Bürgerfotografen in der Medienlandschaft: Wie kommen ambitionierte Hobbyfotografen in die Zeitung? Rede und Antwort stand in der letzten Woche hier bei Bildwerk3 Daniel Holle – Gründer und Geschäftsführer von tvype.
Lars Bauernschmitt – Gastprofessor an der Fachhochschule Hannover – fragt in seiner Stellungnahme, ob die Inhalte, die von Bürgerreportern auf der Straße fotografiert werden, überhaupt jemand sehen möchte und er empfiehlt Verlagen, Fotografie nicht nur als Kostenfaktor zu verstehen, sondern gute Fotografie wie journalistische Arbeit zu werten und auch weiterhin zu honorieren.
Gewohnt souverän schafft Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg wie immer Spitzenwerte: In der Beliebtheit schlägt er die Bundeskanzlerin, und wenn es um Nutzungsrechte an seinem Portrait geht überrundet er sogar Otto Waalkes. Während für 25,- Euro Fotos zu haben sind, die den alternden Komiker beim Schreiben von Autogrammen zeigen kostet ein einfaches Guttenberg-Foto, das Doppelte.
Nun sollte Otto aber nicht gleich verzweifeln, Fotos der Straßenbahn, die auf der Chausseestrasse in Berlin wegen Stromausfalls liegen geblieben ist können Interessierte bereits für 15,- Euro erwerben. Die Preise sind professionell ermittelt. Erfahrene Bildredakteure helfen interessierten Amateuren das maximale aus ihrem Hobby herauszuholen – einfach schnell und transparent.
Von Nutzern geliefert
Doch nicht nur die Preiskalkulation ist einfach, auch ethische Fragen werden für interessierte Lieferanten gelöst. Die Plattform „ist Ihr Partner auf der Suche nach aktuellen, nutzergenerierten Inhalten. Wir kümmern uns um die Auswahl der Fotos/Videos und klären für Sie alle ethischen und rechtlichen Fragen.“ Alles also ganz einfach. Eigentlich muss man nur den Auslöser finden und das Foto hoch laden um weltweit wahrgenommen und veröffentlicht zu werden.
Seit Fotos, digital fotografiert mit einer Kamera oder dem Handy, sich über den eigenen Rechner im Internet präsentieren lassen kann jedermann dem weltweiten visuellen Overload weitere Beiträge hinzufügen. Demokratisierung nennen das die Verantwortlichen und sehen in ihrem Angebot einen Beitrag, die Inhalte der Medien mehr an den Interessen der Leser auszurichten – kommen so doch endlich Themen auf die Agenda, die bisher dem Mainstream geopfert wurden. Und wenn man sich dann noch in einem Atemzug mit Wikileaks nennt, bekommt der Gedanke gleich etwas Revolutionäres.
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