Bilder machen, denen man etwas schuldet. Frauenportraits von Steffo Weber
Worte für diese Bilder zu finden ist schwer. Ich versuche es dennoch: denn die Fotografien von Steffo Weber hinterlassen einen starken Eindruck.
Man spürt, dass da ein Fotograf seine Sache ernst meint und sogar bei weniger empfindsamen Gemütern wirken diese Bilder in einer Mischung aus Sehnsucht und Melankolie und hinterlassen ein Gefühl unbestimmbarer Traurigkeit – sobald man sie nicht mehr sieht.
Steffo Weber hat Philosophie und “ein paar andere Dinge” studiert und ihn interessiert Wahrnehmung. Bezogen auf Portraitfotografie bedeutet das für Weber: Welches Menschenbild vermitteln uns die Bilder? Sowohl jene Bilder, die wir täglich sehen, als auch die, die wir uns von uns selbst machen. “Ich glaube, Bilder machen etwas mit uns und ich würde gerne dem, was die Flut der Werbefotografien mit uns macht, entgegenwirken.”
Ein Geheimnis hinter den Bildern: Steffo Weber nimmt sich viel Zeit. Es gibt zunächst Vorgespräche, in denen Weber herauszufinden versucht wie jemand lebt, welche Musik er hört, welche Filme er sieht. Eine Portrait-Sitzung dauert dann in der Regel acht Stunden – also ein normaler Arbeitstag. Und auch dann kann es passieren, dass kein Bild entsteht: “Wenn wir uns da nicht sympathisch sind, funktioniert es nicht.”
Die Freiheit Bilder zu machen
Nicht von Fotografie leben zu müssen bringt Weber genau die Freiheit, die er für seine Bilder benötigt. Weber arbeitet ausschließlich mit nicht-professionellen Modellen. Das bringe am Ende jene authentischen Momente hervor: “Ich will keine Arbeitsatmosphäre, sondern einen Menschen.” Außerdem ist es für viele Modelle leichter, wenn sie wissen, dass Steffo Weber Kunst macht und nicht Werbung.
Darum ist das Studio in dem er arbeitet auch ein Atelier. Es sei nicht riesig, habe aber ausreichend hohe Decken, weil Weber gern mit hohem Licht arbeitet. Auf die Frage nach seinen Zielen bleibt er bescheiden: solange die Leute etwas in meinen Bildern erkennen, bin ich zufrieden.
Das beste Kompliment, das Weber im Zusammenhang mit seinen Bildern gehört habe, war die Einschätzung einer Redaktion: “Man hat den Eindruck, den Personen ein längeres Betrachten schuldig zu sein.”
Weber bereut gelegentlich, nicht assistiert zu haben. Aber jetzt sei es dafür zu spät. In jeder Hinsicht.



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