Absolut echt geflunkert
Ein simpler Fall von Titelfoto-Manipulation ist nach 30 Jahren ruchbar und führt zum wohl meist kommentierten Medienbeitrag in der zurückliegenden Jahreswende – mit mehr als einhundert Kommentaren. Und da uns das Thema ein bißchen was angeht, empfehlen wir den Beitrag von Niggemeier gern.
Die Hintergründe: Vor 30 Jahren war auch Winter; der Fotograf Kai Greiser fotografiert den verschneiten Norden der Republik im Auftrag von ‘Spiegel’ und ‘Geo’ und hernach will auch der ‘STERN’ Bilder exklusiv einkaufen. Das im ‘STERN’ veröffentlichte Foto – auf der Titelseite – ist allerdings, wie sich heute herausstellt – besser, wie Stefan Niggemeier mit analytischem Scharfsinn herausgefunden hat – ein Montage. Den Bildredakteuren vormals mag der Bildeindruck nicht spannend genug gewesen sein oder der Vordergrund einfach zu leer, sie haben auf der verschneiten A7 zwei Personen eingefügt, die dort nicht standen.

STERN Titelfoto vor 30 Jahren. Quelle: SPIEGEL ONLINE
Die Manipulation ist offenkundig! Gleichwohl, genauso könnte es ausgesehen haben – damals. Der Fall mutet angesichts der Möglichkeiten die jedem Fotografen und Redakteur heute zur Verfügung stehen seltsam antiquiert an. Dennoch enthält gerade dieser Fall den ganzen Stoff, aus dem diese Mediengeschichte aus Schummelei und Inszenierung immer wieder neu erzählt werden kann. Und ein bißchen praxisfern erscheint die Versicherung von STERN Chefredakteur Thomas Osterkorn, solch ein Fall sei heutzutage nicht so ohne weiteres möglich.
Nun treffen in den Kommentaren bei Niggemeier Pragmatiker und Moralisten auf’s schönste aufeinander, weswegen man auch die lange Kommentarliste unbedingt zu Ende lesen muss. Mein Favorit unter den Wortmeldungen ist die von Peter Vierig, der meiner Meinung nach zurecht darauf hinweist, dass die Grenzen fließend sind und der Begriff ‘echte’ Fotografie in Zeiten digitaler Bildproduktion mindestens hinterfragt gehört.


Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
Ein Tag Deutschland:
Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch Stephen Shore erklärt, wie man Fotografien richtig beurteilt und versteht.
Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
Sicher das es nicht an der Seite in klein gekennzeichnet ist?
1979? Glaube ich eher nicht. Nicht bei dieser Art ‘Montage’ …
[...] bildwerk3 Über den Autor: Ralf-Jürgen [...]