Fotografen
Schwitzen für hervorragende Fotografie. Autodidakt Jaques Bagios
Jaques Bagios hat es als Outsider ins Business geschafft. Und das ausgerechnet im hart umkämpften Beauty- und Fashionbereich.
Sein Wirkzentrum als Fotograf ist Berlin. Seine Bilder sind ungewöhnlich präzise und aufgeräumt – eine verstörende Ordentlichkeit, die lediglich dem Wesentlichen Raum gibt – ohne jedoch überperfekt und überzeichnet zu wirken.
Die Verunsicherung des Autodidakten möchte sich Bagios gern bewahren und niemals Hochzeiten fotografieren müssen.
Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Ich bin Autodidakt. Mit der Betonung auf bin. Das heißt, ich lerne noch immer dazu. Rein formal: ich habe vor langer Zeit an der Hochschule der Künste in Berlin Kommunikation studiert. Hat zwar nur wenig bis gar nichts mit Fotografie zu tun, hat mich aber befähigt, in der Werbung als Art Director zu arbeiten – was wiederum etwas mehr mit Fotografie zu tun hat.
Was erwarten Sie von Ihren Assistenten? Was erwarten Ihre Assistenten von Ihnen?
Die Fähigkeit zum Mitdenken, zum geräuschlosen Mitdenken. Ansonsten: Standfestigkeit und Akkuratesse. Zweite Frage: Da müsste ich Alex fragen, der mir oft assistiert.
Eine hervorragende Fotografie entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Sie muss meines Erachtens sorgfältig geplant sein – Planung, die einem erlaubt, im entscheidenden Augenblick den Zufall zuzulassen.
Aber es ist ein Kampf darum, die Kontrolle zurückzugewinnen, sobald man sie erst einmal abgegeben hat. Auf jeden Fall ist eine hervorragende Fotografie schweißtreibende Arbeit.
Welches wird Ihr nächster großer (Selbst-)Auftrag, Ihr nächstes, wichtiges Projekt sein?
Ich habe keinen blassen Schimmer. Ehrlich! Aber sobald ich es weiß, werde ich es euch wissen lassen.
Wen möchten Sie gern einmal fotografieren? Für welche Marke haben Sie sofort eine zündende Idee – in Form eines Bildes?
Kate Moss.
Was möchten Sie niemals machen – als Fotograf?
Hochzeiten fotografieren.
Seit wann können Sie als Fotograf von Ihren Einkünften leben?
Seit letzter Woche.
In welcher Stadt auf der Welt lebt es sich als Fotograf am besten und warum gerade dort? Und natürlich: wo leben Sie heute?
Das kann ich gar nicht beantworten, aber da ich in Berlin lebe: in Berlin natürlich!
Zeit für Kinder und Familie?
Nein.
Aus Ihrer Sicht Ihr größter Erfolg?
Als Fotograf überhaupt ernst genommen zu werden. Das hätte ich vor 5 Jahren, als ich anfing, gar nicht unbedingt angenommen. Das klingt zwar nicht allzu spektakulär, ich weiß, aber daraus spricht wohl die ewige Unsicherheit des Autodidakten.
Eine Unsicherheit, die ich im Übrigen behalten möchte. Oder auch nicht … Ich weiß nicht … Fragt mich das in 5 Jahren noch mal! Machen wir!



Kommentieren