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17. August 2009 7

Berufswunsch: Fotograf

Von Marko Radloff

So offenherzige und überlegte Berufswunschäußerungen wie die Folgenden lese ich selten. Sie stammen von Philipp Paulus, einem siebzehnjährigen Schüler, der mir zuerst durch seine Bilder aufgefallen ist.

Für einen so blutjungen Beginner sind das schon recht aufregend inszenierte Fotografien und konsequenter Weise möchte Philipp ins Fashion-Beauty-Lifestyle Fach und hat auch schon ganz konkrete Vorstellung über seinen Weg. Ich zitiere einmal aus seinem Brief und vielleicht kann der eine oder andere in den Kommentaren ein paar hilfreiche Empfehlungen zu diesem aussichtsreichen Karriereanliegen abgeben.

© Philipp Paulus

© Philipp Paulus

Philipp Paulus: “Seit etwa 2008 (also meinem 16. Lebensjahr) beschäftige ich mich mit der Fotografie. Momentan gehe ich noch zur Schule um mich abzusichern und nicht ohne Abschluss da zu stehen, wenn das mit der künstlerischen- bzw. fotografischen Karriere doch nicht so klappen sollte oder es irgendwann plötzlich vorbei ist. Wenn der Abschluss dann geschafft ist, möchte ich ein soziales Jahr absolvieren, am besten in den USA als Ersatzwehrdienst und dort möglichst nebenbei bei einem Fotografen assistieren.

Abschließend dann eventuell ein Fotodesign Studium hier in Deutschland. Letztere hängt allerdings davon ab, wie sich meine Fotografie in diesem vorangegangenen Zeitraum entwickelt hat.

Absoluter Traum wäre momentan, als Assistent bei Kristian Schuller zu arbeiten.

Momentan lebe ich noch in der Nähe von Saarbrücken, im Saarland – schulisch bedingt. Meine mache ich Shootings meist am Wochenende z.B. in Berlin, in Köln oder in Hamburg. Die freien Arbeiten und das Equipment finanziere ich durch Nebenjobs an den freien Tagen, die noch übrig bleiben.

Auf die Fashion-Photography selbst bin ich gekommen, da ich mich schon immer viel mit Mode beschäftigt habe. Da in der Produktion von Mode allerdings nicht meine Stärke liegt, habe ich mich entschlossen sie einfach zu fotografieren :-) .

Mein Ziel ist es früh genug international arbeiten zu können, hauptsächlich als Modefotograf und irgendwann hoffentlich für die Vogue zu fotografieren.

Backstage Informationen zu meinen Shootings gibt es immer auf meinem Blog zu sehen: blog.philipp-paulus.com (aktuelle Bilder: www.philipp-paulus.com)”

Eine knappe Mehrheit der Bildwerk3-Leser ist in der aktuellen Umfrage der Ansicht, das ein Studium nicht zwingend erforderlich ist und setzt auf ‘Learning by doing’ und auf Assistenzen – siehe linke Spalte im orangenen Kasten.

Vielleicht könnt Ihr an dieser Stelle Philipp ein paar Hinweise für seinen weiteren Berufsweg geben: wer kommt ggf. als Assistenz-Fotograf noch in Frage, welche Hochschule wäre in der gegenwärtigen Situation für Philipp die beste Wahl? Und viele andere Dinge noch, die man mit siebzehn vielleicht noch nicht wissen kann …

© Philipp Paulus

© Philipp Paulus

Im Moment 7 Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Fotofeinkost sagt:

    Das glaube ich jetzt nicht! Das einzige, was passt, sind die Klischees mit Vogue und so. Alle wollen immer für die Vogue fotografieren. Das ist jetzt der erste, bei dem ich mir vorstelle, dass er es schaffen kann. Wenn das alles so stimmt mit dem Alter, wohl gemerkt.

    Das Wichtigste ist, einen eigenen Stil zu finden. Und dazu bietet das Studium am meisten Freiraum. Den sollte man sich gönnen, auch wenn die Ausbildung, na ja …

    Am besten gleich im Ausland studieren! Die Niederlande könnten passen. Oder St. Martins in England? Irgendwas in der Richtung. Meine persönliche Favoritenstadt für das Wunderkind wäre Tokio. Da könnte er seine schrillen Seiten ausleben und wäre im Trend. Aber so jung und schon Assi!? Um das genauer beurteilen zu können, müsste man mit ihm reden.

  2. Petra sagt:

    Ich würde das mit dem sozialen Jahr sein lassen und gleich anfangen zu studieren und zwar im Ausland, an der Quelle der Mode- und Kunstbranche in Frankreich zum Beispiel oder eben in den Staaten. Auch wenn es ein Vermögen kostet. So ein Talent muss gefördert werden. Hier steckt echtes Potenzial. Er muss sich ein Netzwerk aufbauen, die richtigen Leute kennen. Da fällt mir ein. Der Starfriseur Udo Walz, der all die Modells und Berühmtheiten mit seiner einfachen Polaroid Kamera fotografierte versteigert diese und ein VIP Styling mit ihm. Er kann ein vielversprechender Startpunkt sein, um ins richtige Geschäft zukommen. Er kennt die Leute, die sich gerne fotografieren lassen. Ein Treffen mit ihm wäre doch klasse oder? Die Auktion läuft auf http://www.tamundo.de.

  3. Philipp sagt:

    Vielen Dank erst mal für die lieben Worte :) Freut mich wirklich sehr.
    Eins direkt vorab: Doch, es stimmt alles so, wie es in dem Beitrag steht, hehe :)

    Viele Studenten haben immer mit dem Argument abgeraten zu studieren, dass man doch zu sehr in einen Richtung “gedrückt” wird und nicht genügend Freiraum gelassen wird.
    Aber durch das Studium selbst sollte man eigentlich an gute Kontakte kommen, erhoffe ich mir dadurch zumindest…

    Über die Möglichkeit, im Ausland zu studieren, habe ich noch gar nicht nachgedacht. Hatte mich bisher interessehalber nur an deutschen Unis informiert.
    Wobei das Ausland natürlich der direkte Schritt zum internationalen Arbeiten wäre.
    Guter Tipp, danke dafür!

    Zu dem sozialen Jahr: Auch wenn das Jahr “freiwilliges, soziales Jahr” heißt, wäre es in dem Fall gar nicht so freiwillig. Zur Wahl steht die Bundeswehr (null Freizeit), oder eben das soziale Jahr (je nach Tätigkeit viel Freizeit). In Ersterem sehe ich wenig Sinn, da bleibt dann keine Zeit mehr und in Letzterem wäre wenigstens noch nebenbei Zeit da. Daher die Entscheidung zum sozialen Jahr.
    Vielen Dank Petra für den Tipp zu dieser Auktion, habe es direkt gespeichert und es werde mitbieten. Vielleicht klappt das ja. Als Chance könnte man es sicherlich ansehen.

    Vielleicht hat noch einer den ein oder anderen Tipp für mich zum Kontakte knüpfen und Netzwerk aufbauen. Auch wenn es dafür kein Rezept gibt, hat eventuell noch einer einen kleinen Hinweis, der oft viel bewirken kann :) Das wäre toll.

    Lg,
    p

  4. shibumi sagt:

    ich finde das sehr schön, wenn jemand fotograph wird. ich fotorgraphiere nur für meine webseite mit einer preiswerten digicam.

  5. [...] zuletzt gab’s dann auch noch ne kleine VÖ: Bildwerk3 [...]

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