13. November 2008 4

Für Architekturfotografen: das Sinar arTec Kamerasystem

Von Redaktion Bildwerk3

Mit dem Slogan ‘von Fotografen konzipiert für Fotografen gebaut’ wirbt der Schweizer Kamerahersteller für sein neues Kamerasystem – zugeschnitten auf die Bedürfnisse professioneller Architekturfotografen. Das Traditionsunternehmen aus Feuerthalen hat den Architekturfotografen Rainer Viertlböck als Ideengeber und Werber gewinnen können und der ist mit dem Satz zu vernehmen: ‘Zu meiner Überraschung hörte Sinar mir zu. Und hier ist die neue Kamera.’

Und da es nicht um Shampoo oder Gummibärchen, sondern um teures Spezialequipment geht, nehmen wir mal an, dass da was dran ist … an der zeitweisen Liason zwischen den Entwicklern von Sinar und dem bekannten Fotografen.

Die Kamerahersteller werben ebenfalls mit dem Slogan: ‘Geschaffen für perfekte Momente’ was auch den Schluss nahelegt, man könne mit der Sinar arTec in der Tasche herumspazieren und bei guter Gelegenheit Bilder machen. Das nun aber bestimmt nicht.

Aus dem Unternehmens-Prospekt:

Der integrierte Schiebeadapter ermöglicht den bequemen Wechsel von der Betrachtung zur Aufnahme, ohne das Risiko, versehentlich Einstellungen zu verändern oder den Bildsensor des Digitalrückteils zu beschädigen. Der einzigartige Sinar Drehadapter ermöglicht das problemlose Umstellen von Quer- auf Hochformat und umgekehrt, ohne das Sinarback von der Kamera zu lösen. So wird eine bequeme, sichere und staubfreie Arbeitsweise sichergestellt.

Die sehr präzisen Verstelltriebe der Sinar arTec sind ergonomisch an der Kamera angeordnet und können arretiert werden, um unbeabsichtigte Verstellungen zu vermeiden. Für eine intuitive Bedienung sind alle Verstellmöglichkeiten der Kamera mit Millimeter- oder Gradskalen sowie mit Nullrasten versehen.

Um ein lotrechtes Aufstellen der Sinar arTec zu erleichtern, sind alle Achsen mit Wasserwaagen ausgestattet. Einmal ausgerichtet kann die Kamera dank des integrierten, um 360 Grad drehbaren Stativanschlusses, in Aufnahmeposition gedreht werden, ohne dass dabei die Nivellierung verloren geht.

Alles Lesen!

Sinar ArTec

Sinar ArTec - Mit integriertem Schiebeadapter für einen Wechsel von der Betrachtung zur digitalen Aufnahme.

Im Moment 4 Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Christian sagt:

    die artec war auf der photokina die kamera, die mich am meisten interessierte und dann vor ort auch -leider- am meisten enttäuscht hat!

    um ein paar der dinge auf den punkt zu bringen:
    allem voran der preis: mit objektiv ca. 13k€, die kamera alleine knapp 8k€!!

    weiterhin muss ich sagen, dass die von sinar selbst als “sehr präzisen” verstelltriebe alles andere als präzise sind. es sind keine schneckentriebe verbaut und die klemmung (der kleine hebel an den verstellrädern) ist sehr wackelig. bedeutet für die praxis: man öffnet den hebel und die verstellung ist ungehemmt (!!) offen, stellt den bildausschnitt bzw. den tilt/shift ein und muss dann mit dem hebel arretieren. leider bewegt sich die einstellung dadurch wieder um wenige grad. also ungenau.
    als ich dies den sinar-mann beim hands-on darauf ansprach, druckste er nur herum…

    als nächstes ist schieber der einstellplatte (der “integrierte schiebeadapter”, also der eigentliche grosse vorteil der kamera), leider auch nicht per schneckentrieb oder in irgendeiner weise kugel- oder nadelgelagert. es läuft schleifend metall auf metall und an den stössen quillt das öl hervor, ergo: nicht besonders langlebig und genau, von der haptik auch eher “billig” anmutend.

    ich war anschliessend u.a. bei alpa und habe mir dort die alpa 12 max angeschaut.
    die alpas kann man modular zusammenstellen. in einer kompletten ausstattung, sogar inklusive eines filmrückteils bekommt man die für das gleiche geld, allerdings bei ungleich höherer fertigungsqualität! ok, man muss das rückteil “manuell” gegen die einstellscheibe/-lupe wechseln, aber das ist dann auch hundertprozentig genau!
    es war wirklich ein “eye-opener”, quasi als hätte ich eben einen trabbi gefahren und würde nun für das gleiche geld eine s-klasse bekommen, oder fürs gleiche geld eine hochkomplexe handgefertigte uhr versus einer swatch.
    selbst eine cambo (im allgemeinen eher unterhalb sinar angesiedelt) sticht die artec in sachen fertigungsqualität und preis-leistung um ein vielfaches aus!

    schade eigentlich, da sinar im fachkamerabereich sicher den ein oder anderen benchmark gesetzt hat! was allerdings diese kategorie angeht, hat der landsmann alpa ganz klar die besseren argumente!

    kurzum: prinzipiell eine sehr gute idee, technisch allerdings 4000 euro zu teuer umgesetzt! schade!

  2. Marko sagt:

    Lieber Christian, vielen Dank für Deinen ausführlichen und sehr kritischen Beitrag. Vielleicht können wir ja jemanden von Sinar gewinnen, sich dazu zu äußern. Mal sehen …

    Gibt’s denn etwas das für arTec spricht? Mich hat allerdings gewundert, dass man ganz offensichtlich keine Hybridlösung für dieses System anbietet.

  3. Christian sagt:

    nunja, was für die artec spricht ist sicherlich die kompaktheit und eben die möglichkeit das rückteil auch beim einstellen an der kamera zu lassen. das schützt natürlich wesentlich besser vor schmutz am sensor und minimiert auch bewegungen, die beim wechsel von mattscheibe zum rückteil entsehen können (wobei dies mit einem vernünftigen stativ eher das geringere problem ist). allerdings realtiviert sich bei dem preis der vorteil recht schnell…

    ja, mich würde auch interessieren, wie sinar dazu steht. wie gesagt, der nette herr auf der photokina war feuer und flamme, allerdings konnte oder wollte er (verständlicherweise) auch nichts zur preisgestaltung und fertigungsqualität sagen.

  4. gm sagt:

    Also, mich erinnert diese Kamera-Lösung an meine “alte” SINAR-Handy. Ja, so hieß sie damals wirklich!
    Nur konnte man nur entweder horizontal oder vertikal shiften: durch Umstecken der Objektivplatte.
    Auch scheimpflügen war (ist) nicht möglich.

    Ansonsten hat diese handy alles von der legendären
    P2: Messrückwand für die Meßsonde in Verbindung mit Flashmeter, hervorragende Rodenstock oder Schneider-Kreuznach Objektive, Bino-Spiegellupe für optimales Einstellen.

    Ich denke an diesem Produkt hätte man sich bei der Neukonstruktion orientieren können.

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