11. August 2010 M.R. 0

Bilder machen, denen man etwas schuldet. Frauenportraits von Steffo Weber

Worte für diese Bilder zu finden ist schwer. Ich versuche es dennoch: denn die Fotografien von Steffo Weber hinterlassen einen starken Eindruck.

Man spürt, dass da ein Fotograf seine Sache ernst meint und sogar bei weniger empfindsamen Gemütern wirken diese Bilder in einer Mischung aus Sehnsucht und Melankolie und hinterlassen ein Gefühl unbestimmbarer Traurigkeit – sobald man sie nicht mehr sieht.

© Steffo Weber

© Steffo Weber

Steffo Weber hat Philosophie und “ein paar andere Dinge” studiert und ihn interessiert Wahrnehmung. Bezogen auf Portraitfotografie bedeutet das für Weber: Welches Menschenbild vermitteln uns die Bilder? Sowohl jene Bilder, die wir täglich sehen, als auch die, die wir uns von uns selbst machen. “Ich glaube, Bilder machen etwas mit uns und ich würde gerne dem, was die Flut der Werbefotografien mit uns macht, entgegenwirken.”

Ein Geheimnis hinter den Bildern: Steffo Weber nimmt sich viel Zeit. Es gibt zunächst Vorgespräche, in denen Weber herauszufinden versucht wie jemand lebt, welche Musik er hört, welche Filme er sieht. Eine Portrait-Sitzung dauert dann in der Regel acht Stunden – also ein normaler Arbeitstag. Und auch dann kann es passieren, dass kein Bild entsteht: “Wenn wir uns da nicht sympathisch sind, funktioniert es nicht.”

Die Freiheit Bilder zu machen

Nicht von Fotografie leben zu müssen bringt Weber genau die Freiheit, die er für seine Bilder benötigt. Weber arbeitet ausschließlich mit nicht-professionellen Modellen. Das bringe am Ende jene authentischen Momente hervor: “Ich will keine Arbeitsatmosphäre, sondern einen Menschen.” Außerdem ist es für viele Modelle leichter, wenn sie wissen, dass Steffo Weber Kunst macht und nicht Werbung.

Darum ist das Studio in dem er arbeitet auch ein Atelier. Es sei nicht riesig, habe aber ausreichend hohe Decken, weil Weber gern mit hohem Licht arbeitet. Auf die Frage nach seinen Zielen bleibt er bescheiden: solange die Leute etwas in meinen Bildern erkennen, bin ich zufrieden.

Das beste Kompliment, das Weber im Zusammenhang mit seinen Bildern gehört habe, war die Einschätzung einer Redaktion: “Man hat den Eindruck, den Personen ein längeres Betrachten schuldig zu sein.”

Weber bereut gelegentlich, nicht assistiert zu haben. Aber jetzt sei es dafür zu spät. In jeder Hinsicht.

Diesen Beitrag kommentieren



XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

No related posts.

Zuletzt kommentiert

  • essays online: Took me a long term to understand all the comments, but I adore the article. Different persons recognize that it is more simple ...
  • Presentation and Speech Writing: How do you think, will it be okey if I order Article Critique Writing? What custom writing organization will you advice?...
  • vijay: I used to be confused because of page rank of my site. It used to be very low. Fortunately I have found the best forum posting ser...
  • buy essay papers: You should easily purchase write my essay for me services because some essays writing organizations seems to be completely committ...
  • Professional research paper: Frequently even simple stuff can be complicated and we must accept it. Papers composing is not easy, nonetheless, we can Buy essay...
  • Help with research papers: I don't earn lots cash to Buy Research Papers frequently. However, I learn a lot of great information from custom essays....