15. Januar 2010 0

Der fotografische Wochenrückblick #2

Fotolese: “Ich bin Fotograf und definiere mich über meine Kamera.”

Von Marko Radloff

VOUGE
Die Meldung der Woche war sicher die Ankündigung, dass Kristian Schuller – bekannter Fashion-Fotograf – bei Germany’s Next Topmodel als Juror mitmacht. Ich habe nie eine Sendung von GNTM gesehen und weiß nur ungefähr worum es geht – bin aber skeptisch, das das so die richtige Veranstaltung ist, wo man sich als Fotograf aufhalten sollte.

Nun gibt es bereits ein Interview mit Schuller gerade zu diesem Thema auf den Seiten von VOUGE. Sehr lesenswert und man merkt Schuller eben genau jene Skepsis an. So richtig behaglich fühlt sich der Meister nicht. Diesmal schau ich zu. Na, wenigstens einmal …

“Ich bin Fotograf und definiere mich über meine Kamera” klingt es am Schuss etwas nach Selbstschutz, als ahne Schuller schon, worauf er sich da einläßt. (der Fotograf Kristian Schuller)

Dabei sieht Silke Wichert bei WELT ONLINE die Ära des Katalogmodels scheinbar am Ende. Da ist das Internet, die aufkommende Sensibilität gegen Magersucht und die Einsicht: allzu hübsch verkauft nicht gut. “Menschen neigen dazu, sich mit anderen zu vergleichen, um so ein Feedback auf die eigene Erscheinung zu bekommen.”

ZEIT ONLINE
Auf der Suche nach Normalität in den Slums dieser Welt ist der Magnum-Fotograf Jonas Bendiksen – in seiner Dokumentation The Places We Live. Die Zeit widmet ihm in ihrer Onlineausgabe ein Interview, indem Bendiksen (34) Slums als einen Ort der Vielfalt, der Dynamik und nicht nur des Elends schildert. Der klügste Satz in diesem Beitrag ist einer über Evolution und nicht über Fotografie: “Slums zeigen, wie die modernen Städte begannen, zu existieren.” (der Fotograf Jonas Bediksen)

FAZ.NET
Einen akademischen Text zum Thema fotografische Schärfe hat Nils Schiffhauer in der FAZ gebracht. Äußerst kenntnisreich aber wenig unterhaltsam und obendrein etwas lang.

Ich wusste immer, das Schärfe berechenbar ist und Schiffhauer liefert die Erklärung: “Im Leseabstand von 25 Zentimeter müssen zwei Punkte mindestens 0,04 Millimeter voneinander entfernt sein, um sie noch getrennt und somit scharf wahrzunehmen.”

NGZ ONLINE: über den Fotografen Andreas Mühe und die Ausstellung Mühes in der Galerie CAMERA WORK in Berlin

und: etwas spät betrauert Harald Keller den Abschied der Fotografie von ihrem Zeitalter und meint das Ende der Kodachrome 64 – für DER FREITAG. Beeindruckend gut kommentiert …

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  • tina: halleluja, da treiben die Fotografen ja fast genauso Hochleistungssport wie die Jungs auf dem Spielfeld. Respekt! Und vielen Dank ...
  • Walter: Sehr beeindruckender und interessanter Einblick....

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