Fotografen

Nie mehr analog fotografieren

von am 10. November 201012 Kommentare

Der Fotograf Joachim Baldauf ist ein Meister der sinnlichen Andeutung. Seine Bilder spielen mit den Facetten erotischer Anziehung – und sind dabei niemals direkt; sie scheinen etwas anderes zu sein und meinen doch das Eine. Prima Beispiele subtiler Stilbildung!

Der in Berlin lebende Fotograf ist Herausgeber des Magazins vorn und zählt zu den wichtigen Akteuren der Fotoszene in Deutschland.

© Joachim Baldauf

© Joachim Baldauf

Marko Radloff/Bildwerk3: Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Joachim Baldauf: Sie hilft beim Start, soll eine gute Basis sein und Sicherheit geben.

Ich habe Design studiert und bin in Sachen Fotografie Autodidakt.

Was erwarten Sie von Ihren Assistenten? Was erwarten Ihre Assistenten von Ihnen?
Eine Assistentin/ein Assistent soll mich entlasten, aber auch inspirieren. Mitdenken, mitfühlen und nicht nur ausführen.

Fairness. Und eben das, was eine gute Ausbildung ausmacht-siehe erste Frage.

Eine hervorragende Fotografie entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Zufälligkeit bei einem Profi ist ein anderer Zufall als bei einem Amateur. Beides kann zu schönen Ergebnissen führen. Aber hervorragende Arbeit macht dann doch eher der Profi.

Welches wird Ihr nächster großer (Selbst-)Auftrag, Ihr nächstes, wichtiges Projekt sein?
Die Arbeit an der sechsten Ausgabe des vorn Magazins.

Wen möchten Sie gern einmal fotografieren?
Unsere Regierung beim abdanken.

Für welche Marke haben Sie sofort eine zündende Idee – in Form eines Bildes?
Das kostet.

Was möchten Sie niemals machen – als Fotograf?
Wieder analog fotografieren.

Seit wann können Sie als Fotograf von Ihren Einkünften leben?
Von Anfang an irgendwie.

In welcher Stadt auf der Welt lebt es sich als Fotograf am besten und warum gerade dort? Und natürlich: wo leben Sie heute?
Es lebt sich da am besten, wo man glücklich ist – auch als Fotogra. Ich bin glücklich in Berlin und im Sommer noch glücklicher im Allgäu.

Zeit für Kinder und Familie?
Schwierige Frage-habe keine Kinder. Aber Zeit.

Aus Ihrer Sicht Ihr größter Erfolg?
Zu leben.


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3 KommentareKommentieren

  • Carsten - 10. November 2010 Antworten

    Sehr cooles Interview, das sind doch mal kurze, knackige Antworten.

    Bei den SW-Bildern könnten einige auch in meinen Augen mehr etwas mehr Kontrast gebrauchen. Bleibt aber letztendlich eine Geschmackssache finde ich.

  • Bodo - 12. November 2010 Antworten

    Selten ein so erfrischendes und ehrliches Interview gelesen.
    Am Besten hat mir die Antwort auf die Frage: “Wen möchten Sie gerne einmal fotografieren?” gefallen .
    Antwort: “Unsere Regierung beim abdanken!” :)

    Gruss
    Bodo

    • Marko - 12. November 2010

      Ja, die fand ich auch nicht übel ;-)

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