Fotolese: “Heute ist Modefotografie konservativer und blöder …”
Mit dem ersten Teil soll ein regelmäßiges Format starten: einmal in der Woche will ich mir die Artikel rauspicken, die in Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Fotografie publiziert wurden – mein fotografischer Wochenrückblick. Zusammenfassungen gibt es natürlich schon einige – auch sehr erfolgreiche. Mein Blick richtet sich auf die Onlineausgaben der Tageszeitungen und überregionalen Publikationen, denn dort gehen die guten Sachen – die uns betreffen – regelmäßig unter …
An dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf die Aktion Zwei Fotobücher für eure Anregungen – läuft noch bis Samstag. Wer teilnimmt, kann eines von zwei brandaktuellen Fotobüchern gewinnen.
WELT ONLINE
Das Highlight in dieser Woche ist der Beitrag von Alexander Kluy in der WELT ONLINE – erschienen am Donnerstag. Ein Interview mit dem in Deutschland geborenen Fotografen Juergen Teller. Teller ist heute 46 und lebt in London. Über Fotografie wird zunächst wenig gesprochen – aber Leser von WELT ONLINE sind vielleicht nicht so sehr an dem Fotografen Teller, als an dem Ausreiser Teller interessiert.
Aber dann fallen doch Sätze wie: “Bevor ich fotografiere, gehe ich mit dem zu Porträtierenden essen, spreche über meine Ideen. Ich interessiere mich einfach für Menschen.” oder auf die Frage nach einem guten Bild, “In einem guten Bild ist eine brutale, ehrliche Bezogenheit zu sich selber da, zu den eigenen Sehnsüchten.” … und dann natürlich: “Heute ist Modefotografie konservativer – und blöder …”
Die imposanteste Einsicht aus diesem Interview aber: all die Prominenten, die Teller fotografiert hat, sind für ihn in erster Linie seine Freunde und erst danach Modelle. Noch bis 14. Februar 2010 läuft eine Ausstellung mit Bildern Tellers in der Kunsthalle in Nürnberg.
ZEIT ONLINE
Barbara Klemm, die große Barbara Klemm bekommt in Frankfurt den Max-Beckmann-Preis und Carolin Emcke von der ZEIT widmet ihr eine Begegnung – über das Sehen und seine Voraussetzungen. Von 1968 – 2004 hat Barbara Klemm für die FAZ fotografiert und sie sagt vor dem eigentlichen Bild liege die Szene – Fotografen seien immer zu spät.
Klemm ist die große alte Dame des analogen Schwarzweiß Fotojournalismus – sie hat den historischen Momenten ihre bildnerische Entsprechung beigegeben und sie damit im besten Sinne dokumentiert. Für Fotografen eine heutzutage undenkbare Traumkarriere. Leider bekommen wir zum Beitrag nur ganz wenige und Reisefotografien gezeigt … aber es gibt Fotografien von Barbara Klemm im Netz.
sueddeutsche.de
Warum solche Karrieren wie die Barbara Klemms möglich waren, es heute jedoch nicht mehr sind, lernen wir in einem Beitrag von SZ Autor Andrian Kreye: “Die Fotografie war ein Jahrhundert lang das zentrale Medium des Journalismus … Mit der digitalen Fotografie kippte die Deutungshoheit. Die objektive, professionelle Fotografie des 20. Jahrhunderts bekam Konkurrenz von unten, weil nun jedermann ein brauchbares Foto machen kann.”
Objektive Fotografie? Objektiv ist Fotografie nie gewesen – in der Wahl des Ausschnitts lag schon immer eine Interpretation – die Deutung des Fotografen. Der Rest muss wohl stimmen …
FOCUS Online
Gekonnt stellt Katharina Dorn für FOCUS Online die neuen Bildbände des Starfotografen Rankin vor und den Fotografen selber auch. Sprachlich gewandt und kritisch geht sie dabei vor und das macht diesen Beitrag besonders lesenswert: die Bilder von Rankin findet sie ohne ‘Zweifel sehr ansehnlich’, auf ein Vorwort von Heidi Klum hätte sie lieber verzichtet.
Der 1966 im schottischen Paisley nahe Glasgow geborene John Rankin Waddell wuchs in der Nähe von London auf. Nach einem kurzen Ausflug in die Welt der Buchführung studierte er am London College of Printing Fotografie.
Und sonst?
Im NEUEN DEUTSCHLAND ein Beitrag – wie kann es anders sein – über die andere Leipziger Schule: Fotografie in der DDR; Martin Rosswog fotografiert seit zwanzig Jahren Innenansichten von Bauernhäusern – zu lesen in der Kölnischen Rundschau und bei Echo Online (Südhessen) wartet der mexikanische Fotokünstler Irving Villegas auf Geschichten und hat daher ‘seinen Durchbruch noch vor sich’.


Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
Ein Tag Deutschland:
Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch Stephen Shore erklärt, wie man Fotografien richtig beurteilt und versteht.
Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
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