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Suche Dein Bild, um zu sehen wo es verwendet wird – der TinEye-Gedanke
Nachdem der Beitrag mit dem mehrfach verwendeten iStockphoto-Foto für einen kleinen Wirbel gesorgt hat, lege ich bei diesem Thema heute einmal nach. Aus den Kommentaren zum Beitrag stammt der Hinweis auf TinEye – einer speziellen Suchmaschine, die die Häufigkeit eines im Netz verwendeten Fotos anzeigt. Was macht TinEye? Was kann TinEye? Was kann TinEye nicht?
TinEye ist eine spezielle Bilder-Suchmaschine – gegenwärtig in der Beta-Phase – die eine besondere Bild-Indentifizierungsoftware, eine Art Mustererkennung nutzt und auf diesem Wege Fotos und Grafiken anhand ihrer optischen Eigenschaften analysiert und Duplikate im WWW aufspürt. Das funktioniert auch, wenn lediglich Bildausschnitte verwendet werden oder Bilder durch Farb- und Tonwertanpassungen verändert wurden.

Die Suche nach Cartier-Bressons bekanntem Motiv bringt 76 Einträge bei TinEye
Dabei ist die Anwendung von TinEye kinderleicht. Die Suche mit TinEye startet, indem man entweder ein Bild via Upload zu TinEye schickt oder TinEye den Wert einer Bild-URL übergibt. Das Ergebniss erscheint unverzüglich (searched over 1.02 billion images in 0.413 seconds). Man erfährt zunächst die Anzahl der Verwendungen und bekommt eine Auflistung mit detailierten Ergebnissen. Mit dem einzelnen Ergebniss erfährt man im Wesentlichen Dateinamen, Dateigröße, Dateiformat, URL und den exakten Speicherort im Netz. Damit ist jede Zuordnung möglich und keine Bildnutzung kann sich verstecken.
Nach Auskunft von TinEye durchforsten die Spider der Suchmaschine täglich das Netz und verpassen den Images ihre ‘Fingerabdrücke’, die dann im Index von TinEye landen. Sobald eine Suchanfrage gestellt wird, werden diese digitalen Signaturen mit der digitalen Signatur des Musters verglichen und bei Übereinstimmung ausgegeben. TinEye hat ein paar verblüffende Suchergebnisse beispielhaft aufgelistet.
Angemeldete Benutzer können die Ergebnisse der Suche und das hochgeladene Bildmaterial in ihrem Benutzerprofil hinterlegen und auf diese Art und Weise anderen dauerhaft zugänglich machen. Für nicht angemeldete Besucher werden der Link zur Suche und das eventuell bereitgestellte Foto oder die Grafik wieder gelöscht.
TinEye erkennt nicht den Inhalt eines Bildes
TinEye ist darauf spezialisiert, Bilder anhand ihrer formalen Kriterien zu analysieren. Die Eigenschaften des Bildes werden digital verarbeitet und für den Vergleich mit anderen Bildern bereitgestellt. TinEye kann aber nicht erkennen, was sich auf dem Bild befindet und daher auch nicht dazu verwendet werden, um Bilder mit ähnlichem Inhalt herauszusuchen – es ist nicht möglich verschiedene Bilder mit der gleichen Person oder den gleichen Dingen ausfindig zu machen.

Ein paar mehr Einträge bekommt geliefert, wer nach diesem Werbemotive für das aktuelle iPhone forscht - gegenwärtig 5309 Ergebnisse
Wer für seine Website die Indexierung durch TinEye verhindern möchte, tut dies am sichersten durch eine Anpassung der robots.txt, indem er folgenden Inhalt einfügt:
#Disallow TinEye - Image trawler Search Engine User-agent: TinEye Disallow: /
Fazit
TinEye bietet faszinierende Möglichkeiten um der Verwendung von Bildern im Netz nachzuspüren. Die Suche funktioniert zügig und die Bedienungslogik ist anwenderfreunlich. Allerdings merkt man den Ergebnissen an, das TinEye erst am Anfang der Durchforstung des gesamten WWW steht. TinEye selbst vermerkt dazu: … and we crawl as much as we can. Wir crawlen soviel wir können.


Lothar Seifert - 15. März 2009
Disallow TinEye, dass ist natürlich was für die Bilderklauer. Dann kann man ja leider unberechtigt veröffentlichte eigene Bilder nicht finden. Ansonsten steckt in dieser neuen Möglichkeite sicher sehr viel Arbeit drinn. Bilder