Ohne Ausbildung Fotograf: wie aus Leidenschaft Profession wird

© Hüseyin Yerlikaya

Als Fotograf arbeitet Hüseyin Yerlikaya in Mannheim. Er hat dort ein großes Tageslicht-Studio, das man auch mieten kann. Diese Location kann einen echt neidisch machen und wer mal einen Blick darauf werfen möchte, kann dies auf der Internetseite des Fotografen tun. (Website des Fotografen besuchen)

Hüseyin Yerlikaya hat seine Karriere ohne eine klassische Ausbildung geschafft. Sein Geheimnis sei die Leidenschaft für Fotografie und diese und natürlich die Fähigkeit, sich das notwendige Wissen selbst anzueignen, haben ihn soweit gebracht. Heute fotografiert Hüseyin Yerlikaya nicht nur in Deutschland sondern ist weltweit im Auftrag seiner Kunden unterwegs.

© Hüseyin Yerlikaya

© Hüseyin Yerlikaya

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Ich habe drei Ausbildungen und ein Studium abgeschlossen, aber leider hatte keine Ausbildung mit Fotografie zu tun 😉

Als Autodidakt musste ich mir das Wissen, das ich als Fotograf benötige aneignen. Mein Schlüssel zum Erfolg heißt „Leidenschaft“ und nicht Ausbildung.

Was erwarten Sie von Ihren Assistenten? Was erwarten Ihre Assistenten von Ihnen?
Ich erwarte von Ihnen, dass sie zuverlässig sind, nicht zu spät kommen und das wichtigste ist, dass sie mitdenken bei der Arbeit.

Für die Frage, was meine Assistenten von mir erwarten, sollte man meine Assistenten fragen. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie von mir Professionalität, Wissen und Geld erwarten.

Eine hervorragende Fotografie entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Sowohl als auch. Es kommt vor, dass man alles beim Shooting durchdacht hat, aber dann ausgerechnet das Foto genommen wird, das bei der Lichteinstellung geschossen wurde – ist natürlich auch immer abhängig vom Auftrag.

Welches wird Ihr nächster großer (Selbst-)Auftrag, Ihr nächstes, wichtiges Projekt sein?
Eine Portraitserie für eine Kunstausstellung in Heidelberg und ich möchte endlich, wenn ich mehr Zeit habe, mit einem Buchprojekt beginnen.

Wen möchten Sie gern einmal fotografieren? Für welche Marke haben Sie sofort eine zündende Idee – in Form eines Bildes?
Sean Connery würde ich gerne fotografieren und für die Marke BOSS hätte ich genügend Ideen.

Was möchten Sie niemals machen – als Fotograf?
Fotos bei privaten Geburtstagsfeiern.

Seit wann können Sie als Fotograf von Ihren Einkünften gut leben?
Ab dem Zeitpunkt, an dem ich mich entschieden habe als Fotograf durch die Welt zu ziehen – seit vier Jahren.

In welcher Stadt auf der Welt lebt es sich als Fotograf am besten und warum gerade dort? Und natürlich: wo leben Sie heute?
Als Fotograf war ich in sehr vielen Städten unterwegs, von Kapstadt bis Istanbul, aber da es keine längeren Aufenthalte waren, kann ich nicht sagen ob es sich dort als Fotograf besser lebt.

Ich lebe im Moment in Mannheim weil ich dort ein sehr schönes 400-Quadratmeter-Tageslichtstudio habe – obwohl das Kundenpotenzial und weltoffenes Denken eher in Großstädten zu finden ist.

Zeit für Kinder und Familie?
Natürlich, die Zeit nehme ich mir.

Ihr größter Erfolg bisher?
Die Entscheidung, eine sichere Geschäftsführer Position aufzugeben und von null anzufangen um meiner Leidenschaft nachzugehen.

Und natürlich Vater zu sein.

Veröffentlicht von Marko Radloff

Marko Radloff ist Gründer und Herausgeber von Bildwerk3. Bei Bildwerk3 Fotoarbeiten zeigen? Submission! Über Marko Radloff: XING Bildwerk3 unterstützen? Über diesen Link einkaufen.

16 Kommentare

  1. Die Leidenschaft ist der stärkste Motor für jeden Beruf, mit oder ohne Ausbildung. Ich hatte zuvor ebenfalls eine andere Ausbildung genossen, doch da fehlte diese, also folgte auch ich dieser und fotografieren ist nun mein Beruf.
    Ja, die Bilder von Hüseyin Yerlikaya gefallen mir auch sehr gut! Sehr schön und danke für den Beitrag hier!

  2. Es ist sehr interessant zu lesen, wie man zum Berufsfotograf werden kann. Leidenschaft ist immer noch die stärkste Antriebskraft. Die Fotografien sind sehr beeindruckend.

  3. Interessant interessant. Ob meine Leidenschaft dafür wohl auch ausreichen würde? Toll wäre es schon nur habe ich keine Ahnung wie ich mich anfangs finanziell auf den Beinen halten sollte.
    Als Auszubildender Fachinformatiker, der einen Hungerlohn bekommt wird es sicher schwer.

  4. Ich frage mich wie das funktioniert. Wenn ich doch immer höre das man in Deutschland einen Meister braucht um ein Fotostudio für Portraits betreiben zu dürfen…

    Wie können dann immer wieder Leute ohne Ausbildung Fotostudios führen? Mich interessiert das einfach aus eigenem Interesse. Da ich keine Ausbildung habe aber durchaus Potential.

    Übrigens: Tolle Bilder, super Umsetzung! 🙂

    • Hi Tobi, sofern ich richtig informiert bin, bezieht sich der Meisterzwang lediglich auf Fotografen, die neben ihrer Studioarbeit auch Fotografen ausbilden wollen.

      Immer schön Dein Potential pflegen, Fotostudio kannst einfach aufmachen oder – besser – übernehmen!

  5. Wirklich schöne Geschichte. Es ist immer wieder beeindruckend und motivierend, wenn Menschen große Sicherheiten aufgeben, um sich in ihrem Leben zu verwirklichen und das zu tun, was sie lieben. Und da er wirklich schöne Fotos macht, sehe ich auch kein Problem für ihn in der Zukunft.

  6. Sehr viele namhafte Fotografen waren Autodidakten, oder irre ich mich da? Wenn man etwas aus eigenem Antrieb macht, wird man viel eher Erfolg haben als wenn jemand einem vorschreibt, was man machen soll. Allerdings muss man dazu auch in der Lage sein – wenn man als Assitent arbeitet 😉

  7. WOW! ich habe die website Hüseyin angeschaut. Der weiss echt was er macht, vorallem auch im Post-Processing! Absolut Top! Ich glaube, sehr viele Fotografen gibt es, die gar keine Ausbildung als Fotograf genossen haben.

  8. Zwar ein etwas älterer Blog, aber ich finde den Beitrag klasse. Ich denke, das gilt im Allgemeinen: Wenn jemand etwas aus Leidenschaft macht, dann kommt dies – unabhängig ob Ausbildung, oder nicht – immer etwas gutes raus (früher oder später). Ich würde lieber einer Person einen Auftrag geben, welche ihn mit Leidenschaft ausführt, als einen unmotivierten „Profi“.

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