Der Bildermarkt: Einfacher wird es nicht
Die etablierte Bildagentur-Messe des BVPA, die PICTA, geplant für den März 2009, wurde am 15.12.08 offiziell abgesagt. Der Grund: das gewohnte breite Spektrum an Bildanbietern und damit die Qualität der Messe ist nicht gewährleistet.

Gastbeitrag von Klaus Plaumann, Vorstandsmitglied des BVPA:
Die mittelständischen Bildagenturen in Zeiten der Krise und des Wandels
2008 kamen in die Börsensäle der Handelskammer Hamburg 41 Aussteller. Für die PICTA 2009 hatten sich, obwohl der Anmeldetermin mehrmals nach vorn verschoben wurde, nur 34 Aussteller angemeldet. Damit hätte die Messe nur in einer, nicht einmal ausgebuchten Halle stattgefunden. Die 2008 in Halle 2 geplante Fläche für Seminare und Vorträge, die einen wesentlich Anteil für die Besucher ausmachte, wäre nicht mehr möglich gewesen.
Der BVPA verständigte sich deshalb mit dem Messebauer Luckwaldt auf eine komplette Absage. Für das nächste Jahr sollen Vorschläge für kleinere, individuellere PICTA-Veranstaltungen, auf denen sich Bildanbieter und Kunden treffen, erarbeitet werden.
Denn warum war die Teilnahme der Bildagenturen so gering? Warum haben so wenige Firmen diese große und wichtige Plattform für das Bildgeschäft unterstützt? Die Kosten spielen dabei eine wichtige Rolle. Der Druck auf dem Bildermarkt wird immer stärker, die kleinen und mittleren Betriebe müssen jedes Jahr härter arbeiten, um Gewinne zu erzielen. Da muß auf jeden Extra-Euro geachtet werden, den man für das Marketing ausgibt. Zudem droht allen im kommenden Jahr, aufgrund der Wirtschaftskrise, ein zusätzlicher Einnahmeschwund.
Woran liegt aber die grundsätzliche, eher negative Stimmung? Was bestimmt die Marktsituation?
Marktführer Getty hat kürzlich Jupiter Images, den bis dahin drittgrößten Bildanbieter gekauft. Damit kommt Getty in Deutschland auf einen Marktanteil von ca. 25 %. Mit Sonderverträgen gewährt Getty Kunden Preisnachlässe, die sich durch die Marktposition und die Menge lizensierter Bilder rechnen. Inzwischen ist das deutsche Kartellamt aufmerksam geworden. „Die wissen ziemlich genau, was sich auf dem deutschen Markt mit Getty abspielt“ weiß Bernd Weise, Geschäftsführer des BVPA zu berichten,“die haben schon ein Auge auf den Marktführer geworfen“. Was dem Kartellamt noch fehlt, ist eine Gesamteinschätzung des Bildermarktes in Deutschland und Hinweise auf Wettbewerbsverzerrungen (z.B. Sonderverträge mit Bildredaktionen), um gegen die Marktkonzentration einzuschreiten.
Und Microstock sollten wir dabei auch nicht außer Acht lassen. Bildnutzer sind heute in der kompfortablen Situation, angesichts des weltweiten riesigen Angebots die günstigsten Einkaufsquellen zu nutzen. Für einen niedrigen Preis wird auch schon mal über die Qualität hinweg gesehen. Genau da liegt aber zunehmend das Problem der Bildagenturen, die sich um die beste Qualität und Serviceleistung bemühen. Die „Aldisierung“ wird so manchem Feinkostladen das Leben kosten. Die Medien werden möglicherweise eines Tages aber auch feststellen, dass sie zu der Foto-Billigware selbst beigetragen haben und damit ihr eigenes Niveau beschreiben.


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Nicht ganz unwichtig in diesem Zusammenhang die Meldung, dass ab dem 01. Januar 2009 ‘picture alliance’, das Tochterunternehmen der dpa Deutschen Presse-Agentur Mitglied im BVPA – Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive e.V. – sein wird. Das gibt angesichts der gegenwärtigen Situation dann doch Hoffnung auf einen Fortbestand beziehungsweise Weiterentwicklung auch der PICTA …
Die dpa Picture-Alliance GmbH mit Sitz in Frankfurt/Main ist als 100%iges Tochterunternehmen der dpa Deutsche Presse-Agentur – der größten deutschen Nachrichtenagentur – auf dem Gebiet der Bildproduktion, -Dokumentation und -Vermarktung eine der führenden Bildagenturen in Deutschland. Hauptbildlieferanten sind die Leading Members dpa-Bilderdienste, akg-images, Bildagentur Huber, kpa, OKAPIA, Photoshot und PicturePress. Die Agentur betreibt unter http://www.picture-alliance.com ein Contentportal mit aktuell 8 Mio. Bildern, Grafiken und Videos zu Themen wie Nachrichten, Politik, Sport, Wirtschaft über Kunst, Historie, Natur und Reise bis hin zu Lifestyle, Wellness, Entertainment und Stock.
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