Portfolioseiten für Fotografen – Flash versus CMS und JavaScript-Galerien
Für Fotografen stellt sich nicht selten die Frage: Wie präsentiere ich mich im weltweiten Netz? Die technischen Möglichkeiten stellen Fotografen dann regelmäßig vor die Wahl, Flash oder nicht Flash, Content-Managment-System oder einfache Visitenkarte?
Wer allerdings als Fotograf online wahrgenommen werden möchte, muss Bilder zeigen. Beate Hanitzsch von LemonHead macht sich in ihrem Gastbeitrag für Bildwerk3 Gedanken über Vorzüge und Nachteile der unterschiedlichen technischen Lösungen. Wer noch weitere Fragen zu diesem Thema hat, kann diese gern hier in den Kommentaren posten oder direkt bei Beate Hanitzsch nachfragen.

Flash Pro
Durch die Verwendung von Flash bieten sich nahezu grenzenlose Layout und Konzeptmöglichkeiten für die Seite. Screenaufbau, Menuverhalten und Bildwechsel können sehr frei gestaltet und aufeinander abgestimmt werden. Mit überschaubarem Aufwand kann so eine sehr individuelle Seite entstehen.
Ein großer Gestaltungsvorteil ist außerdem das problemlose automatische Anpassen der Inhalte an die jeweilige Screengröße und ganz besonders die Fullscreen-Option. So können die Fotos ohne lästige Browser-Funktionsleisten und andere Ablenkungen dem Betrachter präsentiert werden.
Durch die Plattformunabhängigkeit von Flash muss keine extra Entwicklungszeit für Tests und Anpassungen auf unterschiedliche Systeme und Browser aufgewendet werden.
Für das Hosting ist keine Datenbank erforderlich und trotzdem ist das Pflegen der Seite sehr einfach über FTP möglich. Dabei bilden Ordner in einem bestimmten Verzeichnis die einzelnen Kategorien und die enthaltenen Ordner und Bilder die jeweiligen Inhalte. So kann der Fotograf selbständig und ohne Programmierkenntnisse neue Bilder einstellen und sogar neue Serien und Kategorien anlegen.
Die Gewöhnungszeit in ein komplexes Content-Management-System fällt damit weg, da die Organisation gleich der im Explorer (bzw. Finder) läuft.
Einen weiteren technischen Sicherheitsvorteil liefert Flash, da es von Crawlern nicht gelesen werden kann. Veröffentlichte Email-Adressen und andere Daten sind ohne jeden Aufwand vor Missbrauch geschützt. Die simple Variante Bilder per Rechts-Klick zu speichern und ggf. frei zu verwenden ist ebenfalls automatisch unterbunden.
Flash Kontra
Kein wirklicher Nachteil, da schon im Grunde auf allen Systemen mittlerweile vorhanden, aber doch erwähnenswert: Der Flash-Player muss bei dem Betrachter installiert sein.
Seit der Player-Version 8 sorgt der Player selbständig für Updates, so dass man sich um die richtige Version nur noch wenig Gedanken machen muss. Wenn man jedoch damit rechnet, dass die Besucher mit sehr alten Systemen unterwegs sind, muss man auch bedenken, dass alte Rechner bei der Verwendung von zahlreichen Bildeffekten schon mal ein bisschen ins Stocken geraten können.
Für die Pflege der Seite ist außerdem etwas mehr, als nur ein Browser erforderlich. Empfehlenswert ist ein FTP-Programm, welches den Dateiaustausch mit dem Server erleichtert. Zum Pflegen der Texte ist außerdem ein HTML-Editor erforderlich, da die Text-Dateien in einfachem HTML gespeichert werden. Sehr einfaches HTML deshalb, weil in Flash nur wenige Tags interpretiert werden können, welche auch für Nicht-Programmierer leicht zu durchschauen und zu merken sind. Jedoch macht die Verwendung eines WYSIWYG-Editors das Leben um einiges einfacher. Durch die unendlichen Freiheiten in der Gestaltung und Konzeption ist es empfehlenswert diese Phasen möglichst komplett abzuschließen, bevor man mit der Umsetzung in Flash beginnt, da das nachträgliche Ändern und Anpassen unter Umständen sehr zeitaufwendig und somit auch kostenintensiv werden kann.
Was zum einen ein Vorteil in Sachen Sicherheit ist, bedeutet ebenfalls einen kleinen Nachteil, wenn man die Suchmaschinenindizierbarkeit betrachtet. Um Textinhalte den Suchmaschinen zur Verfügung zu stellen muss ein gewisser Extra-Aufwand betrieben werden. Jedoch geht es bei Fotografen oft vor allem um den Namen, ggf. die Abgrenzung des Arbeitsfeldes und vielleicht die Region in dem er vor allem aktiv ist. Diese Informationen ändern sich nicht ständig und können den Suchmaschinen mit geringem Aufwand versteckt bereitgestellt werden.
CMS und JavaScript Galerien Pro
Ein großer Vorteil von Content-Management-Systemen ist, dass man lediglich einen Browser braucht und die Seite somit von überall und jedem Rechner pflegen kann. Die Seite ist dann normalerweise sehr leicht in alle Richtungen erweiterbar. Auch an das System des Besuchers wird lediglich die Anforderung gestellt, dass er JavaScript aktiviert haben muss, um die Galerie betrachten zu können.
Das Aufsetzen einer Standardseite mit einer Standard-Galerie ist also schnell und einfach möglich. Einfache Effekte zu fokussierten Präsentation der Bilder werden in den üblichen Galerien verwendet und können in einigen Parametern bei der Implementierung problemlos angepasst werden.
Die Seite ist dann mit all ihren Inhalten für Suchmaschinen indizierbar.
CMS und JavaScript Galerien Kontra
Die Nachteile der Verwendung von CMS und den üblichen Galerien zeigen sich, wenn man sich von den Standards optisch abheben möchte und nicht den üblichen Screenaufteilungen und Konzepten folgen möchte. Möglich ist auch hier einiges, jedoch ist der Aufwand in den meisten Fällen vergleichsweise hoch. Vor allem die Anpassung für die verschiedenen Plattformen und Browser fressen bei vielen Layoutkonzepten einen großen Teil der Zeit.
Zur Verwendung eines CMS ist eine Datenbank erforderlich, dass ist heute in vielen Hosting-Paketen kein Problem und kein großer Kostenfaktor – muss jedoch bedacht werden.
Außerdem muss der Fotograf Zeit einplanen, die Handhabung des CMS zu lernen. Je nach Wahl des CMS muss man dafür den ein oder anderen Tag einplanen.
Um Bilder und Email-Adressen vor Missbrauch zu schützen muss ein gewisser Aufwand betrieben werden, der wieder zusätzliche Entwicklungszeit kostet.
Fazit
Die Kosten von beiden Varianten sind vergleichbar und immer abhängig von den genauen Anforderungen. Auch die Ladezeiten sind bei beiden Varianten ungefähr gleich, da die größte Datenmenge die Bilder sind.
Der ausschlaggebende Punkt für eine Entscheidung zu der einen oder anderen Variante sind also vor allem optischer und technischer Natur.
Will man eine Seite mit hauptsächlich Fotos und wenigen Textinhalten ansprechend und individuell zu einem vergleichsweise kleinen Preis, ist die Entscheidung für Flash in jedem Fall eine gute.
Wenn jedoch irgendwelche Gründe, und seien es nicht überwindbare Vorurteile gegenüber der Technologie, gegen Flash sprechen, kann man mit dem entsprechenden Zeitaufwand auch ansprechende und reizvolle Fotopräsentationen mit Content-Management-Systemen und einer JavaScript Galerie entwickeln.
Hat man viele vielfältig formatierte Textseiten und möchte man eine konventionelle ansprechende Webseite, so ist man mit der Wahl zu einem kleinen CMS gut beraten. Wenn Sie noch Fragen haben. Ich berate Sie gern zu Ihren individuellen Wünschen.


Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
Ein Tag Deutschland:
Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch Stephen Shore erklärt, wie man Fotografien richtig beurteilt und versteht.
Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
Vielen Dank für diesen sehr informativen und abgewogenen Beitrag. Was mich als Fotograf mit wenig Zeit und mit wenig Onlineerfahrung aber dennoch interressiert, ist die Frage wie ich das mit der Aktualisierung meiner Inhalte genau hinbekomme, sofern ich mir Flash leiste: Muss ich alle Bilder vorher für das Internet berechnen lassen? Auch die kleinen Bildchen, auf die man klickt, wenn man eins groß sehen will? Was bitte ist FTP? Vielen Dank für die Antwort.
Hallo Dominik,
die Bilder musst du tatsächlich fürs Web vorbereiten. In der Regel wird eine kleine und eine große Version verwendet. Die kleine Version ist technisch nicht essentiell, aber zu empfehen, da dann die Ladezeiten für die Indizies nicht zu sehr die Nerven der Besucher strapazieren. Das hat aber auch den Vorteil, dass man z.B. den Ausschnitt des Thumbs (kleines Bild) geziehlter wählen kann, als bei der automatischen Erstellung.
Aber viele Bildbearbeitungsprogramme bieten doch auch Stapelverarbeiteung, so dass man, bei wenig Zeit auch mal einen ganzen Schwung Bilder automatisch auf die gewünschte Größe bringen kann.
FTP ist ein Übertragungsprotokoll. Heißt in diesem Fall, dass das der direkte Zugang zu den Daten auf dem Server ist, denn irgendwie müssen die Bilder ja dort hin kommen
Da gibts ganz simple Programme, und auch Addons für Browser, mit denen diese Übertragen dann funktioniert wie Dateien in andere Ordner verschieben/kopieren im Explorer, oder Finder (je nach Betriebssystem).
Ich hoffe ich konnte dir damit schon mal etwas weiterhelfen.
Grüße Beate
hallo, vielen dank für ihren recht informativen beitrag. die möglichkeiten mit flash einfach nur ordner anzulegen, die dann automatisch neue inhalte in meine webseite einfügen, finde ich äußerst reizvoll. wissen sie auf diese funktionalität bezogen um templates kostenloser oder kostengünstiger natur, die man seinen bedürfnissen anpassen kann.
mit besten grüßen
matthias
Hallo Matthias,
von Templates dieser Art habe ich noch nichts gehört. Macht ja aber auch wenig Sinn, wenn man doch ein individuelles Design haben möchte, oder?
Die kostengünstigsten Lösungen sind ebend auch oft nicht die schönsten und sinnvollsten…
Grüße Beate
Hallo!
Mir ist der Artikel ein wenig einseitig und nicht objektiv genug. Meine letzten Erfahrungen mit Flash liegen zwar 3 Versionen zurück, sind aber ganz anders als hier beschreiben.
Vermisst habe ich, den Hinweis, dass man Flash ersteinmal kaufen muß – aktuell bei Adobe im Shop für 831,81 Euro.
Dann schreiben Sie “Die Gewöhnungszeit in ein komplexes Content-Management-System fällt damit weg…”. So komplex muß ein CMS für eine Fotografenseite gar nicht sein und Flash muß man auch erst einmal lernen, um damit eine ansehnliche Homepage erstellen zu können.
Was Sie zum Thema Indizierbarkeit von Flash schreiben, ist mit Sicherheit richtig. Aber es bringt nichts, bei Suchmaschinen nur indiziert zu sein. Die Seite muß auch gefunden werden und dazu gehört viel mehr, als nur Name und Abgrenzung des Arbeitsfeldes.
VG Andreas Bender
Hallo Andreas,
da hast du meinen Artikel vieleicht etwas falsch verstanden. Die Beschreibungen beruhen auf der Grundlage, dass der Fotograf selbst weder Flash nich sonstige Programmierkenntnisse hat, oder Zeit dafür aufwenden will und die Dienste eines Programmierers, oder/und Layouters in Anspruch nehmen möchte.
Aber du hast in dem Punkt recht, dass ein CMS keines Falls komplex sein muss. Deshalb habe ich auch die Verwendung eines kleinen CMS empfohlen…
Dort sind dann nämlich nicht zu viele unnütze Funktionalitäten drin, mit denen man sich rumschlagen muss.
Und zur Suchmaschinen-Geschichte: Auch da hast Du recht, wenn man besonderen Wert auf 1a Such- und Findbarkeit legt, hast man es mit einer textbasierten Seite in einem CMS leichter. Aber auch da kommt das Erscheinen auf Seite 1 nicht von selbst und erfordert zusätzlichen Aufwand. Da die ganze Suchmaschinen-Problematik aber ein sehr großes eigenes Feld ist und bei weitem nicht mein Spezialgebietist, kann ich hier nicht viel mehr dazu sagen…
Grüße Beate
Es gibt da sogar noch einen ökologischen Nachteil von Flash. Es ruckelt ja nicht nur auf den alten Kisten, sondern schießt die Prozessorlast steil nach oben. Das kostet richtig Energie! Müsste mal wer ausrechnen, wieviel CO2-Mehrverbrauch Flash mitbringt…
Ja nun, dann sollten grafiklastige Computerspiele gleich ganz verboten werden – der Umwelt zu liebe …
Flash ist ja gut und schön, aber man sollte die Webseite auch in Abhängigkeit der Surfgeschwindigkeit aufbauen.
Nicht jeder in Deutschland verfügt über DSL und hat mit einer Flash-basierten Webseite sehr lange Ladezeiten. Man sagt, dass ein User durchschnittlich 8 Sekunden auf den Bildaufbau wartet, bevor er die Seite wegklickt. Vielleicht wäre für den einen oder andern Fotografen einfaches Html besser.
Gruß
Ronny
Klar gibt es immer noch einige Leute die leider nicht mit DSL surfen, jedoch müssen bei Fotosteiten so oder in den meisten fällen große Fotos mit guter Qualität übertragen werden. Wie obern erwähnt ist dies im Verhältnis in jedem Fall der größere Datenanteil.
Jede der Technologien hat seine Vor- und Nachteile. Viele Vorurteile gegen Flash sitzen bei vielen Leuten noch sehr tief sitzen. Die meisten dieser Vorurteile sind seit langem überholt.
Die Vorurteile bezüglich Flash bestätigen sich doch noch immer. Nach wie vor legt der Autor alles fest, ohne dass auf den Anwender und seine Eigenschaften eingegangen werden kann. Die Barrierefreiheit ist viel geringer und auf nicht-x86 Plattformen wird es bei hochauflösenden Fotos mit Blendeffekten und Animationen ungenießbar.
Nicht alle nutzen Rechner für aktuelle Computerspiele. Diese Anforderungen muss ein man aber mittlerweile fast erfüllen, um gängige Flashseiten flüssig darzustellen. Zudem macht man sich von einem einzigen Hersteller abhängig, ob alle alten, aktuellen und zukünftigen Systeme unterstützt werden.
Man muss auch nicht vergessen dass es mehr und mehr mobil gesurft wird, und momentan noch kein Smartphone eine richtige Flash-Unterstützung bietet. In diesem Fall müsste man also wirklich an eine richtigen Mobile Version nachdenken.