Mietstudio oder eigenes Fotostudio – Entscheidungshilfe für Fotografen

Darf's ein bißchen mehr Raum sein? Michael Kirchner erläutert in seinem Gastbeitrag welche Vorzüge und welche Nachteile Mietstudios für Fotografen haben. Ergänzungen ausdrücklich gewünscht ...
Gastartikel von Michael Kirchner, der als Fotograf im Raum Frankfurt Mannheim arbeitet.
Nicht alle Fotografen benötigen ein Fotostudio, um ihre Fotos zu machen. Architektur-, Landschafts- und Tierfotografen brauchen kein Fotostudio.
Aber People-, Akt- und Werbefotografen kommen in der Regel ohne ein gut ausgestattetes Fotostudio nicht aus.
Die Anforderungen an ein Fotostudio sind nicht gerade gering. Auch wenn die Ansprüche sehr unterschiedlich sind, macht ein Fotostudio nach meiner Auffassung erst ab einer Grundfläche von 50 qm und einer Raumhöhe von 2,80 m, besser 3,50 m Sinn. Einen solchen Raum dauerhaft zu mieten und mit dem nötigen Licht-Equipment auszurüsten, zieht erhebliche Kosten nach sich. Daher greifen viele Fotografen – Amateure aber auch Profis – gerne auf ein Mietstudio zurück.
Ich selber habe einige Jahre Mietstudios genutzt und habe die Vor- und Nachteile kennengelernt. Mittlerweile habe ich mit Kollegen gemeinsam ein eigenes Studio (130 qm), das für 99 Prozent meiner Arbeiten ausreicht.
Im folgenden liste ich ein paar Entscheidungskriterien auf, die aus meiner persönlichen Sicht die Vor- und Nachteile der Nutzung von Mietstudios beleuchten. Andere Fotografen werden vielleicht zu anderen Ergebnissen kommen, weil sie andere Schwerpunkte setzen oder auf andere Dinge wert legen.
Vorteile
Keine Fixkosten: Ein Studio dauerhaft zu betreiben, zieht erhebliche Fixkosten nach sich: Miete, Heizung, Versicherungen … Diese Kosten fallen an, egal ob und wie oft man das Studio nutzt. In auftragsschwachen Zeiten stehen also niedrigere Einnahmen den unveränderten Ausgaben gegenüber. Bei der Nutzung von Mietstudios ist das anders: Man zahlt nur, wenn man tatsächlich im Studio arbeitet.

Die etwas ärmliche Variante: Licht von links, Licht von rechts und eine weiße Wand ... Fotos: istock.com
Einfaches Ausprobieren möglich: Insbesondere Fotoamateure und Einsteiger in die Berufsfotografie, die die Studiofotografie nur gelegentlich betreiben oder überhaupt erst einmal ausprobieren möchten, sind mit einem Mietstudio gut bedient. Kleinere Mietstudios sind bereits ab 15 Euro pro Stunde zu mieten und die Besitzer solcher Studios helfen den Einsteigern sehr gerne, sich im Studio zurecht zu finden.
Flexible Studiogröße: Je nach Auftrag kann man ein kleines, günstige Studio mieten oder ein größeres, wenn es erforderlich ist.
Keine Investitionen: Kosten für Einrichtung, Anschaffung des Lichtequipments und Reparaturen fallen nicht an.
Ortswechsel einfach möglich: Je nachdem, wo Kunden ein Shooting benötigen oder wo man sich selber gerade aufhält, ist die Miete eines Fotostudios möglich. Ist man an sein eigenes Studio gebunden, ist ein Ortswechsel nicht möglich.
Unterstützung durch Betreiber / Assistenten: In vielen Mietstudios ist durch den Studiobetreiber oder Assistenten eine Unterstützung bei der Arbeit möglich. In der Regel verfügen die Studiobetreiber außerdem über ein gutes Netzwerk an Visagisten, Models, Catering-Firmen und weiteren Dienstleistern.
Nachteile
Kosten: Nutzt man intensiv ein Mietstudio, übersteigen die Mietkosten nach einiger Zeit die Kosten, die ein eigenes Studio verursachen würde. Daher ist es sinnvoll, eine realistische Abschätzung der voraussichtlichen Nutzung zu erstellen und die jeweiligen Kosten gegenüber zu stellen.
Geringere zeitliche Flexibilität: In ein eigenes Studio kann man ohne Vorausplanung schnell einmal hinein, bei einem Mietstudio muss man sich vorher anmelden und kann das Studio nur mieten, wenn es verfügbar ist.
Persönliche Gegenstände im Studio: Viele nützliche Kleinteile oder persönlich benötigte Gegenstände wird man im eigenen Studio deponieren (Requisiten, Vertragsformulare, eigene Portfoliobücher, …). Im Mietstudio muss man solche Dinge bei jedem Besuch erneut wieder mitbringen.
Effizienteres Arbeiten: Im eigenen Studio kennt man sich sehr gut aus. Man weiß “im Schlaf”, wie Blitze einzustellen sind oder wo sich Requisiten befinden. Im fremden Studio muss man sich erst einmal zurechtfinden und eventuell an die Bedienung ungewohnter Technik gewöhnen.
Es gibt sicher noch viel mehr Argumente für oder gegen die Nutzung eines Mietstudios. Für mich selber haben die oben angeführten Überlegungen dazu geführt, dass ich nun in einem eigenen Studio arbeite. Ich will aber nicht ausschließen, dass sich das je nach Bedarf auch wieder ändert.
Wie sieht das bei Euch aus? Welche Gründe haben bei Euch dazu geführt, Mietstudios zu nutzen oder ein eigenes Studio einzurichten?


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Hallo,
ich muss Deine Punkte absolut unterstreichen.
Ich habe einige Jahren in Spanien verbracht und war dort hauptsächlich im Outdoor-Bereich tätig, daher stellte sich für mich dort weniger die Frage.
Seit dem ich wieder in Deutschland bin, habe ich mich mehr mit dem Thema Studiofotografie auseinandergesetzt. Natürlich ist es keine Frage, dass man mit einem eigenen Studio flexibler ist.
Momentan habe ich mir ein paar Basics besorgt, so dass es kurzfristig kein Problem ist ein paar Portraits oder ähnliches zu machen. Dazu reichen 2-3 Papierhintergründe mit einem mobilen Hintergrundstativset.
Natürlich muss ich sagen, dass ich natürlich den Vorteil habe, dass ich seit Ende letztem Jahres bei der tanala Foto GmbH arbeite ( http://www.tanala.de ) und daher auch jederzeit unser Mietstudio nutzen kann. Wobei ich hier natürlich nicht so flexibel sein kann und die Buchungen von Gästen immer Vorrang haben.
Viele Grüße
Marco Marten
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Ne Frage wenn ich die Fotos in eine Mietstudio mache ich bin der urheber, muss ich immer die name der Fotostudio nehenen ? oder nicht, danke.
Wer hinter der Kamera steht ist der Urheber. Die Location spielt dabei keine Rolle.