Frei von ökonomischem Druck Fotografie studieren
Zu seinen größten Erfolgen zählt der Fotograf Frank Bauer sein dauerhaftes Verhältnis zu einigen seiner Kunden – das sei in Zeiten wie diesen nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Bauer hat bisher für nationale und internationale Magazine, einige wichtige deutsche Marken und für einige Musik-Label fotografiert.
Frank Bauer macht am liebsten Portraits – seine Aufnahmen zeugen von großem Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen und von Geduld und dem Bedürfnis, etwas Besonderes zu machen.
Was meint Ihr ist die größte Herausforderung für denjenigen, der Menschen fotografiert?
Bildwerk3/Marko Radloff: Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Frank Bauer: Der Kern jeder guten Ausbildungsstätte für Fotografie ist es, den Studenten die Themenfindung und die damit einhergehende Fotosprache zu ermöglichen.
Neben der Beherrschung der Technik, was ja selbstverständlich ist und welche man ja auch immer weiterhin verfeinern sollte, ist es sehr wichtig während eines Fotografie-Studiums herauszufinden welche Themen einem liegen, was man also sagen will und wie man es sagen will. Ich denke gute Dozenten helfen einem dabei, lenken in die richtige Richtung.
Bei all dem ist es auch wichtig dies noch ohne den Druck des Marktes auszuloten, ohne die sehr spezifischen Briefings, die später die einzelnen Aufträge so sehr und genau prägen.
Ich selbst war auf der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign (heute FH) München von 1992 bis 1995.
Was erwarten Sie von Ihren Assistenten? Was erwarten Ihre Assistenten von Ihnen?
Lust und Laune, Engagement und natürlich auch wieder die Beherrschung der marktüblichen Programme, Kameras und Lichtsysteme.
Die Assistenten wiederum erwarten, dass sie etwas lernen, einen Einblick in den Arbeitsalltag bekommen und eventuell auch Kontakte dort knüpfen.
Eine hervorragende Fotografie entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Ich denke was gemeinhin als Zufall dargestellt beziehungsweise gesehen wird ist in den meisten Fällen auch etwas Geplantes. Beim Fotografieren ist man ja auch auf der Hut und vorbereitet darauf, dass als Nächstes etwas Unvorhergesehenes passiert.
In manchen Sparten der Fotografie, also zum Beispiel der Reportage oder der Portraitfotografie spielt man ja bewusst damit, in anderen Gebieten wie Werbung wird der Zufall als etwas Negatives gesehen. Dort sollte man alles akkurat planen und auch im Stande sein, den Auftrag punktgenau nach Vorgabe abzuliefern.
Welches wird Ihr nächster großer (Selbst-)Auftrag, Ihr nächstes, wichtiges Projekt sein?
Momentan arbeite ich an einer Serie mit Sehbehinderten und blinden Menschen. Ganz generell: Ein Buch als langfristiges Ziel wäre schön. Mal sehen.
Wen möchten Sie gern einmal fotografieren? Für welche Marke haben Sie sofort eine zündende Idee – in Form eines Bildes?
Schwere Frage, ich weiß ehrlich gesagt gar keine Antwort darauf. Am Liebsten mache ich Portraits, also wäre zum Beispiel eine Serie über Staatsmänner a.D. schön: Clinton, Schmidt, Genscher und andere …
Was möchten Sie niemals machen – als Fotograf?
Paparazzi-Bilder.
Seit wann können Sie als Fotograf von Ihren Einkünften gut leben?
Seit 1999.
In welcher Stadt auf der Welt lebt es sich als Fotograf am besten und warum gerade dort? Und natürlich: wo leben Sie heute?
Es ist schwer dies an einer Stadt festzumachen. Nach der Ausbildung würde ich jedem raten ins Ausland zu gehen: New York , London oder Paris sind wunderbare Orte um sich selbst auszuloten.
Dort passiert einfach viel auf höchstem Niveau. Später wird es vielleicht unwichtiger am Nabel der Welt zu sein. Ich selbst wohne in München.
Zeit für Kinder und Familie?
Absolut, aber nicht immer wann ich will.
Ihr größter Erfolg bisher?
Schwierig ein einzelnes Shooting herauszufiltern. Ich freue mich, dass ich es geschafft habe mit einigen Kunden eine dauerhafte Beziehung zu etablieren – das ist in der heutigen schnelllebigen Zeit gar nicht mehr selbstverständlich.



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Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
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