Zauberwort Hybridfotografie
Im Buch der Woche bei fotointern.ch wird ein Band vorgestellt: “Analog fotografieren, digital verarbeiten”. Für mich immer noch der beste Weg um die Anschaffung einer teuren digitalen Mittelformat zu umgehen und dennoch mit dem großen Format und seinen Vorzügen arbeiten zu können. Sicher nicht für alle Anwendungsbereiche denkbar – das Kinderfest nebenan oder das Firmenjubläum scheiden für eine hybride Arbeitsweise bestimmt aus.
Aber wenn ich an Wintertagen wie derzeit unterwegs bin, auf der Suche nach Motiven über die ich länger nachdenke, hole ich die bewährte Mittelformat-Analoge raus, lege einen gutmütig-tolerant-feinkörnigen Negativfilm ein und mache meine Aufnahmen. Für Landschafts- und Architekturaufnahmen bestimmt auch finanziell immer noch eine lohnende Kiste.
Das Buch von Erich Baier mit dem Untertitel ‘Vom Bild zur Datei, von der Datei zum Bild’, schildert die Vorgehensweise beim hybriden Fotoworkflow. Beide Verfahren haben ihre Vorzüge: Farbsättigung, Toleranz und Dynamikumfang bei analogen Aufnahmematerialien, Bildbearbeitung, Bildarchivierung und Konsistenz bei der Ausgabe durch den digitalen Prozess. Durch die hybride Vorgehensweise entstehen hochwertige Bilddateien, auch wenn das Ausgangmaterial eben ein in Chemie entwickelter Film ist.
Dieses Buch ist bestimmt der Beginn einer ganzen Reihe von Publikationen, die sich des Themas annehmen werden. Die Zusammenfassung für den besprochenen Band klingt noch ein bißchen allgemein – sodas die Gefahr besteht, dass dieses wichtige Thema nur im Anriss behandelt wird. Ich werde mich bei Gelegenheit einmal reinlesen …
‘Analog fotografieren, digital verarbeiten’ bei Amazon



Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
Ein Tag Deutschland:
Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch Stephen Shore erklärt, wie man Fotografien richtig beurteilt und versteht.
Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
Du schreibst:
“Dieses Buch ist bestimmt der Beginn einer ganzen Reihe von Publikationen, die sich des Themas annehmen werden.”
Ich glaube eher nicht. Der hybride workflow, der diesen schrecklichen Namen noch nicht hatte, als es erst vernünftige Scanner, aber noch keine nutzbaren/bezahlbaren Digitalkameras gab, hat im subjektiven Empfinden der meisten Fotografen einen entscheidenen Nachteil: Er hat zwei zusätzliche Arbeitsschritte (Entwickeln, Scannen) bis die Primärbefriedigung eintritt, die eigenen Bilder schön gemütlich zu hause auf dem Bildschirm ansehen zu können. Einzige Arbeit auf der digitalen Schiene bis dahin: Kärtchen einstecken. Das das Film-Bild bis dahin schon fertiger, durchgearbeiteter ist, wird so nicht gesehen.
Der Meinung muss ich mich allerdings auch anschließen. Man spart wesentlich mehr Zeit, wenn man auf der digitalen Ebene bleibt. Und Zeit ist heutzutage ein wichtiger Faktor, besonders in der Berufswelt.
Ein weiterer Vorteil der digitalen Fotografie ist die Archivierung. Am PC findet man schneller bestimmte Fotos mit entsprechender Software.
Hybridfotografie… da bin ich ja voll im “Trend”.
Natürlich spart man Zeit, wenn man auf der digitalen Schiene bleibt. Für die Auftragsfotografie heute ein Muß, ich brauche keinem Kunden mehr mit einem Film an zu kommen
Aber meine freien Projekte, fotografiere ich am liebsten “hybrid” auf Rollfilm und scanne die besten Bilder ein.
Es gibt ein ganz anderes Bildergebnis, wenn ich vor meinem Modell stehe, die Belichtung per Hand messe, die Kamera scharf stelle und dann erst auslöse. Zumal nur 12 Bilder auf einen Film passen und Film mit Entwicklung um die 12 Euro kosten – da überlegt man vorher, ob man abdrückt oder nicht.