Fotografen
München, New York, Seoul, Berlin. Nachwuchsfotografin Juliane Eirich
Juliane Eirich wurde 1979 in München geboren und arbeitet heute als freie Fotografin in Berlin.
Studium, Ausbildung oder Assistenz: Was hast Du selbst unternommen? Was hast Du selbst noch vor?
Ich habe nach dem Abitur zwei Praktika gemacht: Eines in Miami bei einer Modefotografin, eines in München bei einem Stilllife und Architekturfotografen. Danach habe ich an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign in München studiert.
Nach meinem Abschluss bin ich nach New York umgezogen und habe dort hauptsächlich assistiert, aber auch eine eigene Mappe gemacht und mich bei Zeitschriften und Galerien vorgestellt.
Dank eines Stipendiums habe ich nach meinem Amerikaaufenthalt für ein Jahr Visuelle Kommunikation in Seoul, Südkorea studiert. Seit zwei Jahren bin ich wieder aus Korea zurück und arbeite seitdem als freie Fotografin.
Gerade sehe ich mich nach Möglichkeiten um, einen Master zu machen.
Wie würdest Du Deine bisherigen fotografischen Arbeiten charakterisieren? Nenne fünf Adjektive.
Mir fallen vier ein: ruhig, grafisch, farbig und meistens dunkel.
Gibt es etwas, das Du als Dein fotografisches Thema bezeichnen würdest?
Ich dachte zunächst ich habe kein durchgängiges Thema, aber ich habe nach einiger Zeit gemerkt, dass alle meine Fotografien eines gemeinsam haben: Sie beschäftigen sich alle mit Ruhe. Ich vermute, dass es an der Tatsache liegt, dass unser Leben immer schneller wird und ich versuche, diese Beschleunigungen mit meinen ruhigen Fotos zu kompensieren.
Zusätzlich thematisieren meine bisherigen Arbeiten auch das Aufeinandertreffen der vom Menschen gestalteten Umwelt und der Natur.
Ist Fotografie Deine Hauptsache? Oder gibt es für Dich noch andere Kreativtechniken?
Für mich ist Fotografie die Hauptsache, ich könnte mir allerdings gut vorstellen in Zukunft auch mit Siebdruck zu arbeiten.
Nenne fünf Eigenschaften, die eine Kamera, mit der Du arbeitest, unbedingt haben sollte.
Ich habe gerade eine neue Kamera. Sie ist als Großformatkamera leicht. Außerdem sollten Kameras vor allem präzise, elegant, wetterfest und analog sein …
Trägst Du Dein Equipment in einem Rucksack oder in einem Koffer mit Dir herum?
In einem Rucksack.
Machen Vorbilder die Arbeit schwerer oder leichter? Hast Du jemanden, an dessen Arbeit Du dich orientierst?
Vorbilder motivieren, aber schränken einen manchmal auch ein. Wenn man ehrlich ist, macht man sich aber nur selbst die Arbeit leichter oder schwerer. Es gibt mittlerweile viele Fotografen, deren Arbeiten ich schätze und die mich inspirieren. Um ein Beispiel zu nennen: Das Buch Snow von Thomas Flechtner mag ich sehr.
Breiteres Spektrum oder Spezialisierung: Worauf willst Du Dich in Zukunft einlassen?
Ich bleibe bei der Spezialisierung, bin aber offen für Veränderungen.
Wann hast Du das letzte Mal einfach nur so fotografiert? Und, ist etwas dabei heraus gekommen?
Ich habe seit zwei Monaten meine erste eigene Großformat-Kamera und mache deswegen momentan immer Test-Fotografien.
Einige davon gefallen mir recht gut und werden die Richtung, in die meine nächsten Projekte gehen sollen, beeinflussen.
Vor zwei Jahren habe ich zum Spaß angefangen belegte Brote zu fotografieren, die ich mir zum Mittagessen mache. Mit diesen Bildern habe ich neulich eine Ausstellung im Flur meiner Wohnung mit großer Eröffnungsfeier gemacht. Zu essen gab es belegte Brote.
Ein besonderes Foto: Zufall oder Planung?
Eine gesunde Mischung aus beidem.
Fotografin Juliane Eirich
Beitrag über Juliane Eirich bei Fotofeinkost



daniel - 28. November 2010
wow, tolle bilderserie ! das 4. und 8. gefallen mir am besten