Themenmonat Bildagenturen. Zusammenfassung

Schon seit einiger Zeit verspreche ich dies: Einen zusammenfassenden Beitrag zum Themenmonat der Bildagenturen. Und hier kommt er nun: der Beitrag, der noch einmal alle Artikel auflistet und eine inhaltliche Zusammenfassung bringt.

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Geeignet oder nicht geeignet

Gleich im ersten Beitrag der Reihe ist Frau Dr. Mettner – www.mm-photoconsulting.de – darauf eingegangen für welchen Fotografen oder welche Fotografin eine Zusammenarbeit mit einer Bildagentur Sinn macht. Im Centrum steht dabei die Frage, ob er oder sie in der Lage ist marktfähiges Material zu liefern, also Fotografien, die von Agenturen und ihren Auftraggebern auch nachgefragt werden. Ein Zitat aus diesem Artikel: “Seltsamerweise denkt ja jeder Fotograf, er sei der einzige, der auf Lanzarote die Landschaft, in Island die Geysire, in Indien die Menschen am Ganges fotografiert.”

Mettner rät Fotografen mit dem Ziel Bildagentur zur Disziplin, fordert analytische Fähigkeiten und empfiehlt Spezialwissen. >> Zum Artikel Nr.1

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Diszipliniert, analysierend und kenntnisreich

Robert Kneschke arbeitet noch nicht sehr lange als Stock-Fotograf – aber wie kaum ein anderer hat er den Einstieg in die Branche durch die verlangten Tugenden realisiert. Von Fotografen-Romantik ist im Interview mit ihm wenig zu spüren, aber von Marktorientierung und von gründlicher Planung schon. Ein sehr lesenswerter Beitrag für alle, die mit dem Gedanken spielen, selber einmal für eine Stock-Agentur zu produzieren. >> Zum Artikel Nr.2

Der studierte Politologe betreibt in der Zwischenzeit einen sehr aktiven Blog über den Alltag eines Fotoproduzenten – so auch der Name. Die Analysen und Beiträge sind speziell und sachkundig recherchiert.

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Ein Bild, viele Anwender

Der Artikel, der im Kontext des Themenmonats die (statistisch) größte Aufmerksamkeit erziehlt hat, ist der Gastbeitrag von Anja Bohnhof. In ihm geht es um die Verwendung von Stock-Material im gewerblichen Umfeld und Bohnhof analysiert, warum auf Unternehmenswebseiten mit beispielhaftem Bildmaterial geworben und illustriert wird.

Dazu gibt es ein sprechendes Beispiel, wie das gleiche Foto, bei einem bekannten Microstock-Anbieter gekauft, auf gleich mehreren Unternehmenswebseiten Verwendung findet. >> Zum Artikel Nr.3

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Alles digital

Bernd Weise, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Pressebild-Agenturen und Bildarchive e.V., schildert in der Rückschau die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre und sieht in der Digitalisierung des Mediums um die Mitte der Neunziger Jahre die entscheidende Zäsur. Mit ihr wurden die neuen Geschäftmodelle wie etwa Royalty Free und Microstock erst denkbar und für die existierenden Agenturen bedeutete diese grundlegende Veränderung einen enormen Investitionsbedarf.

Hinter Microstock sieht Weise die Strategie der Anbieter, mit möglichst günstigen Preisen den Mark für sich zu erobern, um dann die Preise wiederum anzuheben, was dann auch wiederum den klassischen Bildanbietern hilft, ihre Preise am Markt durchzusetzen. >> Zum Artikel Nr.4

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Mit Niveau stark

Keinen Rückgang im Rights-Managed-Segment sieht Imme Tillessen – bei plainpicture Senior Sales Executive. Besondere Bilder haben ihren Preise und nach Tillessens Erfahrung läßt sich der in meisten Fällen auch durchsetzen.

“Individualität ist in diesen Zeiten sehr wichtig, um sich von herkömmlichen Bildagenturen abzuheben. So sehen wir uns als alternative Fotoquelle mit einem unkonventionellen, authentischen Portfolio … ” Für plainpicture zählt das Profil abseits vom Mainstream. >> Zum Artikel Nr.5

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Konzentriert und gezielt arbeitende Leute

Zu meinen persönlichen Highlights gehört ganz sicher das Interview mit Dr. Stefan Hartmann, das aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit und durch die schiere Fülle, in zwei Teilen erschienen ist. Hartmann war Chefredakteur bei VISUELL und hat heute eine eigene Publikation unter dem Titel PICTORIAL – News on the photo industry.

Der erste Teil des Interviews redet im Kern über Chancen und Risiken für Fotografen angesichts der veränderten Bedingungen und sieht klar Gewinner: Fotografen die gut im Geschäft sind und in der Zwischenzeit weltweit verkaufen; und Verlierer: Fotografen die dem Druck durch die Globalisierung und der weltweiten Konkurrenz nicht gewachsen sind.

Im zweiten Teil erzählt Hartmann, wie die Digitalisierung das Geschäft mit den Bilder verändert hat und welche Besonderheiten es im amerikanischen Urheberrecht gibt. >> Zum Artikel Nr.6 (Teil 1) und >> Zum Artikel Nr.7 (Teil 2)

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Gefunden werden

Was im digitalen Zeitalter selbstverständlich scheint: das jemand der ein Bild sucht, es online auswählt und in der benötigten Auflösung gleich herunterlädt, nachdem er es für die entsprechende Verwendung bezahlt hat, diesen Service bietet FOTOFINDER als Dienstleistung für Bildagenturen und auch für Fotografen an.

FOTOFINDER ist ein B2B-Marktplatz für Bilder, genauer für Bildrechte. Im Interview beschreibt Frank Tölle Idee und Geschäftsmodell >> Zum Artikel Nr.8

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In Bewegung

Klaus Plaumann, Leiter Marketing und Archive bei Picture Press und Vorstandsmitglied im BVPA, vielen in der Branche bekannt nur als KP und nach meiner Einschätzung ein guter Kenner der nationalen und internationalen Bildagentur-Szene und darüber hinaus ein großer ‘Kontakter’ analysiert in seinem Gastbeitrag die Entwicklungen auf dem überseeischen Bildermarkt.

Plaumann bewundert den Mut, den man beispielsweise in den USA aufbringt, um neue Agenturen auf dem Markt und gegen die Marktmacht der Großen zu etablieren. In erster Linie durch besondere Ideen und ‘Kopf in den Sand stecken’ gilt nicht. >> Zum Artikel Nr.9

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Alles eine Frage von Qualität und Kundennähe

Bei den Verantwortlichen von mauritius images will man mit Erfahrung, Qualität und professionellen Ansprechpartnern in der Krise bestehen.

Auch bei mauritus images – wie bei vielen anderen Agenturen übrigens auch – hat das Internet den Katalog als Marketinginstrument längst abgelöst. Kataloge werden nur noch auf ausdrücklichen Kundewunsch verschickt. Die Hochzeit der Kataloge sei seit sechs oder sieben Jahren endgültig vorbei. >> Zum Artikel Nr.10

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Umbruch als Wagnis

Nach Einschätzung von Susanne Baumgarten von vario images befindet sich der gegenwärtige Bildermarkt noch mitten in einem großen Umbruch. Neue Medien, Lizenzierungsformen und Vertriebswege brechen die traditionellen Strukturen auf und im Moment ist nicht abzusehen, wohin diese ganzen Entwicklungen gehen werden.

Wer als Fotograf für vario images arbeiten möchte, muss zum Profil der Agentur passen und qualitativ hochwertige Bilder liefern. Wobei vario images sowohl im Kreativ- als auch im Newsbereich aufgestellt ist. Über eine Zusammenarbeit mit einem Fotografen oder einer Fotografin entscheidet Susanne Baumgarten >> Zum Artikel Nr.11

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Der richtige Moment

Steffen Peine, früher bei Getty, heute Geschäftsführer bei der Bildagentur Bilderberg berichtet über seinen persönlichen Neustart und die Chancen von Fotografien mit Charakter: “Bilder müssen vermitteln und erzählen, Emotionen einfangen können. Der richtige Moment, die richtige Kameraeinstellung eben. Qualitativ hochwertige Fotografie ist nach wie vor gefragt, dennoch ist das keine Garantie mehr … ”

Und über Fotografen und Agenturen – ein schönes Schlusswort: “Fotografen sind Idealisten, für sie steht das Fotografieren, das Bild im Vordergrund. Ich fände es fatal, seiner eigenen Berufung nicht mehr zu folgen. Gerade deswegen muss es auch weiterhin Bildagenturen geben, die sich der Vermarktung professionell annehmen.”  >> Zum Beitrag Nr.12

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Wenn ich mir heute die Liste mit den Beiträgen anschaue, bin ich erstaunt wieviel Stoff durch ein bisschen Planung im Vorfeld und die Fokussierung auf ein Thema zusammenkommt und wie viele interessante und nette und ernsthafte Leute ich durch die Aktion kennenlernen durfte. Noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle die mitgemacht haben – im März anno 2009.

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