Nils Klinger gewinnt Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis geht an den Kasseler Fotografen, der mit seiner Serie ‘Demarkation’ die Jury am meisten überzeugen konnte.
Überzeugend fanden die Juroren die ‘grundsätzliche Auseinandersetzung’ mit dem Thema Flucht, das in der Welt-Gegenwart ungeheuer präsent sei und die eindringliche fotografische Inszenierung die die Situationen von ‘Flucht’ erlebbar mache. Ebenfalls nominiert für den Merck-Preis waren die Fotografinnen Steffi Klenz und Maria-Franziska Löhr.
Es gehört zum Merck-Preis, das schon die Nominierung eine Auszeichnung ist, weswegen ich allen gratuliere und für ihre fotografische Zukunft alles Gute wünsche.

10. März 1970 Am Morgen, gegen 8.00 Uhr, besteigen Eckhardt und Christel Wehage mit weiteren 15 Passagieren eine Maschine der Interflug auf dem Ost-Berliner Flughafen Schönefeld, die planmäßig nach Leipzig fliegen soll. Nach dem Start bedrohen sie die Stewardess mit Makarow-Pistolen und verlangen eine Kursänderung nach Hannover. Doch die Besatzung, die sich im Cockpit eingeschlossen hat, lässt sich nicht einschüchtern. Versuche des Ehepaares, die Tür zum Cockpit aufzuschießen, misslingen. Als die Maschine nur zehn Minuten nach dem Start sicher in Berlin-Schönefeld landet, begehen Eckhardt und Christel Wehage auf ihren Sitzen Selbstmord. © Nils Klinger

26. Juli 1949 Die 12-jährige Brigitte Frauendorf flieht in der Nacht des 26. Juli mit ihren Eltern und weiteren sieben Personen über die Grenze im Bereich Kirchgandern. Hierbei werden sie von zwei wachhabenden Grenzpolizisten entdeckt, woraufhin die Flüchtlinge aufgeschreckt in ein nah gelegenes Kornfeld fliehen. Nach nicht beachtetem Warnschuss werden gezielte Schüsse abgegeben. Brigitte Frauendorf wird durch einen Bauchschuss getroffen und verstirbt während des Transportes zur Grenzkommandostelle. © Nils Klinger
Zum Merck-Preis 2009 für „Vision – Aussicht aufs Leben“
Bereits zum zweiten Mal wird der Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie vergeben. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird innerhalb des Rahmenprogramms für die beste Arbeit verliehen, die zuvor aus dem Wettbewerb um die Nominierung hervorgegangen ist.
Im Herbst hat die Jury aus 298 Einsendungen für das Rahmenprogramm der Darmstädter Tage der Fotografie 38 Arbeiten ausgewählt. Das Thema „Vision – Aussicht aufs Leben“ wurde in einem breiten Spektrum bearbeitet und ist eine Erweiterung der Positionen der Hauptausstellung im Designhaus.
Das Kuratorenteam des Festivals bildet auch gleichzeitig die Jury, die aus den Initiatoren und Vorstand der Darmstädter Tage der Fotografie sowie Ute Noll, Kuratorin on-photography.com, und Prof. Dr. Kris Scholz von der Hochschule Darmstadt besteht.
Stifter und Namensgeber des Preises ist das in Darmstadt ansässige Pharma- und Chemieunternehmen Merck.







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