stern-Fotograf Harald Schmitt: Wer will, der schafft es auch heute noch

Moskau nach dem Putsch. Die Entmachtung Gorbatschows, 23.8.1991 © Harald Schmitt / stern

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall und ich habe mit einem Fotografen gesprochen, der die Zeit davor und unmittelbar danach aktiv begleitet hat – stern-Fotograf Harald Schmitt. Seine Bilder geben Zeugnis von den ungeheuren Umwälzungen und lassen einen in der Zeit zurückschauen. Manche Bilder erkennt man sofort wieder, andere wirken überraschend durch ihren Zeitbezug … Jetzt werden im Martin-Gropius-Bau in Berlin die Arbeiten von Harald Schmitt aus dieser Zeit in einer Einzelausstellung gewürdigt. (3. Oktober bis 13. Dezember 2009)

Ihr liebe Bildwerk3-Leser habt nun Gelegenheit, einen von drei Ausstellungs-Katalogen zu gewinnen, den ich zum Interview verlosen darf! Wer einen Kommentar schreibt – Thema Foto-Journalismus, Wende etc. – oder wer einen Link zu diesem Beitrag setzt, nimmt automatisch an der Verlosung teil.

Auch Fragen an Harald Schmitt sind erlaubt und werden, sofern sich das zeitlich einrichten läßt beantwortet. – Verlost wird in einer Woche am Dienstag den 06.10.2009 – der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Viel Spaß!

Moskau nach dem Putsch. Die Entmachtung Gorbatschows, 23.8.1991 © Harald Schmitt / stern

Moskau nach dem Putsch. Die Entmachtung Gorbatschows, 23.8.1991 © Harald Schmitt / stern

Marko Radloff: Sie haben als Fotograf eine beachtliche Karriere gemacht: vom Hochzeits- und Passbildfotografen in Trier zum angestellten Fotoreporter beim „stern“. Denken Sie, dass vergleichbare Karrieren heute noch möglich sind?
Harald Schmitt: Leider gibt es keine festangestellten Fotoreporter mehr beim „stern“. Es ist natürlich  möglich, zum festen /freien Fotografenteam des Magazins zu gehören. Die Bildredakteure arbeitet gerne mit Fotografen, deren Arbeiten sie bereits kennen, zusammen. So ist das Risiko, eine Pleite zu erleben, geringer. Es ist also möglich, wenn auch sehr schwierig. In anderen Berufen ist es  auch nicht anders. Wer will, wer wirklich will, der schafft es auch heute noch. Man erlebt viel, muss dafür auf vieles, z. B. im privaten Bereich, verzichten.

Wie war das, als Sie 1977 beim „stern“ anfingen: Hat man Sie da am gleichen Tag in den Osten geschickt?
H.S.: Ich wurde gleich als Nachfolger von Thomas Höpker, einem der Starfotografen beim „stern“, der zwei Jahre lang mit seiner Frau Eva Windmöller aus der DDR berichtet hat, für die DDR eingestellt. Keiner der damals 20 festangestellter Fotoreporter wollte nach Höpker dorthin. Dabei konnte er nur verlieren. Ich war jung und hatte nichts zu verlieren. Also nichts wie hin! Habe keine zwei Sekunden gezögert. Jeder Fotograf wollte zum „stern“ Team gehören. Wir waren damals so eine Art „Nationalmannschaft“. Man wurde sozusagen berufen.

Robert Havemann am Arbeitsplatz seines Hauses, Grünheide 7.8.1980

Robert Havemann am Arbeitsplatz seines Hauses, Grünheide 7.8.1980

War der „stern“ in dieser Zeit – als alle mit Schablonen im Kopf herumliefen – eher ein linkes Magazin, oder hat das ausnahmsweise keine Rolle gespielt?
H.S.: Richtig links war das Magazin auch damals nicht. Es entsprach meiner politischen Einstellung. Ich musste mich also in keiner Weise verbiegen. Im Gegenteil.

Sie waren sechs Jahre in der DDR als Journalist akkreditiert. Und haben in dieser Zeit in Ost-Berlin gewohnt?
H.S.: Ausschließlich in Ost-Berlin. Ich habe sogar im Osten eingekauft. Nicht um Geld zu sparen. Nur so konnte ich das Lebensgefühl der DDR verstehen. Jedenfalls habe ich es versucht. 1200.– DM war die Miete für eine 76 qm grosse Plattenbauwohnung. Die Mitarbeiter der Stasi,die mich überwachten, wurden also von mir bezahlt. Eine DDR Familie musste für die gleiche Wohnung 100,– Ost Mark zahlen.

Ganz praktisch: Mit welcher Ausrüstung haben Sie in dieser Zeit fotografiert? Etwa mit einer Nikon F3? Und vor allem, mit welchem Filmmaterial haben Sie gearbeitet und wie haben Sie es entwickelt bekommen?
H.S.: Seit vierzig Jahren fotografiere ich mit Nikon Kameras. 1977 noch mit der F2 ,danach mit meiner Lieblingskamera der legendären F3. Fotografiert habe ich meist s/w mit Kodak Tri X pan. Farbe, wenn möglich Kodachrome II, wegen der tollen Qualität, später Fuji 100. Farbgeschichten wurden vorher von der Art-Direction extra angesagt. Normalerweise wurden s/w Bilder gedruckt. Die Filme habe ich nach Hamburg geschickt, wo sie auch entwickelt wurden.

Einmal haben mir zwei Typen der Staatssicherheit einen Film mit Fotos von Rudolf Bahro abgenommen. Sie behaupteten einfach, ich hätte Bilder von ihnen gemacht.

Wurden Ihre Bilder im Osten zensiert – man hört ja schlimme Geschichten aus dieser Zeit – und haben Sie mal etwas über die Grenze geschmuggelt – müssen keine Bilder gewesen sein?
H.S.: Sehr viel habe ich über die Grenze geschmuggelt. Hinein in die DDR, nicht heraus. Habe Kodak Filme, Planfilme hineingebracht für befreundete Fotografen. Dann die Druckvorlagen für den „Interflug“  Kalender wieder mit in den Westen mitgenommen. So hatte letztendlich „Interflug“ einen Kalender in bester West –Qualität und sie wussten es gar nicht. Da ich auch sehr viele Musiker kannte, brachte ich Schlagstöcke für die Drummer, Piezo Hochtöner, Gitarrenseiten, Mikrofone oder Nakamichi Aufnahmegeräte mit. Ich habe vermutlich manche „Mugge“ gerettet.

Gabelstaplerfahrerin und Sprecherin der Arbeiter Anna Walentynowicz, deren Entlassung den Streik auf der Danziger Werft ausgelöst hat, mit Streikführer Lech Walesa, Danzig, Polen, 29.8.1980 © Harald Schmitt / stern

Gabelstaplerfahrerin und Sprecherin der Arbeiter Anna Walentynowicz, deren Entlassung den Streik auf der Danziger Werft ausgelöst hat, mit Streikführer Lech Walesa, Danzig, Polen, 29.8.1980 © Harald Schmitt / stern

Warum wurde Ihr Visum für die DDR 1983 nicht verlängert? Haben Sie was angestellt?
H.S.: Selbst habe ich nichts angestellt. Jedenfalls aus meiner Sichtweise. Die DDR Behörden sahen das anders.  Ein durchgedrehter Ofensetzer hat auf den Konvoi von Erich Honecker geschossen. Er wurde von dessen Sicherheitsleuten in den Strassengraben gedrängt. Dann verletzte er zwei dieser Männer. Die haben ihn danach exekutiert.

Mein schreibender Kollege Dieter Bub hat die Geschichte aufgeschrieben, ich habe fotografiert. Die Regierung der DDR hat alles dementiert, Lüge geschrien und Bub hatte 48 Stunden Zeit, das Land zu verlassen. Ich bin dann drei Monate später abgelöst worden. Es war mir verboten worden, Ost-Berlin zu verlassen. Ich durfte nicht mehr arbeiten. Daran habe ich mich natürlich nicht gehalten. Also flog ich auch raus.

Von 1983, bevor Sie 1987 endgültig nach Hamburg gezogen sind, haben Sie in West-Berlin gewohnt. Was haben Sie in der von  Stacheldraht umschlossenen Insel getan?
H.S.: Mich gelangweilt. Manchmal für die Redaktion in Hamburg gearbeitet und Termine in dem restlichen Teil der Welt wahrgenommen. Trotzdem hatte ich zu wenig zu tun. Es ist besser, in der Zentralredaktion des Blattes zu sitzen. Nur dort kommt man an die guten Themen. Deshalb bin ich 1986 nach Hamburg umgezogen.

Vor der Zeit beim „Stern“ waren Sie als Fotograf bei der Fotoagentur von Sven Simon in Bonn beschäftigt. Sven Simon, das muss man dazu wissen, ist das Pseudonym von Axel Springer junior, einem damals sehr bekannten Journalisten und Fotografen. Für welche Publikationen und über welche Themen haben Sie damals gearbeitet?
H.S.: Ich reiste mit Politikern durch die Welt. Besuchte Vietnam, Kambodscha, Rhodesien, Südafrika, Südwestafrika, machte Portraits von Wirtschaftsleuten oder fotografierte bei anderen wichtigen Ereignissen. Ich war bei fast allen Ereignissen, weltweit, egal wo mit dabei.

Eine tolle Zeit, wenig Geld, viel gelernt. Fast immer  alleine  unterwegs, musste mir alle Termine selber organisieren. Da ich mich als politischen Fotoreporter sah, war der spätere Einstieg in die DDR nur folgerichtig. Lieber noch hätte ich in Russland gearbeitet.

Wie gut kannten Sie Simon? Es gibt das Gerücht, Sven Simon habe sich – mit 38 Jahren – am Tag der Beerdigung von Rudi Dutschke in Hamburg das Leben genommen, um seinen Vater zu bestrafen. Können Sie das so bestätigen?
H.S.: Das höre ich zum ersten mal. Soweit ich weiß, war er schwer krank, unheilbar. Bekam Depressionen. Litt wohl auch unter dem „Übervater“ Axel Springer.  Er hatte sich von seinem Vater losgesagt und nannte sich deshalb Sven Simon. Jahre vor seinem Tod hat er sich wieder mit seinem Vater versöhnt.

Wie ist das mit den Veröffentlichungsrechten derjenigen Fotografien, die Sie als angestellter Fotograf für den „Stern“ gemacht haben? Die liegen nun beim Verlag Gruner+Jahr?
H.S. Die liegen bei mir. Der Verlag  hat natürlich die Nutzungsrechte. Schließlich wurde mein Gehalt, die Reisekosten, die Filme und die Vergrößerungen vom „stern“ bezahlt. Von solchen Verträgen können heute die Kollegen nur noch träumen.

Stichwort Technik: In dieser Hinsicht ist in den letzten Jahren eine Menge passiert und Sie haben den Wandel von der analogen zur digitalen Aufnahmetechnik in der Verlagspraxis bei einem der bekanntesten Magazin in Deutschland miterlebt. Was ist heute ganz anders und was ist aus Ihrer Sicht immer noch gleich? Wünschen Sie sich, wie manche, Sie könnten diese Entwicklung zurückdrehen?
H.S.: Das wünsche ich mir ausdrücklich nicht. Die Qualität der digitalen Bilder ist dem heutigen Diafilm sogar überlegen. Ich habe jetzt angefangen, meine alten Negative und Dias scannen zu lassen. Unglaublich, wie viel Staubpartikel, Kratzer, Fingerabdrücke dort verewigt sind. Verewigt ist das genau richtige Wort. Die Dias lassen, trotz sorfältigster Lagerung, in der Farbintensität nach. Alleine die Archivierung und der Platz den sie für die vielen Aktenordner genötigen. Da ist eine Raid – Festplatte deutlich einfacher zu handhaben. Sie haben sich ja auch an den Startknopf in ihrem Auto gewöhnt und benutzen heute keine Kurbel mehr.

In unserem Archiv werden die Mitarbeiter trotz der Digitalisierung auch weiterhin gebraucht. Erstens,  weil sie fast alles sofort finden, zweitens, weil  Millionen von Fotos einheitlich verschlagwortet werden müssen.

Flurschmuck eines Urlauberheims des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes in Boltenhagen an der Ostsee, 6.8.1982 © Harald Schmitt / stern

Flurschmuck eines Urlauberheims des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes in Boltenhagen an der Ostsee, 6.8.1982 © Harald Schmitt / stern

Stichwort Bilder: Haben Sie als Fotoreporter ein Sujet, dem Sie immer den Vorzug geben würden? Was haben Sie in den letzten zwanzig Jahren hauptsächlich fotografiert?
H.S.: 1995 machten die 16 verbliebenen „stern“ Fotografen eine gemeinsame Ausstellung. Alle wollten ihre Fotos aus der grossen weiten Welt zeigen. Das ging natürlich nicht. Jeder sollte sich für ein Thema entscheiden. Ich zeigte Sportfotos. Damals fotografierte ich z.B. die „Tour de France“ (insgesamt neun mal) oder die Formel I mit Michael Schumacher.

In den Köpfen der Kollegen mutierte ich danach vom Fotografen für politische  und aktuelle Themen zum Sportfotografen. Das haftet mir leider heute noch an. Jetzt sind wir ja nur noch zwei festangestellte Reporter. Die letzten Dinosaurier. Da gibt es keine Spezialisierung mehr. Ich reise am liebsten mit einem prima Kollegen in die verschiedensten Länder der Welt und kümmere mich, möglichst intensiv, um ein Thema. So lernt man immer wieder Neues kennen. So habe ich z. B. mal eine Serie über die Weltreligionen fotografiert.

Sie haben als Fotoreporter mehr als 110 Länder bereist und haben als Fotograf zahlreiche Preise gewonnen. Hatten Sie Zeit eine Familie zu gründen?
H.S.: Bestimmt, die Zeit hatte ich sogar zweimal. Seit mehr als 25 Jahren bin ich mit meiner zweiten Frau Annette verheiratet. Wir haben uns in der DDR kennengelernt, wo sie als Restauratorin im Museum gearbeitet hat. 1983 haben wir geheiratet. Nicht nur sie ist der Grund warum ich meine DDR Zeit als die intensivste in meinem Leben bezeichne. Kinder haben wir leider keine.

Welcher Ihrer zahlreichen Preise ist Ihnen der liebste?
H.S.: Alle sechs World Press Preise! An einem anderen Wettbewerb habe ich noch nie teilgenommen. Das hat mich nie interessiert. Früher bekam man bei World Press  eine Urkunde, wenn man  in der Endauswahl knapp scheiterte und die Fotos dennoch in der Ausstellung gezeigt wurden. Ich habe zusätzlich noch 12 dieser Runners up Urkunden.

Der Parlamentspräsident von Lettland hat mir, als einzigem Ausländer, eine Medaille für meinen Einsatz gegen „imperialistische“ Kräfte verliehen. Ich war in Riga, als russische Omon Truppen stürmten und zu schießen anfingen. Es gab acht Tote. Meine Fotos wurden in Riga im Widerstandsmuseum ausgestellt.

Lenin, vom Denkmalsockel gestürzt, Vilnius, Litauen 15.9.1991 © Harald Schmitt / stern

Lenin, vom Denkmalsockel gestürzt, Vilnius, Litauen 15.9.1991 © Harald Schmitt / stern

Harald Schmitt und nun: Was werden Sie in Zukunft machen?
H.S.: Zum 1. April 2010 höre ich beim „stern“ auf. Ich bin dann 62 Jahre alt. Danach beginnt meine Altersteilzeit. „Wer richtig arbeitet, hat keine Zeit um Ausstellungen zu machen“ , habe ich immer gesagt. Das trifft natürlich nur für die angestellten Kollegen zu. Die „Freien“  müssen versuchen, früher ihren Namen bekannt machen. Jedenfalls hatte ich bisher noch keine Einzelausstellung.  Hatte mich auch nie darum gekümmert.

Im April dieses Jahr habe ich mich dann bemüht, eine Ausstellung mit meinen Fotos  aus der DDR und den umliegenden ehemaligen sozialistischen Länder zu machen. Dr. Gereon Sievernich , Direktor vom Gropius-Bau-Berlin war der Erste, der die Bilder gesehen hat und er hat gleich zugesagt. Eröffnung ist ja am 2. Oktober 2009 mit 120 Fotos. Gerhard Steidl macht das Buch dazu. Gisela Kayser kuratiert. Besser und professioneller hätte ich es wirklich nicht treffen können. Ich hoffe, ich kann darauf aufbauen und zeige dann in zwei Jahren was ich noch so alles in 40 Jahren fotografiert habe. Da findet sich sicher noch das ein oder andere ausstellungsreife Foto. Zumal ich dann die Zeit und die Ruhe habe,  mich intensiv darum zu kümmern.

Ich falle sicher in keine Depression. Außerdem habe ich noch ein Segelboot und immer noch die gleiche tolle Frau, um die ich mich dann, erstmalig,  richtig kümmern kann. Ich glaube sie hat ein wenig Angst davor.

Vielen Dank für das Gespräch!

Veröffentlicht von Marko Radloff

Marko Radloff ist Gründer und Herausgeber von Bildwerk3. Bei Bildwerk3 Fotoarbeiten zeigen? Submission! Über Marko Radloff: XING Bildwerk3 unterstützen? Über diesen Link einkaufen.

32 Kommentare

  1. Diese Fotos lassen die Wendezeit bei mir wieder vorbeikommen. Ganz besonders das Bild von Jelzin und Gorbatschow. Schade eigentlich, Gorbatschow war meiner Meinung eigentlich der bessere Politiker.

  2. Vielen Dank für das Interview. Es ist sehr interessant die Eindrücke und Erlebnisse eines „alten Hasen“ zu erfahren. Die hier gezeigten Bilder sind wirklich beeindruckend.

  3. schoenes interview, sehr interessant. und ich glaube, das bild im fdgb-ferienheim boltenhagen mal live gesehen zu haben… 😉

  4. Ein sehr interessantes Interview und ein sehr sympathischer Fotograf.
    Wusste gar nicht, dass er direkt aus meiner Nachbarschaft kommt, Trier 🙂

    lg,
    p

  5. Interessantes Interview, das zur aktuellen Diskussion um die Qualität des Journalismus passt. Ich würde mir wünschen, die Magazin-Verlage besännen sich wieder stärker auf echte Kernkompetenzen wie solche aussagekräftigen Fotografien.

  6. Als Bewohner des ehemaligen „Zonenrandgebiets“ kommen durch die Bilder wieder viele Emotionen hoch.
    Zum Interview: Ein hervorragender Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Glaubwürdigkeit des Journalismus.

  7. Ein wirklich interessantes Interview mit einem interessanten Menschen.
    Vor allem die Bilder bringen die ein oder andere Erinnerung an vergangene Zeiten wieder ins Gedächtnis.

    Danke für dieses Interview!
    Torsten

  8. Sehr schöner Bericht.
    Fotos erzählen immer noch die besten Geschichten.
    Vor allem, jedem eine andere…..

    Danke und Grüsse
    sven

  9. Ist das echt schon 20 Jahre her? Wir müssen alt geworden sein… Wenn ich die Bilder wieder sehe, merke ich jedenfalls die vergangene Zeit nicht. auch das ist ein Zeichen der Meisterschaft an der Kamera,. Und schade übrigens, dass s/w so aus der mode gekommen ist im digitalen zeitalter…

  10. Sehr interessantes Interview, Foto-Journalismus ist für mich die interessanteste Form der Fotografie. Daher hätte ich auch eine Frage: Wie haben sich die Anforderungen in den letzten Jahrzehnten geändert? Ich habe das Gefühl dass früher noch hintergründigere Reportagen gewünscht/möglich waren als heute, wo es immer schnell gehen muss. Bleibt dabei die Geschichte auf der Strecke?

    • Lieber Marcel.

      Leider liegen Sie richtig.Heute werden, selbst „Reportagefotos“ gestellt.
      Das ist Trend geworden. Ich glaube aber, daß die Reportagefotografie
      wiederbelebt wird. Prof. Rolf Nobel mit seinen Studenten arbeitet daran. Er hat
      jede Menge Zulauf. Mich würde es natürlich freuen. Auch beim „stern“
      wird wieder mehr Wert auf Reportage gelegt.
      Grüße

      Harald Schmitt

  11. oh neid vor einen so spannenden fotografenleben!
    ich stimme voll zu: wer wirklich will, der schafft es auch! nur darf man heute nicht mehr darauf bauen als fotojournalist seinen weg zu gehen und dafür auch unterstützung zu bekommen. die redaktionen finanzieren kaum noch etwas, sind mutlos gegenüber den neuen. stipendien muss man mit der lupe suchen, während 10.000e bilder zu jedem popeligen wettberwerb eingeschickt werden. der klassiche fotojournalismus ist dabei zu sterben. wer rechtzeitig und unbeirrt seinen weg geht, schafft es vielleicht. den rest erledigt google irgendwann…

  12. Pingback: Tweets die stern-Fotograf Harald Schmitt: Wer will, der schafft es auch heute noch » Bildwerk3 – Fotografie – Fotografen erwähnt -- Topsy.com

  13. Ein Interview, was mich gerade in diesen Tagen ganz besonders aufwühlt. Mich, die 1985 diese „DDR“ verlassen hat. Dort, wo ich all das nicht machen, nicht werden durfte, was ich hier in diesen Bildern und Worten von Harald Schmitt wieder finde.

    Als leidenschaftliche Fotografin wollte ich eigentlich in Leipzig, an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Fotografie studieren. Daraus durfte nichts werden. …

    Heute bin ich Historikerin und schaue hier mit Genugtuung auf einen Fotografen, der mir all das zeigt und sagt, was ich immer mit Bildern auch tun und sagen wollte. Meine Kameras aus dieser Zeit exitieren noch und machen gerade wieder wundervolle Bilder, in den Händen eines Fotografen, der weiß, was sie mir bedeuten !

    Gut ist das und danke an Harald Schmitt für sein Tun !

    Kerstin

  14. Bereits gestern sollten ja die Gewinner feststehen und auch genannt werden – mit einem Tag Verzögerung nun hier das Ergebnis unserer Ziehung!

    Auf einen handsignierten Ausstellungskatalog zur Ausstellung von Harald Schmitt dürfen sich freuen:

    Timo Vogt von randbild.de

    Boris Ott vom BoBlog und

    aba von den Dosenfischern

    Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern! Die Kataloge nehmen in den nächsten Tagen den Postweg … Vielen Dank an alle für’s Mitmachen.

  15. Die Aussage, „wer will, der schafft es heute immer noch“, ist in meinen Augen völlig unzutreffend! Aber es ist auch immer leicht zu sagen, wenn man sich schon einen Namen gemacht hat und in dem heute weit ausgeuferten Gebiet Fotografie etabliert hat.

    So etwas muss man selbst erleben- IN DER HEUTIGEN ZEIT. Wenn mir diese Aussage ein 20 Jähriger gibt, der mit der einfachsten Kamera Preise gewinnt, dann stimme ich da gerne zu. Ich denke, dass ist die Einstellung von damals. Das hören wir ja täglich… „Damals ging das auch“, „Damals hätt’s das nicht gegeben“… Damals ist vorbei und wer nicht in der jetzigen Zeit anfängt, kann sich nicht vorstellen, wie schwer es geworden ist.

    • Es ist nach meiner Erfahrung heute weder schwerer noch leichter, eben nur anders und damit immer und für jedermann auch zu schaffen. Die Zeit der großen Generalisten unter den Fotografen ist wohl vorbei, dafür werden mehr und mehr Fotografen gesucht, die ganz spezielle Themen abdecken.

      Heute werden eben nicht Sport-Fotografen gesucht, sondern Fußball- oder Reitsportfotografen etc. Sehr gut hat das mal Andreas Trampe, Bildchef beim stern in einem Beitrag für Bildwerk3 geschildert.

  16. tolles interview und sehr bewegende fotos. und natürlich kann man es heute noch schaffe. man brauch sich ja nur mal die musikbranche ansehen – die menschen BRAUCHEN idole, die sie über sich erheben können, um etwas zu haben, nachdem sie selber streben können..

    und so werden aus ganz gewöhnlichen fotos schnell „kunst“… und leute die eigentlich ganz normale pressefotos machen, haben glück und den richtigen moment und schon sind sie berühmt..

    wenn ich das nächste mal die merkel fotografiere und sie in dem moment stirbt, dann habe ich auch das foto des jahrhunderts und die changsen stehen gut, dass automatisch meine anderen bilder zu kunst werden, obwohl sie vorher kaum beachtung fanden…

    so ist das nunmal mit den menschen.

    harald schmidt finde ich deswegen auch garnicht so berauschend, er lebt natürlich nur von seinen motiven.

  17. Pingback: Drei Fotografen » Bildwerk3

  18. wirklich tolles interview. eis zeigt viele details die einem sonst entgehen. ich finde es schön mal den werdegang eines bekannten fotografen zu sehen und zu verstehen.

  19. Pingback: Addison-Wesley-Blog » Blog Archiv » Interview mit dem “stern”-Fotografen Harald Schmitt

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