Fotograf Heinrich Völkel: The Terrible City – Gaza 2009
Vom Krieg in Betonburgen erzählt die Arbeit des Fotografen Heinrich Völkel. Völkel hat den Gazastreifen 2009 bereist und von dort Bilder der Zerstörung mitgebracht: eine schaurige Kulisse zwischen der die Menschen umherlaufen. Wer soll das jemals wieder geraderücken, aufräumen, neu errichten? Die Bilder können darauf keine Antworten geben – sie hinterlassen aber eine Ahnung von der Größe dieser Aufgabe und irgendwie auch von ihrer Vergeblichkeit.
Heinrich Völkel arbeitet für OSTKREUZ – eine der bekannten Fotografenagenturen in Deutschland. Seine Arbeit war auf dem Lumix Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover zu sehen – und sie setzt in der Reihe mit Arbeiten vom Festival hier bei Bildwerk3 den Schlusspunkt. Vielen Dank an Heinrich Völkel und vielen Dank an OSTKREUZ, das die Arbeit hier gezeigt werden kann.



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Auch die aktuellen Bilder der anderen Seite – die z.B. aus dem Anlass des glücklosen Versuchs eines Besuchs unseres Entwicklungsministers derzeit in den Nachrichten zu sehen sind, zeigen nicht unbedingt blühende Landschaften.
In wenigen Jahren darf man ein trauriges Jubiläum feiern – dann besteht der dortige “Konflikt” seit 100 Jahren. Irgendwann – so sollte man zumindestens meinen – muss es doch jedem reichen nur Krieg und Zerstörung zu erleben. Aber unsere eigene Vergangenheit zeigt andererseits auch unrühmlich, dass einmal angefangen das Ende wohl nur von außen erzwungen werden kann.
Ja, es ist wahrscheinlich dieser andauernde Krieg in der keiner der beiden Seiten eigentlich den Sieg davon tragen kann und dennoch beide nicht zum Frieden finden.
Und zu den Bildern: was man gelegentlich von dort zu sehen bekommt, wirkt so unwirtlich, so ausladend karg, so unfruchtbar waldlos, von der Sonne gebleicht, so wüstennah, das ich mich dann frage, worum dort eigentlich gestritten wird?
Um Siedlungsland? jeden Meter? Bis es keine Palästinenser mehr gibt? Fallen spontan schon einige Gründe ein.
Die haben dort so punktuell Bomben auf die palästinensischen Gefängnisse geworfen, dass die ganzen Schwerverbrecher rauskamen um die noch lebende Gesellschaft zu unterwandern…
Unglaublich krass was der Fotograf bei seinem Rundgang in Hannover erzählt hat. Sehr bewegend, traurig und doch mit einigen Hoffnungsfunken zugleich. So sagt man dort mit einem lächeln: “Seit 60 Jahren bomben die uns zu und wir bauen eben immer wieder auf…”
Das Bild mit dem Reh ist echt so traurig, aber mein Lieblingsbild. Es ist eines der letzten Tiere im Zoo von Gaza – wenn man genau hinsieht sieht man einige Einschußlöcher bzw. Splitterverletzungen im Fell! Dazu der Hintergrund… einfach unglaublich…