2. März 2009 3

Für wen das Fotografieren für Bildagenturen eine Option ist

bildwerk3 - bildagenturen Das erläutert Dr. Martina Mettner (www.mm-photoconsulting.de) – einigen bildwerk3 Lesern vielleicht noch Erinnerung durch die immer sehr direkten Hilfestellungen für Fotografinnen und Fotografen:

Kann man Fotografen und Fotografinnen überhaupt raten, gezielt die Vermarktung über Bildagenturen anzustreben? Aufträge aus Redaktionen werden immer weniger, da die Bildredakteure kostengünstiges Agenturmaterial aufwändigen Produktionen vorziehen (müssen). Da scheint die Stock-Fotografie eine echte Alternative zu sein.

Die entscheidende Frage, die Fotografen stellen, ist immer: Kann man damit noch Geld verdienen? Die Frage, die sich mir stellt: Ist der Fotograf in der Lage, vermarktbares Material zu liefern? Produziert er/sie Top-Qualität?

Erfahrungsgemäß kommen ja immer diejenigen auf die Idee, ihr Material vermarkten zu wollen, die nicht gezielt für Agenturen produziert haben, also engagierte Amateure, aber auch Profis, mit einem riesigen Archiv an Urlaubs- und Reisefotos. Seltsamerweise denkt ja jeder Fotograf, er sei der einzige, der auf Lanzarote die Landschaft, in Island die Geysire, in Indien die Menschen am Ganges fotografiert.

Welche Fotografen sind für die Stock-Fotografie geeignet?

Von den Anforderungen der Bildagenturen, die zu erfüllen sind, einmal ganz abgesehen, sollte der Fotograf Disziplin, analytische Fähigkeiten und möglichst Spezialwissen mitbringen. Die Disziplin wird gebraucht, weil nur das regelmäßige Abliefern größerer Bildmengen die Aussicht auf nennenswerte Einnahmen eröffnet. Themenlisten abzuarbeiten kann sich leicht in Arbeit auswachsen, ist also nichts für Spaßfotografen.

Die analytischen Fähigkeiten sind sinnvoll, um Themen schon zu erkennen, bevor alle darauf anspringen (Beispiel: Wellness – fotografiert inzwischen jeder). Zudem sollte man in der Lage sein, abstrakte Sachverhalte zu visualisieren (fiese Beispiele: Finanzkrise, Gesundheitsreform, Politikverdrossenheit).

Durch Stock-Fotografie in den Fotografen-Himmel? Nicht alle! Quelle: istock.com

Durch Stock-Fotografie in den Fotografen-Himmel? Das schaffen nicht alle! Quelle: istock.com

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3. März 2008 11

Niemand engagiert einen Loser. Fünf Regeln für die Fotografen-Vita

In der Fotografenszene und auch für regelmäßige Leser von bildwerk3 ist sie keine Unbekannte: Photoconsultant Dr. Martina Mettner. Mit professionellem Rat hilft sie Fotografen aus der Karriereklemme. Ich habe sie gebeten, ein paar Regeln für die Fotografen-Vita zu formulieren – bekommen habe ich einen für Fotografen sehr unterhaltsamen Text mit fünf Schwerpunkten. Diese Regeln sollte jeder Fotograf beim Verfassen und Veröffentlichen seiner eigenen Vita unbedingt beherzigen …

Top 5 Regeln für die Fotografen-Vita. Von Dr. Martina Mettner

1. Mach’s kurz und knackig! Das ist kein Lebenslauf für eine Bewerbung als Assistent der Geschäftsleitung. Geburtsjahr und -Ort sowie -Land, wo und bei wem studiert oder Ausbildung gemacht, Assistenzzeit bei wem bzw. in welchem Bereich, und ganz wichtig: wenn es passende außerfotografische Ausbildungen gibt, sollten die ebenfalls genannt werden (definitiv ein Studium oder eine Lehre, nicht unbedingt 10 Jahre IT-Branche). Und man darf, muss aber nicht erwähnen, ob man verheiratet ist und Familie hat (wirkt so zuverlässig und seriös wie es ein mittelständischer Auftraggeber mag) oder man lässt das offen, wenn man bei Agenturen eher als Newcomer angesehen sein möchte, der die Werbefotografie mal wieder neu erfindet. Das alles gerne auch in ganzen Sätzen!

2. Oute dich nicht als Amateur, wenn du dein Geld mit Fotografie verdienen willst! Schreibe nie so Peinlichkeiten wie „da ich nicht malen konnte, griff ich zur Kamera“, oder liste deine tausend Jobs auf, in denen du schon erfolglos warst, so dass die Fotografie als deine letzte Rettung erscheint. Niemand engagiert einen Loser. Dann lieber die Vita weglassen. Und komm bloß nicht auf die Idee, irgendwas über deine Ausrüstung zu erwähnen. „Erst hatte ich die Kamera x, bald aber stieg ich zur Kamera Y auf.“ Geht gar nicht!

3. Listen sind öde. (Eine separate Referenzliste von Auftraggebern ist okay.) Nur bei der Bewerbung um Preise/Stipendien ist eine komplette Auflistung aller Publikationen und Ausstellungen sinnvoll. Eleganter ist es aber, wenn nach den biografischen Fakten folgt: „Seit 200X fotografiere ich freiberuflich (habe ich ein Studio in …) und publiziere regelmäßig in Vogue, Harpers Bazar und dem Otto Katalog. Wenn man als künstlerischer Fotograf seine wichtigsten Projekte und Ausstellungen nennt, dann muss man nicht schreiben: „Stadtbücherei Posemuckel, im Raum vorm Klo“, sondern nimmt nur den Ort. Das macht mehr her. Daher die Regel: Lieber in einer Großstadt in einer dunklen Ecke ausstellen als in einer Kleinstadt in der Stadthalle. Also könnte da stehen: „Mein Projekt „Mutti macht’s“, das in den Jahren 2004 bis 2007 entstand und mit dem Papi-Preis gefördert wurde, umfasst 60 großformatige Prints, die bereits in Moskau, Tokio und Schwerin ausgestellt wurden.“

Extratipp: Bei Lebensläufen für Amerika sind die Preise und Auszeichnungen das Wichtigste.

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  • Micha: Mal was anderes, super Idee...
  • Holger Reich: Ich will ja nicht als Besserwisser erscheinen, doch "farbecht" ist kaum ein Monitor von Hause aus. Dazu gibt es spezielle Geräte (...

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