Home » Fotografie - Fotografen » PortfolioPin »

15. Oktober 2008 5

Fotograf Maziar Moradi – 1979

Von Marko Radloff

Maziar Moradi inszeniert Geschichte – die Geschichte seiner Familie. Das Jahr 1979, das Jahr der Machtübernahme durch Ayatollah Khomeini bedeutete für viele Iraner einen tiefen Einschnitt. Moradi hat versucht dieses Ereignis und seine Folgen und die Folgen des iranisch-irakischen Krieges in subtilen, fotografischen Inszenierungen auf die Ebene des Privaten zurückzuholen. Flucht und Isolation mögen die bestimmenden Motive dieser Arbeit sein. Und ‘1979′ als Chiffre für den historischen Moment als diese Umwälzungen ihren Anfang nahmen …

Maziar Moradi ist mit dieser Serie einer der Gewinner von ‘Gute Aussichten 2008/2009’ – dem Förderprogramm für fotografische Abschlussarbeiten. Wir gratulieren!

© Maziar Moradi: 1979

© Maziar Moradi: 1979

Marko Radloff/bildwerk3: Was bedeutet die Teilnahme und die Auswahl zum Förderprogramm ‚Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie’ für Dich persönlich?
Zuerst möchte ich mich bei der Jury bedanken, die meine Arbeit ausgewählt hat. Die Teilnahme bei ‘Gute Aussichten’ erleichtert mir meinen Weg. Ich freue mich auf das kommende Jahr.

Bei ‚Gute Aussichten’ geht nichts ohne Nominierung: Wer hat Dich für ‚Gute Aussichten’ empfohlen?
Mein Professor Vincent Kohlbecher, dem ich wirklich Vieles zu verdanken habe.

© Maziar Moradi: 1979

© Maziar Moradi: 1979

Ein paar Worte zu Deiner Arbeit, mit der Du Dich für das Programm beworben hast?
Ich habe meine Diplomarbeit „1979“ eingeschickt. In diesem Projekt, geht es um die Schicksalsschläge meiner Familie während der islamischen Revolution und des Iran – Irak Krieges. Diese unruhige Zeit war für fast alle iranischen Familien geprägt durch große Umbrüche, für die auch viele meiner Familienangehörigen exemplarisch stehen.

Wie bist Du zum Fach Fotografie gekommen?
Ursprünglich wollte ich zum Film. Fotografie sollte zuerst nur dazu dienen mein Auge zu schulen. Jetzt kann ich mir nicht mehr vorstellen, mit der Fotografie aufzuhören.

Wo würdest Du Deine fotografischen Schwerpunkte sehen?
Meine Fotografien sind Inszenierung, basierend auf wahren Geschichten.

© Maziar Moradi: 1979

© Maziar Moradi: 1979

Gibt es unter lebenden oder auch toten Fotografen Vorbilder für Dich?
Die Liste ist sehr lang. Ich würde sie jedoch nicht als Vorbilder bezeichnen, sondern eher als Menschen, die Großes geleistet haben und mich zu eigenen Werken inspirieren. Aber ich kann sagen, dass die Arbeiten von Henri Cartier-Bresson mein Interesse für die Fotografie geweckt haben.

Spielt die Frage der fotografischen Technik eine Rolle und wenn ja, in welcher Form?
Form und Inhalt sind von einander abhängig und nicht voneinander zu trennen. Die Technik ist ein wichtiger Teil der Form.

© Maziar Moradi: 1979

© Maziar Moradi: 1979

Die Fotografien für ‚Gute Aussichten’, die im kommenden Jahr durch Deutschland touren sind bereits gemacht. Woran arbeitest Du jetzt gerade?
In „1979“ geht es um Menschen und ihre Geschichten. Meine kommenden Projekte knüpfen an die letzte Arbeit an. In einem meiner aktuellen Projekte, geht es um Menschen mit Migrationshintergrund und deren Erwachsenwerden in Deutschland.

Traumberuf Fotograf? Für Dich persönlich eine Perspektive?
Die Fotografie wird immer meine Basis bleiben. Auch wenn ich mir vorstellen könnte andere Medien mit einzubeziehen.

© Maziar Moradi: 1979

© Maziar Moradi: 1979

Beitrag mit anderen teilen
  • Twitter
  • Facebook
  • RSS
  • del.icio.us
  • Netvibes
  • email
Ähnliche Beiträge
Diesen Artikel kommentieren

Im Moment 5 Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. So toll find ich die Aufnahmen von Moradi garnicht mal, vielleicht liegts auch daran dass ich eher andere Aufnahmen vorziehe :/

  2. Marko Radloff sagt:

    Aber wirklich ganz andere wie mir scheint! Was bitte ist ‘TFCD’? Hab auf die Schnelle nichts dazu gefunden …

  3. Klaus Plaumann sagt:

    Ich bin begeistert von diesen Inszenierungen. Sie sind wie eingefrorene Bilder aus Filmen, die man gern weiter sehen möchte. Mein Hochachtung! Großartige Fotografie.

  4. c sagt:

    TFCD ist soviel ich weiß etwas wie “Time for Prints”, nur “for CD”, da man kaum noch die digitalen Bilder audruckt…

  5. respekt! ist nicht meine fotografie, aber daneben arbeite ich in einem umfeld, das sehr von migration geprägt ist, insofern kann ich die motivation nachvollziehen und die bilder sprechen mich an.

    ich empfinde eine art isolierung im bildaufbau vor allem beim ersten bild auf dem dach, durch den sims und die “enge” perspektive, das erkenne ich auch in meiner arbeit (leider) wieder.

    viel erfolg!
    cu ollie

Diesen Beitrag kommentieren






XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Apple MacBook Pro 17

Zuletzt kommentiert

  • Dominik: ich würd sagen dass is ne Canon AE-1..könnte aber ...
  • Bernd G.: Mal abgesehen davon, dass sie ganz offensichtlich ...
  • Fernando: Ja könnte auch eine Pentax MX sein, die scheinbar ...
  • Marko: Oder ist das vielleicht eine Olympus?...
  • JMK: könnte auch eine Pentax MX sein...
  • Fernando: Das ist schwer zu sehen. Von der Form her aber ein...