2. September 2010 0

Artefakte in der Landschaft. Fotografien Friederike Brandenburg

Mit Talents bietet C/O in Berlin Nachwuchsfotografen die Möglichkeit ihre Arbeiten zu zeigen. In der 20.Auflage von Talents ist gegenwärtig die Arbeit Zurückgelassen von Friederike Brandenburg im Postfuhramt in der Oranienburger Straße 35/36 zu sehen – noch bis zum 28. September 2010.

Zurückgelassen © Friederike Brandenburg

Zurückgelassen © Friederike Brandenburg

Friederike Brandenburg spürt auf ihren Wanderungen zurückgelassene Zivilisations-Bruchstücke auf. Liebevoll oder bizarr die Landschaften gestaltend wirken diese Fremdkörper unwirklich und durch ihre Unwirklichkeit anziehend. Sie sind ein prima Sujet für Fotografen.

Im Interview mit Sophia Greiff berichtet Friederike Brandenburg über die Bedeutung einer ganz bestimmten Lichtsituation, über die Rolle von Zeit und Vergänglichkeit, über die Schwierigkeiten beim Suchen und Finden und von der Furcht der Fotografin vor dem Entdecktwerden. Vielen Dank an Mirko Nowak von C/O in Berlin, dass wir das Interview hier bei Bildwerk3 veröffentlichen dürfen und natürlich vielen Dank an Sophia Greif.

Sophia Greiff im Gespräch mit Friederike Brandenburg

Friederike, da Du Dich sowohl in der Serie „Zurückgelassen“ als auch in Deinen anderen Arbeiten mit dem Motiv Landschaft beschäftigst, zunächst der Klassiker unter den Einstiegsfragen: Wie entstand Dein Interesse am Thema?
Das war schon immer da. Ich bin auf dem Land aufgewachsen – an unseren Garten grenzten Wiesen und Wald, wo ich mich in meiner Kindheit oft aufgehalten habe. Während meine Freundinnen bereits ihren ersten festen Freund hatten, war ich mit einem alten Herrn am See in der Natur beim Angeln. Dazu sind meine Eltern mit meiner Schwester und mir viel verreist, oft in wunderschöne Gegenden zum Wandern. Ich denke, die vielen Eindrücke, die ich unterwegs sammeln konnte, haben meine Begeisterung für die Natur noch gesteigert.

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31. August 2010 2

Greater Lakes. Fotografien Michael Werner

Es gibt eine Region in Australien, die Great Lakes heisst. Diese Region befindet sich auf einem Land das ursprünglich den Aboriginal Stämmen der Worimi und Biripi gehörte und heute die beiden Zwillingsorte Forster und Tuncurry als Mittelpunkt hat.

© Michael Werner

Old Pick Up - Saturday Market, Tuncurry aus Greater Lakes © Michael Werner

Es ist ein Paradies für Rentner, die dort friedlich und ruhig leben. Die meiste Zeit des Jahres ist es ein sehr stiller und verschlafener Ort, umrahmt von paradiesischer Natur mit weißen Stränden und den großen Salzwasser Seen. So etwas wie Nachtleben oder Ausgehen existiert in diesem Teil der Welt nicht. Die schwierigste Entscheidung, die hier jemand treffen muss, ist die Entscheidung, ob er am See oder am Strand spazieren geht.

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28. August 2010 0

In Bildern sich selbst. Fotograf Matthias Schwaighofer

Matthias Schwaighofer als Gärtner, als Testimonial für den Crashtest, bei der Jobsuche oder auf Fliegenjagd – jedes Mal steht der Innsbrucker Fotograf selbst im Mittelpunkt. Eine unernste Reihe, die vor allem von den Einfällen des Fotografen inspiriert ist und hübsche Bildbearbeitungsbeispiele zeigt.

© Matthias Schwaighofer: Klatschseiten

© Matthias Schwaighofer: Klatschseiten

Was Schwaighofer über Fotografie weiß, hat er sich selbst erarbeitet. Heute verfügt er über ein eigenes, wie er sagt “gut ausgerüstetes” Studio und fotografiert mit einer “Canon 5D MarkII”.

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25. August 2010 1

Anwesenheitsschlaf. Fotografien Daniel Gebhart de Koekkoek

Japanische Taxifahrer erholen sich von ihrer Arbeit beim Inemuri – anwesend sein und schlafen. Menschen im Standby – ansprechbar und immer bereit ihren Job wieder aufzunehmen.

© Daniel Gebhart de Koekkoek

aus 'Schlafende Japaner' © Daniel Gebhart de Koekkoek

Der Wiener Fotograf Daniel Gebhart de Koekkoek hat während eines Jobs für Wien Tourismus diese Serie 2009 in Tokio aufgenommen. Durch ihre formale Strenge und die Wiederholung des Motivs ist diese Reihe etwas Besonderes.

Der 1982 in Tirol geborene Daniel Gebhart de Koekkoek lebt und arbeitet in Wien. Am Beginn seiner Karriere, hat er bereits für einige Magazine und einige interessante Kunden fotografieren dürfen – unter anderem für Siemens, Santander und Red Bull.

23. August 2010 2

Gesichter aus der Waschkaue: Bergwerk Ost (Fotografien Daniel Hofer)

Für seine Arbeit hat Daniel Hofer drei Monate überzeugen müssen. Dann war die Erlaubnis da, in der Eingangshalle zur Waschkaue das Studio aufzubauen. (Bergwerk Ost ist ein Steinkohlen-Bergwerk der Deutschen Steinkohle AG in Hamm, am östlichen Rand des Ruhrgebiets)

Bergwerk Ost © Daniel Hofer

Bergwerk Ost © Daniel Hofer

Hofer hat jeden Bergmann gefragt, ob er ein Bild von ihm machen kann. An zwei Tagen haben 185 Bergleute zugestimmt und Hofer hat sie fotografiert. Nahe ans Gesicht, mit einer “alten” 5D, dem preiswertesten Normalobjektiv und Licht gerade von oben und unten. Den Aufbau hat Hofer vorher einige Male probiert.

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18. August 2010 9

Ohne Frauen in Ostdeutschland. Eine Fotoreportage von Gesche Jäger

Das Ungleichgewicht ist beispiellos: in den strukturschwachen Regionen in Ostdeutschland kommen auf einhundert Männer nur noch fünfundsechzig Frauen. Tendenz fallend.

Die Hamburger Fotografin Gesche Jäger hat die Dagebliebenen aufgesucht und porträtiert. Herausgekommen ist eine faszinierende Sozialreportage – bestehend aus Bildern und Bildunterschriften, kurzen, erläuternden Texten die zusammen Geschichten erzählen.

Ich habe Gesche Jäger nach den Intentionen zu ihrer Arbeit befragt, nach den ganz praktischen Unwägbarkeiten und auch nach der technischen Realisierung dieses Projektes.

Aus meiner Sicht ungewöhnlich wahr und offen: Gesche Jäger schätzt Themen, die ohne Krieg und Krise auskommen und dennoch fesselnd sind. Das ist gelungen!

© Gesche Jäger: Was tun?

© Gesche Jäger: Was tun?

Marko Radloff/Bildwerk3: Viel mehr Männer als Frauen in Osdeutschland. Warum gerade dieses Thema?
Gesche Jäger: Damit ich ein Thema authentisch umsetzen kann, muss es für mich persönlich interessant sein. Als Frau fühle ich mich gerne von Themen angesprochen, die das klassische Gesellschaftsbild mit dem Mann als starkem und der Frau als schwachem Geschlecht infrage stellen.

Trotzdem ist ein Thema nur dann auch für andere wichtig, wenn es nicht nur meine privaten Innenansichten, sondern auch Hintergründe zeigt und gesellschaftliche Bedeutung hat. Ich schätze Themen, die ohne den notwendigen Spannungsfaktor von Krieg oder Krise auskommen und trotzdem fesselnd sind.

Schon länger interessierte ich mich für den demografischen Wandel innerhalb Deutschlands. Bei Recherchen stieß ich auf eine ausführliche Studie, die genau das von mir thematisierte Phänomen beschreibt.

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16. August 2010 0

Der mit den Steinen tanzt. Fotografien André Wagner

André Wagner ist in die Bretagne gereist, um Steine zu fotografieren. Wagner hat die Steine durch künstliches Licht in Skulpturen verwandelt – die, so das Ziel des Fotografen, nach dieser Modulation an etwas Lebendiges erinnern.

© André Wagner aus 'Stones & Mountains'

© André Wagner aus 'Stones & Mountains'

Vorbild sind Skulpturen im öffentlichen Raum. Durch das zusätzliche Licht werden nicht nur Figuren erzeugt sondern die Steine werden gleichsam aus der Landschaft herausgehoben und als seltsam deplatzierte Objekte wahrgenommen.

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