Für wen das Fotografieren für Bildagenturen eine Option ist
Das erläutert Dr. Martina Mettner (www.mm-photoconsulting.de) – einigen bildwerk3 Lesern vielleicht noch Erinnerung durch die immer sehr direkten Hilfestellungen für Fotografinnen und Fotografen:
Kann man Fotografen und Fotografinnen überhaupt raten, gezielt die Vermarktung über Bildagenturen anzustreben? Aufträge aus Redaktionen werden immer weniger, da die Bildredakteure kostengünstiges Agenturmaterial aufwändigen Produktionen vorziehen (müssen). Da scheint die Stock-Fotografie eine echte Alternative zu sein.
Die entscheidende Frage, die Fotografen stellen, ist immer: Kann man damit noch Geld verdienen? Die Frage, die sich mir stellt: Ist der Fotograf in der Lage, vermarktbares Material zu liefern? Produziert er/sie Top-Qualität?
Erfahrungsgemäß kommen ja immer diejenigen auf die Idee, ihr Material vermarkten zu wollen, die nicht gezielt für Agenturen produziert haben, also engagierte Amateure, aber auch Profis, mit einem riesigen Archiv an Urlaubs- und Reisefotos. Seltsamerweise denkt ja jeder Fotograf, er sei der einzige, der auf Lanzarote die Landschaft, in Island die Geysire, in Indien die Menschen am Ganges fotografiert.
Welche Fotografen sind für die Stock-Fotografie geeignet?
Von den Anforderungen der Bildagenturen, die zu erfüllen sind, einmal ganz abgesehen, sollte der Fotograf Disziplin, analytische Fähigkeiten und möglichst Spezialwissen mitbringen. Die Disziplin wird gebraucht, weil nur das regelmäßige Abliefern größerer Bildmengen die Aussicht auf nennenswerte Einnahmen eröffnet. Themenlisten abzuarbeiten kann sich leicht in Arbeit auswachsen, ist also nichts für Spaßfotografen.
Die analytischen Fähigkeiten sind sinnvoll, um Themen schon zu erkennen, bevor alle darauf anspringen (Beispiel: Wellness – fotografiert inzwischen jeder). Zudem sollte man in der Lage sein, abstrakte Sachverhalte zu visualisieren (fiese Beispiele: Finanzkrise, Gesundheitsreform, Politikverdrossenheit).

Durch Stock-Fotografie in den Fotografen-Himmel? Das schaffen nicht alle! Quelle: istock.com



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