Beton, Modell und wenig Auto: David Maurer fotografiert den BMW 3er Touring

BMW 3 TOURING © David Maurer

BMW 3 TOURING © David Maurer

Ungewöhnlich ist diese Auto-Serie in vielerlei Hinsicht: monochrom, von dreizehn Motiven zeigen nur 4 ein Auto, der Held der Kampagne ist eine Mischung aus Schwarzwald und Großstadt.

Ich habe mit David Maurer über die Entstehung der Bildstrecke gesprochen und auch herausbekommen wie viele Einzelaufnahmen für dreizehn Motive erforderlich waren.

Marko Radloff: Die monochrome Bildstrecke für den BMW 3er Touring ist ungewöhnlich anders. Hatten Sie Spaß an diesem Projekt?
David Maurer: Natürlich! Besonders, wenn es sich um eine so aussergewöhnliche Location handelt.

 

Ein Auto, das es in vielen Farben gibt, ausschließlich mit Schwarz-Weiß-Fotografien bewerben ist nicht alltäglich. Wer hatte den Mut zu dieser Lösung? Gab es Überlegungen, die Strecke auch in Farbe zu bringen?
Die Überlegungen gab es im Vorfeld. Aber nur kurz. Es war recht schnell klar, dass ich hier in Schwarz-Weiß arbeiten möchte.

Die Bilder leben von hartem Licht und Schattenspiel und werden dadurch sehr grafisch. Die Reduktion auf Formen und Konturen verstärkt diesen Effekt.

13 Motive und nur auf 4 Motiven ist das Auto zu sehen – auf einem Motiv weder Auto noch Modell. Stand das Storyboard, bevor Sie die Kamera in die Hand nahmen? Gibt es Motive, die aus der Situation entstanden?
Für diese Bildstrecke gab es keine fixen Layouts. Mir war klar, dass ich mit dem steil von oben einfallenden Licht arbeiten und das Auto genau in die Licht-Schatten Übergänge stellen möchte. Alles andere entstand spontan vor Ort.

Die Bilder erzählen eine Geschichte. Welche?
Mir war wichtig, hier keine Geschichte durchzuerzählen. Sondern Motive zu fotografieren, die dafür sorgen, im Kopf des Betrachters eine eigene Geschichte anzustoßen.

Aus ungefähr wie vielen Einzelaufnahmen sind die 13 Motive entstanden? Wie oft haben Sie ausgelöst?
Gerade in Verbindung mit People Aufnahmen entstehen oft sehr viele Bilder in kurzer Zeit. Im Zuge der gesamten Strecke habe ich circa 2.500 Belichtungen gemacht, aus denen die finalen 13 Motive ausgewählt wurden.

Ein Mann und sein Auto. Welchen Typ Zeitgenosse stellt das Modell dar?
Ein eher untypischer BMW Fahrer, in einer untypische Location. Auf diese Weise entsteht eben eine ungewöhnliche Bildstrecke.

Die Bilder sind karg, wie es scheint mit natürlichem Sonnenlicht, es gibt keine Kulissen. Wie aufwändig müssen wir uns dennoch das Drumherum vorstellen? Mit wie vielen Leuten werden solche Bildstrecken umgesetzt?
In diesem Falle war der Aufwand überschaubar. Das Team bestand einem Producer, einem Produkions-Assistenten, einem Foto-Assistenten, dem Modell, jemand für Styling und Make-Up und natürlich dem Fotografen.

Unterwegs waren wir mit 4 Produktions Fahrzeugen für Team, Equipment, Stromversorgung und Verpflegung.

Den Einsatz von zusätzlicher Beleuchtung habe ich auf ein Minimum beschränkt und lediglich gezielte Akzente gesetzt.

Wie aufwendig war die Postproduktion?
Diese Motive sind mit einer wenig umfangreichen Postproduktion ausgekommen. Alle Model-Aufnahmen sind one-shot. Die Autobilder setzen sich aus maximal 2 bis 3 Einzelbelichtungen pro Motiv zusammen plus ein wenig Fahrzeugretuschen. Der Fokus in der Nachbearbeitung lag auf der Schwarz-Weiß Ausarbeitung.

Eine Empfehlung für den Nachwuchs: wie wird man Fotograf für Autos?
Loslegen und viel selbst probieren. Eigene Erfahrungen sammeln. Aber sicherlich hilft der Blick über die Schulter in Form eines Praktikums oder einer Assistenz bei erfahrenen Autofotografen.

Werden Autos zukünftig vermehrt durch 3D Rendering bebildert, wodurch aufwendige Sets entfallen? Was meinen Sie?
Sicherlich. Schon jetzt wird ein Teil der Kampagnen über den Weg von Renderings umgesetzt.

David Maurer – www.davidmaurer.com

Veröffentlicht von Marko Radloff

Marko Radloff ist Gründer und Herausgeber von Bildwerk3. Bei Bildwerk3 Fotoarbeiten zeigen? Submission! Über Marko Radloff: XING Bildwerk3 unterstützen? Über diesen Link einkaufen.

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