Letztendlich leben Fotografien von Spontanietät – Fotograf Oliver Mark
Oliver Mark absolvierte von 1986 bis 1988 eine Ausbildung zum Fotografen. Anschließend arbeitete er als Fotoassistent u. a. in den Burda Studios Offenburg. Nach einer Festanstellung als Fotograf in einem Nürnberger Werbestudio machte Mark sich 1997 selbstständig und arbeitet seither als freier Fotograf in Berlin.
Seit 1999 ist er Mitglied im BFF. Er arbeitet regelmäßig für Publikationen wie AD, Die Zeit, Playboy, Der Spiegel, Time, Elle, Vogue, Vanity Fair und andere nationale und internationale Magazine.
Interview übernommen aus BLICKFANG – Deutschlands beste Fotografen

Anthony Hopkins, Die Zeit © Oliver Mark
Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
Mit 8 Jahren habe ich bei einem Malwettbewerb der „WZ Westdeutschen Zeitung“ den ersten Preis gewonnen, eine Reise nach München zu den Olympischen Spielen. On Top gab es ein Geschenk meines Vaters, eine KB Kamera, mit der ich erste Bilder gemacht habe. Seitdem fotografiere ich!
Auf welche Schwerpunkte haben Sie sich spezialisiert und weshalb?
Schwerpunkt ist die Portraitfotografie, allerdings denke ich da ähnlich wie Karl Lagerfeld, ob nun Portrait oder Modeaufnahme, die Grenzen sind fließend.
Ich habe gerade eine große STERN Geschichte über den Sozialstaat Deutschland fotografiert, Richter, Anwälte, Politiker. Davor für die ELLE eine 10-seitige Modestrecke mit Franziska Knuppe. Beides hat seinen ganz besondern Reiz, ich möchte es nicht missen mit Menschen zu arbeiten!
Entsteht ein besonders gutes Bild eher zufällig oder muss es sorgfältig geplant sein?
Sowohl als auch. Bei meinem Bild von Umweltminister Sigmar Gabriel für die Vanity Fair im Naturkundemuseum Berlin habe ich mir Tage den Kopf zerbrochen was ich mit ihm machen könnte und vor allem: was er auch mitmacht. Es braucht auch immer ein Gegenüber, welches sich auf eine Inszenierung einlässt.
Zufällig funktioniert natürlich auch. Bei meinem Vanity Fair Titel mit dem Eisbär Knut, hatte ich 2 Assis sowie zig Lampen dabei und dachte im Vorfeld, dass ich den Knut ausleuchten könnte. Hat natürlich nicht funktioniert, der wollte einfach nicht stehen bleiben, ist wie ein Kleinkind hin und her gelaufen und ich immer hinterher.
Letztendlich leben die Bilder von der Spontanietät.

Sigmar Gabriel, Vanity Fair (D) © Oliver Mark
Was zeichnet ein wirklich gutes Foto aus?
Neben den formalen Aspekten in der Menschenfotografie, Emotion. Ich möchte gerührt sein, auf was für eine Weise auch immer.
Welche Ihrer Fähigkeiten ist Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten behilflich?
Absolute Offenheit und der Wille jeden Tag das noch nie dagewesene Bild zu machen.
Gibt es eine Arbeit auf die Sie besonders stolz sind oder an die sie besonders gute Erinnerungen haben?
Da gibt es mehrere Bilder, z.B. die Hände von Jenny Holzer oder die Bilder von Botho Strauss. Ein wenig stolz bin ich auch auf mein erstes Buch, welches zur Buchmesse Frankfurt im Hatje Cantz Verlag erscheint.
Welche Zukunft räumen Sie der analogen Fotografie im Zeitalter der digitalen Medien noch ein?
Solange noch Kinofilme auf 35mm gedreht werden, wird es auch noch Film geben.

Christoph Daum, GQ (D) © Oliver Mark
Was wäre ein absoluter Traumjob oder ein Traumprojekt für Sie?
Helmut Schmidt zu fotografieren.
Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Sie?
Ich hatte kürzlich die Idee, frei nach Rio Reiser: „Was würden Sie tun, wenn Sie König von Deutschland wären“, Menschen immer mit einer Krone zu fotografieren. Angefangen mit Angelika Taschen. Aus dieser freien Arbeit hat sich jetzt eine Fotokolumne in einem kleinen Magazin entwickelt. So gesehen haben freie Arbeiten und Auftragsarbeiten immer miteinander zu tun.

Guenther Netzer, Vanity Fair (D) © Oliver Mark

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Bravo! Super Fotos! Besonders gefällt mir das Foto von Anthony Hopkins!