Bilder der Krise
Fotografen sollten mal wieder bis in die Puppen schlafen, sich ordentlich besaufen, zum Kotzen in den Park gehen, das Girokonto maßlos überziehen und die Festplatten formatieren oder den Ratschlägen zum Update von Frau Dr. Mettner folgen oder beides. Mettner rät zur täglichen Muße – sag ich ja(!) – dabei möge jeder seine Form finden.
Und bei Mettner geht das nicht ab, ohne einen Seitenhieb auf die Familie, denn ich glaube, die hält Frau Mettner eher für Arbeit, als für Entspannung – und recht hat sie damit in gewisser Weise irgendwie schon und doch wieder in gewisser Weise irgendwie nicht: Familie geht irgendwann vorbei und bleibt einem doch erhalten. Aber genug davon …
Andere Bilder sehen
Was dann kommt in diesem Beitrag von Frau Dr. Mettner ist nicht weniger anspielungsreich: sechs konkrete Handlungsanweisungen, um wieder aufzutanken, die Fotografenrübe wieder klar zu kriegen, das Verhältnis zu den eigenen Bildern zu erneuern. Wobei mir Punkt Nummer zwei am dichtesten kommt und am meisten aus der Seele spricht: “Das Foto eines anderen Fotografen als Wandbild zu kaufen und wenn Sie es nicht tun, verabschieden Sie den Gedanken, Ihre eigenen Prints verkaufen zu wollen!” Wie weise! Rest auf der Seite …
Über die Programmplanung
Ich muss hier mal was loswerden: das schöne am Online-Magazin machen ist unter anderem, dass man einen Plan verschieben kann – also keine Drucktermine einhalten muss. So verschiebe ich schon eine ganze Weile den zusammenfassenden Beitrag zum Monat der Bildagenturen – kommt endlich in der nächsten Woche – und das im letzten Blogpost-Beitrag angekündigte Interview mit Simon Reinitzer von der Fotografen-Repräsentanz ‘Take Agency‘ wird um zehn Tage verschoben und damit verschiebt sich auch einiges andere …
Dafür gibt es in der nächsten Woche ganz sicher ein Interview mit Christoph Künne dem Herausgeber und Chefredakteur von DOCMA, dem Magazin für digitale Bildbearbeitung – das Interview ist nämlich schon im Kasten. Anlass sind zwei Workshops die Künne auf dem Horizonte Fotofestival in Zingst geben wird. Thema der Workshops und indirekt auch des Interviews: Lightroom und RAW.
Krise – Antikrise
Die ausführliche Pressemappe des Fotofestival Horizonte hat in diesem Jahr 121(!) Seiten. Das ist eine enorme Steigerung zum letzten Jahr. Auch das Programm scheint vielfältiger, die Sponsoren honoriger, die Referenten prominenter. Da schauen wir noch mal drauf: vom 30.05. – 07.06.2009.
Am meisten fasziniert hat mich in dieser Woche der Beitrag von Joachim Hoelzgen bei Spiegel Online: “Fluch der schweren Pötte” und im Beitrag wiederum die Bilder. Hoelzgen hat aus ganz unterschiedlichen Bildquellen – Getty, Corbis, Reuters, AFP – Aufnahmen Hieronymus Bosch’ser Dimension zusammengetragen und zeigt Sinnbilder der gegenwärtigen Krise.







Danke für den Hinweis auf meinen Artikel, aber ich rate keineswegs zur Muse, es sei denn man ist Single, sondern eher zur Muße. Und wie kann man darauf kommen, ich hätte was gegen Familie? Im Gegenteil finde ich es wichtig, sich im Familienurlaub auf die Familie zu konzentrieren – und nicht zu meinen, man müsse da auch noch “für sich” fotografieren. Immer ähnliche Strand- und Reisefotos gibt es doch schon genug. Wie wär es mit schönen, mit professionellem Auge fotografierten Fotos von der Familie? Die sind individuell, persönlich, emotional. Sehe ich leider selten …
Zum Thema Krise habe ich auch ein entsprechendes Foto. Ist zwar schon etwas älter aber nicht weniger aktuell:
Spielen und verlieren?
Viele Grüße
Lars
Oh ja natürlich, sorry für die Muse. Hab das mal gleich berichtigt, verfälscht tatsächlich sehr den Sinn und muss Muße heissen. Danke!