Fetisch in Deutschland. Ein Fotobuch von Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller
SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

Manche Menschen machen komische Sachen, um sich gut zu fühlen. Sie verkleiden sich als Hunde und laufen auf allen Vieren, sie lassen sich gefesselt von der Decke hängen oder in Plastikfolie einschweißen, manche ziehen Ledermasken übers Gesicht und wollen, dass man sie schlägt. Für andere Menschen jedenfalls sind diese Handlungen komisch. Für sie selbst meist die Erfüllung großer Sehnsüchte.

Florian Müller fotografiert Fetischisten. Auf den ersten Blick sieht man entrückte, verrückte Bilder, die einem manchmal kafkaesk und manchmal faszinierend erscheinen. Es sind Welten, die einem sowohl fremd als auch auf eine gewisse Weise anziehend erscheinen und sei es nur, weil man Menschen dabei zuschaut, wie sie ihrem Innersten Raum geben und eine Art Erfüllung finden.

Diese Menschen sagen von sich, sie hätten ein ungewöhnliches Hobby oder eine andere Art von Sexualität – und sie scheuen die Öffentlichkeit. Um so verdienstvoller ist der vorliegende Band: SESSIONS – Fetisch in Deutschland.

Von zehn Personen, die Müller anschrieb, meldete sich vielleicht eine zurück. Müller wählte nur solche Personen aus, die wirkliche Nähe zulassen konnten. Florian Müllers Bilder wirken dadurch nah und respektvoll.

Es ist kein Foto inszeniert. „Ich habe gewartet, bis die Personen mir so weit vertraut haben, dass ich einfach dabei sein konnte, während sie, wie sie es nennen, gespielt haben.“

Was ist Fetisch?

Es wird zwischen Fetisch als Objekt und Fetisch als Praktik unterschieden. Nach der Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD) gilt „der Gebrauch toter Objekte als Stimuli für sexuelle Erregung oder Befriedigung“ immer noch „als Störung der Sexualpräferenz“. Für die meisten Experten ist Fetisch in der Zwischenzeit lediglich nur eine Spielart der Sexualität.

Es gibt verschiedene Arten Fetischismus auszuleben: von der stillen Verehrung bis hin zu komplexen, teilweise schmerzhaften Rollenspielen. Und: Viele Menschen besitzen nicht nur einen, sondern mehrere Fetische.

Problematisch wird Fetisch dort, wo er als voller Ersatz für partnerschaftliche Sexualität dient, alleiniger Lebensmittelpunkt ist oder die Betroffenen an ihrem Fetisch leiden.

Die Grenze zwischen Realität und sexueller Phantasie konnten alle Beteiligten aus dem vorliegenden Band aber ziehen, so Müller.

Florian Müller studierte an der Hochschule Hannover Fotografie. Seine Arbeit SESSIONS wurde mit dem Prix de la Photographie Paris und vom Art Directors Club Deutschland ausgezeichnet.

Das in der Edition Lammerhuber erschienen Fotobuch – herausgegeben als Special Edition – mit 160 Abbildungen und einer Auflage von lediglich 1.000 handsignierten Exemplaren, ist eine große Bereicherung für jeden Fotobuchsammler. Sollte er auch keinen anderen Fetisch haben 🙂

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

SESSIONS – Fetisch in Deutschland © Florian Müller

Edition Lammerhuber

Fotograf Florian Müller

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.