Wie gut geht es Fotografen?

Fotojournalist oder freier Fotograf kann jeder werden. Der Berufsstand ist gesichert durch die Pressefreiheit im Grundgesetz, einen formalen Ausbildungsweg gibt es nicht. Für alle, die gern fotografieren scheint der freie Fotografenberuf die Erfüllung ihrer Träume.

Wie aber sieht die Berufswirklichkeit von Fotoreportern und freien Fotografen in Deutschland aus? Der Berufsverband FREELENS hat eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnissen nun vorliegen. Vierundvierzig Prozent der Mitglieder haben die 91 Fragen der Studie beantwortet – 757 tätige Fotografinnen und Fotografen.

Die Studie belegt eine ganze Reihe von Annahmen: der Anteil der Quereinsteiger in diesem Beruf liegt bei 45% Prozent, drei Viertel der fotojournalistisch arbeitenden Kollegen ist zwischen 36 und 55 Jahren alt, die überwiegende Mehrheit von ihnen gibt das Abitur als höchsten schulischen Abschluss an, über neunzig Prozent der Antwortenden arbeiten mit einer digitalen Kleinbildkamera – 58% von ihnen mit Canon und 37% mit Nikon.

Die fünf häufigsten Arbeitsschwerpunkte von freiberuflich arbeitenden Fotografinnen und Fotografen sind: Portraitfotografie, Reportage, Dokumentation, Reisefotografie und Eventfotografie. Magazine sind nach wie vor der größte Arbeitsmarkt für Fotojournalisten und Fotografen – als direkte Auftraggeber. Fünfundsechzig Prozent vermarkten ihre Arbeiten aber auch über eine oder mehrere Agenturen.

Der größte prozentuale Anteil des Einkommens entsteht aus Tätigkeiten mit Beauftragung, während die Anteile des Einkommens durch freie Arbeiten, Stipendien oder Archivfotos wesentlich geringer ist. Viele Antwortende arbeiten für mehrere Auftraggeber.

Bevor ihr euch entscheidet, Fotojournalist oder freier Fotograf zu werden, bedenkt eines: ihr arbeitet heute unter großem Stress, hohem Zeitaufwand, mit teurem, meist selbst finanziertem Equipment, man verlangt von euch überdurchschnittliches Engagement bei gleichzeitig hoher Flexibilität.

Und noch eines finde ich aus der Studie beachtenswert: überlegt euch eine Strategie fürs älter werden! Die Mehrheit derjenigen Fotografen, die ihre wirtschaftliche Lage als schlecht einschätzen liegt zwischen 45 und 55 Jahren.

Diese Studie sollte sich jeder einmal anschauen, der mit dem Gedanken spielt, sich als Fotograf selbständig zu machen. (Dokument als PDF) Sicherlich ist der Blickwinkel etwas eingeengt durch den Fokus auf Fotografen von FREELENS, sicherlich wird an anderen Stellen, an denen Fotografen tätig sind, auch anders gearbeitet und anders verdient …

Einen wissenschaftlich untermauerten Einstieg in die Berufswirklichkeit von Fotografen bietet die Studie dennoch. Vielen Dank an Julia Thiemann für die Entwicklung, Ausarbeitung und Auswertung der Umfrage und vielen Dank an FREELENS.

Veröffentlicht von Marko Radloff

Marko Radloff ist Gründer und Herausgeber von Bildwerk3. Bei Bildwerk3 Fotoarbeiten zeigen? Submission! Über Marko Radloff: XING Bildwerk3 unterstützen? Über diesen Link einkaufen.

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