Arelis und Natalia sind Transfrauen und arbeiten als Prostituierte in Bogotá

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi
Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Der Rotlichtbezirk Santa Fé liegt im Zentrum von Bogotá. In den 50er Jahren wohnte hier die Oberklasse von Kolumbien. Frauen von jung bis alt und aus verschiedenen Regionen Kolumbiens bieten sich in Santa Fé als Prostituierte an.

Die beiden Freundinnen Natalia und Arelis haben diese 15 Straßenblöcke zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht. Beide sind als Jungen im ländlichen Hochland des Andenlandes geboren worden. Sie zogen in die Metropole um hier mehr Akzeptanz für ihre sexuelle Identität zu erfahren.

Nur wenige der Frauen haben das Geld für eine Operation, daher sind Hormonpräparate beliebt, um den Körper an die eigenen Vorstellungen anzupassen. Arelis fehlt auch das Geld für die Pillen, daher stopft sie sich Socken in den BH für ein feminineres Aussehen.

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Am Morgen zündet sich Arelis ihre erste Dopepfeife an. Noch vor dem Frühstück. Abgesehen von Marihuana gibt es nicht viele Drogen im Haus. Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Die Arbeit in den Straßen garantiert den Frauen ein kleines Einkommen. Selbst nennen sich die Transsexuellen Frauen Marica, in Kolumbien eigentlich ein Schimpfwort für Schwule. Für sie ist es eine Form der Abgrenzung. In Santa Fé sind sie eine eigene Gruppe und halten zusammen.

Arelis und Natalia leben zusammen in einem Haus mit 30 Menschen. Außer ihnen wohnen dort noch 10 andere Transfrauen. Sie arbeiten als Prostitutierte, verkaufen Tee und Kaffee in den Straßen der Hauptstadt oder leben von Gelegenheitsjobs.

Niemand hier kann sich vorstellen alleine ohne die Freundinnen zu wohnen. Kommen neue Mitbewohnerinnen und Mitbewohner ins Haus und bedrohen den fragilen Frieden müssen sie wieder gehen.

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Natalia mag es nicht nachts auf der Straße zu arbeiten. Sie findest es zu gefährlich dort. Aber wenn sie tagsüber kein Geld verdient dann muss sie solange warten, bis die Kunden kommen. Manchmal wartet sie 20 Stunden um ein paar Pesos zu verdienen. Wenn es zu kalt wird nimmt sie Pillen um die Kälte nicht zu spüren. Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Nick Jaussi, geboren 1988 in Bergisch Gladbach, studiert an der Freien Universität Berlin (Sozial- und Kulturanthropologie sowie Publizistik) und arbeitet neben dem Studium als freier Fotojournalist.

Im Laufe seines Studiums hat er zwei Auslandssemester an der Staatlichen Universität in Bogotá in Kolumbien verbracht und arbeitete dort für kolumbianische und deutsche Zeitungen als Fotograf. Nick Jaussi lebt in Berlin und Bogotá, Kolumbien.

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Das Haus in dem Arelis und Natalia mit anderen Transsexuellen wohnen liegt in der Wohngegend des Rotlichtviertels, denn hier ist es ruhiger. Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Beziehungen zwischen Transfrauen und biologischen Männern sind üblich im Rotlichtbezirk. Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

High Heels, Dope, Rasierer und die Bibel liegen auf dem Nachttisch von Arelis. Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Arelis hat zu ihrem 26. Geburtstag einen Kuchen bekommen. Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Wenn gerade keine Hausarbeit ansteht oder nicht gearbeitet werden muss chillen Arelis und Natalia zuhause. Sie sitzen im Bett, schauen Fern und rauchen Dope zusammen mit Alex, dem Ehemann von Natalia. Und wenn es dunkel wird, geht Arelis wieder los, denn sie arbeitet nur nachts. Las Maricas del Santa Fé © Nick Jaussi

Veröffentlicht von Marko Radloff

Marko Radloff ist Gründer und Herausgeber von Bildwerk3. Bei Bildwerk3 Fotoarbeiten zeigen? Submission! Über Marko Radloff: XING Bildwerk3 unterstützen? Über diesen Link einkaufen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.