen. Und wir haben einige Gesprächsrunden mit jeweils mehreren Fotografen der Ausstellungsarbeiten vorbereitet. Da kann man dann z.B. von mehreren Fotografen, die in Kriegs- oder Krisengebieten gearbeitet haben, alles Wissenswerte darüber erfahren. Weitere Themen dieser Runden werden u.a. Multimedia, Alltagsthemen und das dänische Erfolgsmodell im Fotojournalismus sein. Insgesamt wollen wir diesmal noch intensiver den Austausch und die Begegnung fördern.

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Aspekte der Seenotrettung fotografisch umsetzen

von am 3. Mai 2010

Thomas Steuer hat sich für seine Diplomarbeit mehr als einmal ins Wasser begeben und sich von den Mitarbeitern der DGzRS – der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger herausholen lassen.

In einem Gastbeitrag für Bildwerk3 schildert er die Herangehensweise und die Umstände seiner Arbeit. Wer Fragen zu den Aspekten Überlegung, Planung und Umsetzung einer fotografischen Arbeit hat, kann sie hier gern stellen und ich denke, wir finden gemeinsam auch Antworten.

Vielen Dank schon einmal an den Fotografen Thomas Steuer für seine faszinierenden Aufnahmen und natürlich auch dafür, das wir sie hier zeigen dürfen.

Konzept und Planung

In meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich mit den Seenotrettern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS / www.seenotretter.de). Mein Interesse gilt den Menschen, die sich hinter den Seenotrettern verbergen – und der Thematik Meer überhaupt.

Helden, Retter, Seemänner. In meinen Bildern möchte ich Menschen zeigen, die den Naturgewalten trotzen, sie respektieren und mit nötigem Weitblick agieren. Helden, die sich darüber hinaus nicht als Helden fühlen, weil sie Profis sind.

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Wir haben unseren Finger am Puls der gesamten Bild-Community

von am 30. April 2010

Stefan Hartmann sprach mit Pam Grossman, Creative Researcher bei Getty Images in Seattle. Stefan Hartmann ist Chefredakteur von PICTORIAL - Art Buyer's Digest – eines fast ganz neuen und regelmäßig erscheinenden Magazins über die neuesten Entwicklungen in der Bildbranche.

Das folgende Interview stammt aus der aktuellen Ausgabe (3/2010) und wir dürfen das hier veröffentlichen. Vielen Dank an Stefan Hartmann!

Es geht die Fama, dass vor langer Zeit auf einer gemeinsamen Party von Getty- und Corbis-Mitarbeitern – beide Big Player sind ja Nachbarn in Seattle – einmal eine Wahrsagerin engagiert worden sei. Man wollte von der Dame wissen, welche Bilder im nächsten Jahr trendy und en vogue sein würden. Ob die Kristallkugel wirklich geholfen hat, ist leider nicht verbürgt.

Aber der wahre Kern der Geschichte dürfte sein, dass sie eine Ur-Angst von Bildagenturen thematisiert: Denn nichts fürchtet eine Agentur mehr, als den Trend der Zeit zu verschlafen, mit abgehangenen Bildern abgehängt zu werden. Und bei Kunden mit dem Stempel des „ewig gestrigen“ und angestaubten aussortiert zu werden.

Vorbei sind die Zeiten, in denen eine hochwertige Bildproduktion durchaus einige Jahre am Markt bestehen konnte, die Halbwertzeit von Agenturbildern sinkt mehr und mehr – zumindest in den umsatzstarken Genres wie People, Lifestyle, durchaus aber auch bei Travel-, Architektur oder Food-Fotografie.

Neu produzieren ist also angesagt. Aber was? Welche Themen? In welchen Farben? In welchem Stil? Trend-Scouting lautet das Zauberwort, Research-Teams, die Trendforschung betreiben, die weltweit Medien analysieren oder gar Scouts ausschicken, um die neuesten Entwicklungen zu antizipieren. Und das möglichst frühzeitig, denn das organisierte Produzieren von trendy Bildern braucht einfach seine Zeit.

Stefan Hartmann: Trend-Scouting, für Uneingeweihte klingt das ein bisschen nach Lesen im Kaffeesatz. Was tun Sie, wenn die Kristallkugel einmal dunkel bleibt und die Runen versagen?

Pam Grossman: Glücklicherweise haben Trendanalysen nichts mit übersinnlicher Wahrnehmung zu tun – andernfalls hätten wir ein echtes Problem!

Wir bei Getty Images haben eine bessere Methode entwickelt, um herauszufinden, welche Bilder wir für unsere Kunden produzieren sollten. Wir bezeichnen diese Technik als „Hindsight, 20/20, and the Future” („Hinterher ist man immer klüger – und was bringt die Zukunft“), da sie eine echte 360-Grad-Sicht auf die visuelle Landschaft ermöglicht.

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