Als Fotograf bringt jeder neue Job, neue Herausforderungen

© Erik Dreyer

Erik Dreyers Fotografien sind Bild gewordene Ideen und Botschaften: reduziert auf die unmittelbare Aussage und dennoch gelegentlich doppelbödig, witzig, auch ernst, immer verständlich und einprägsam. Es macht großen Spaß sie anzuschauen beziehungsweise in sie hineinzublicken.

Dreyer lebt als Fotograf in München und er sagt, dass es eigentlich keine Rolle spielt, wo man heute lebt. Beim gegenwärtigen Stand der Technik kann man Fotografie von überall aus machen.

© Erik Dreyer

© Erik Dreyer

Worin besteht der Wert einer guten Ausbildung zum Fotografen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Ich denke der Wert einer guten Ausbildung liegt in ihrer Vielseitigkeit und dem Zusammenspiel von Theorie und Praxis – die Möglichkeit auch angrenzende Bereiche, wie z.B. Bildbearbeitung kennenzulernen. Außerdem hat man nie wieder so viel Zeit und Möglichkeiten auszuprobieren und sich auszutoben.

Meine Ausbildung habe ich auf der ehemaligen staatlichen Fachakademie für Fotodesign in München absolviert und danach weitere drei Jahre u.a bei Hubertus Hamm, Herlinde Koelbl und Ben Oyne assistiert.

Was erwarten Sie von Ihren Assistenten? Was erwarten Ihre Assistenten von Ihnen?
Eigenständiges und vorausschauendes Denken und Handeln. Oh jeh, was sie von mir erwarten, vielleicht, dass sie von unserer Zusammenarbeit mehr mitnehmen als Geld.

Eine hervorragende Fotografie entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Beides ist möglich, nur Letzteres ist wohl eher die Regel. Natürlich ist das auch sehr stark vom Genre abhängig, in der Reportagefotografie ist sicher sehr viel mehr vom Zufall abhängig und nur wenig planbar und in der Werbefotografie ist es umgekehrt.

Für mich bietet eine sorgfältige Planung erst die Rahmenbedingung, um auf Zufälle auch reagieren zu können. Man muss nur aufpassen, dass man vor lauter Planung und Perfektion nicht alle Spontaneität verliert.

Welches wird Ihr nächster großer (Selbst-)Auftrag, Ihr nächstes, wichtiges Projekt sein?
Ich habe mich gerade intensiv mit High-Speed Fotografie beschäftigt und habe Bilder von zerbrechenden Vasen aufgenommen.

Im Gegenzug werde ich mich als nächstes mit der Langsamkeit auseinandersetzen und Fotos von Blumen oder Lebensmittel machen, die sich über Wochen verändern.

Wen möchten Sie gern einmal fotografieren? Für welche Marke haben Sie sofort eine zündende Idee – in Form eines Bildes?
Ich würde wahnsinnig gerne Angela Merkel für die nächste Dove-Kampagne fotografieren.

Was möchten Sie niemals machen – als Fotograf?
Eigentlich bin ich für alles aufgeschlossen, weil jeder Job wieder neue Herausforderungen mit sich bringt und selbst Schwierigkeiten für neue wertvolle Erfahrungen sorgen. So gesehen könnte man sagen, dass es niemals langweilig wird.

Seit wann können Sie als Fotograf von Ihren Einkünften gut leben?
Seit ich mein eigenes Studio habe, also seit 1998.

In welcher Stadt auf der Welt lebt es sich als Fotograf am besten und warum gerade dort? Und natürlich: wo leben Sie heute?
Ich habe nie länger in einer anderen Stadt als München gelebt und kann deswegen diese Frage nur schwer beantworten.

Ich glaube, dass jede Stadt ihre eigenen Vor- und Nachteile hat, aber letztendlich bin ich davon überzeugt, dass man gerade heute, dank der modernen Technik, als Fotograf praktisch überall leben und arbeiten kann.

© Erik Dreyer

Generation Praktikum © Erik Dreyer

Zeit für Kinder und Familie?
Aber auf jeden Fall, ich kann mir auch nicht mehr vorstellen, wie es ohne wäre. Sicher hat man ohne mehr Zeit, aber es fehlen auch Millionen von Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen.

Ihr größter Erfolg bisher?
Das zu machen, was mir am meisten Spaß macht und damit auch noch Geld zu verdienen.

Veröffentlicht von Marko Radloff

Marko Radloff ist Gründer und Herausgeber von Bildwerk3. Bei Bildwerk3 Fotoarbeiten zeigen? Submission! Über Marko Radloff: XING Bildwerk3 unterstützen? Über diesen Link einkaufen.

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