Freiraum in Grenzen
Im Interview mit SPIEGEL ONLINE spricht der Fotograf Arno Fischer von seinen Erlebnissen und seinen Arbeitsbedingungen in der ehemaligen DDR. Man wird dabei den Eindruck nicht los, das dieser untergegangene Teil Deutschlands das bessere, das menschlichere Fotoland war. Fischer jedenfalls hat sich seine fotografischen Freiräume scheinbar mühelos erarbeiten können, ja man kann zu dem Schluss kommen, das gerade dieses bedingte Gefangensein die Konzentration auf das Wesentliche nur befördert hat.
Die gezeigten Fotografien, Bilder aus dem Berlin der fünfziger und sechziger Jahre, Mode und einige Porträts verraten einen einfühlsamen, wachen Geist, der mit viel Liebe und darum wenig Oberflächlichkeit den Menschen jener Jahre nahe gekommen ist. Prägende Bilder, sagt man so schön und tatsächlich ist die Zeit in unserer Vorstellung unverrückbar mit diesen Schwarzweiß-Fotografien verbunden.
Arno Fischer unterrichtet heute an der Ostkreuzschule in Berlin. Zu seiner Arbeit dort meint er im Interview: “Meine Studenten machen alle ihre eigenen Sachen. Sie kommen mit ihren unterschiedlichen Projekten, die wir auf dem Tisch ausbreiten. Ich mache drei Stapel: spitze, gut, raus. Oft kennen meine Studenten ihre Qualitäten gar nicht, und ich helfe Ihnen zu erkennen, wo ihre Bilder anfangen zu schwingen.”

Berlin 1956 © Arno Fischer


Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
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