Fotografen

Von der Praxis gelernt. Fotografin Julia Blank

von am 12. Oktober 20101 Kommentar

Baden-Württembergischer Bäuerinnenkalender? Sagt euch nix? Kein Problem – mir nämlich bis heute auch nicht! Jetzt bin ich aber kurz davor, mir einen zu bestellen.

Die Stuttgarter Fotografin Julia Blank hat dieses Jahresblätterwerk für die Wand zusammen mit ihrem Team aus Assistenten, Visagisten und Stylisten und unter dem Artbuying von Elke Roth und Claudia Zinke umgesetzt.

Vielleicht dürfen wir irgendwann die aufwendig produzierten Ergebnisse hier bei Bildwerk3 zeigen. In der Zwischenzeit – zum Bäuerinnenkalender – und unsere zehn Fragen an die Fotografin Julia Blank.

© Julia Blank

© Julia Blank

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Die beste Ausbildung ist die Praxis – wie es auch ein Hobbyfotograf tut – mit Leidenschaft und spielerisch ausprobieren und einfach machen, sich inspirieren lassen von der Natur, von anderen Fotos, sich freimachen im Kopf von irgendwelchen vorgegeben Fotoregeln ;-)

Eine gute Ausbildung ist relativ, es kommt darauf an, was man daraus macht, wie man mit seinem Wissen umgeht, es ins Künstlerische umsetzen kann.

Ich war auf einer einjährigen Berufsfachschule für Fotografie und habe danach eine zweijährige Ausbildung zur staatlich anerkannten Fotodesignerin absolviert und danach frei und fest assistiert um genau diese oben beschriebene Praxis zu bekommen. Danach habe ich mir in vielen Bereichen vieles autodidaktisch erarbeitet.

Was erwarten Sie von Ihren Assistenten? Was erwarten Ihre Assistenten von Ihnen?
Ich erwarte von Assistenten das dritte und vierte Auge des Fotografen zu sein. Dazu natürlich Aufmerksamkeit und technisches Grundwissen, auch Impulse und Anregungen zum Shooting und natürlich Kommunikationsfähigkeit und vollen Einsatz fürs Team.

Die meisten möchten gerne etwas dazulernen und in den Fotografen-Alltag reinschnuppern oder aber einfach ein gutes Shooting zusammen zu erleben.

Eine hervorragende Fotografie entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Kann sowohl als auch passieren – kommt also ganz auf die Situation an. Und hervorragend liegt natürlich im Auge des Betrachters …

Welches wird Ihr nächster großer (Selbst-)Auftrag, Ihr nächstes, wichtiges Projekt sein?
Ich habe gerade ein großartiges Projekt abgeschlossen – der Baden-Württembergische Bäuerinnenkalender 2011 – der jetzt erschienen ist.

Es war eine langwierige Arbeit die viel Freude gemacht hat: Wir haben echte Bäuerinnen auf ihren Höfen fotografiert und Models aus ihnen gemacht und viel von der jeweiligen Welt des anderen kennengelernt. Das war wirklich spannend.

Wen möchten Sie gern einmal fotografieren? Für welche Marke haben Sie sofort eine zündende Idee – in Form eines Bildes?
Da gibt es niemanden speziell. Die Idee zur Marke kommt wenn ich mich mit der Marke beschäftige und wenn man mir viel Vertrauen in meine Arbeit schenkt – dann kann ich Großes vollbringen;-)

Was möchten Sie als Fotografin niemals machen?
Niemals ist so endgültig. Es gibt viele spannende Bereiche in der Fotografie. Was ich nicht mache ist zum Beispiel Aktfotografie.

Seit wann können Sie als Fotografin von Ihren Einkünften leben?
Ich bin jetzt seit fünf Jahren selbständig und sehr dankbar, dass ich diesen Beruf ausüben darf und seit etwa vier Jahren davon leben kann.

In welcher Stadt auf der Welt lebt es sich als Fotograf am besten und warum gerade dort? Und natürlich: wo leben Sie heute?
Das kann ich leider nicht beurteilen, denn ich war noch an zu wenigen Plätzen dieser Erde um Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

Ich lebe zur Zeit in Stuttgart und habe Stuttgart als Basis ausgewählt und schätzen gelernt.

Zeit für Kinder und Familie?
Es sollte immer genügend Zeit für Familie bleiben.

Aus Ihrer Sicht Ihr größter Erfolg?
Jeder neue Job den ich gut abschließen kann, der mir auch innere Freude bereitet hat, sehe ich als Erfolg.

Erfolg ist auch so relativ. Aus meiner Sicht ist mein größter Erfolg jedoch, dass ich mich für die Selbständigkeit entschieden habe und meinen Beruf liebe.


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