Fotografin Sarah Straßmann: The Void – Nothing but Space
Die Fotografien von Sarah Strassmann kommen einem auf den ersten Blick vertraut vor. Solche Bilder kennt man und jeder von uns kennt die Stimmungen in denen solche Bilder da sind, als hätte es sie immer schon gegeben. Man fühlt sich zurückversetzt in die Momente, in denen der kindliche Blick sich auf eine Nebensächlichkeit heftet, darauf verweilt und seinen Gedanken nachgeht … und den Rest ausblendet. Für Sarah Straßmann ist die inszenierte Leere ihrer Räume die Projektionsfläche für individuelle Assoziation und Erinnerung.
Sarah Strassmann ist mit dieser Arbeit einer der Gewinner von ‘Gute Aussichten’ – dem Förderprogramm für fotografische Abschlussarbeiten. Herzlichen Glückwunsch!

© Sarah Straßmann: The Void - Nothing but Space
Marko Radloff/bildwerk3: Was bedeutet die Teilnahme und die Auswahl zum Förderprogramm ‚Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie’ für Dich persönlich?
Sarah Straßmann: Es ist ein großer Erfolg und eine Bestätigung nach langer intensiver Arbeit. Durch „Gute Aussichten“ habe ich die Möglichkeit meine Bilder auszustellen, sie werden in unterschiedlichen Medien kommuniziert und gesehen. Das ist eine tolle Sache!
Bei ‚Gute Aussichten’ geht nichts ohne Nominierung: Wer hat Dich für ‚Gute Aussichten’ empfohlen?
An der FH Bielefeld entscheiden die Foto-Professoren/innen gemeinsam, wen sie für die Hochschule ins Rennen schicken. Den Bewerbungsbogen unterschrieben hat letztendlich mein betreuender Prof. Emanuel Raab.

© Sarah Straßmann: The Void - Nothing but Space
Ein paar Worte zu Deiner Arbeit, mit der Du Dich für das Programm beworben hast?
Das ist meine Abschlussarbeit für den Master of Arts – „the void – nothing but space“ Der englische Begriff „void“ lässt sich unter anderem mit „leerer Raum, Hohlraum oder Lücke“ ins Deutsche übersetzten.
Entsprechend geht es in meiner Arbeit um nahezu leere bzw. leer geräumte Räume. Die Auswahl der Motive ist dabei von persönlichen Erinnerungen und Assoziationen, die ich mit verschiedenen Raumsituationen und Lichtstimmungen verbinde, bestimmt. Allerdings sind die dargestellten Räume keine wirklichen „Orte der Erinnerung“, sondern Inszenierungen. Zeichen und Hinweise auf eine eventuelle Vergangenheit oder Raumstimmung sind fiktiv.
Gerade durch diese Offenheit und ihre leere Anmutung rufen die Motive beim Betrachter neue Assoziationen hervor. Der dargestellte Raum ist folglich trotz seiner scheinbaren Leere angefüllt mit gedanklichen Bildern, Gefühlen und Erinnerungen. Da diese Assoziationen allerdings auf fiktiven Räumsituationen beruhen laufen sie letztendlich auf eigentümliche Art und Weise ins Leere – das Dargestellte könnte so sein, es könnte aber auch nicht so sein.
Was bleibt, ist die Erinnerung – meine eigene und die der anderen.

© Sarah Straßmann: The Void - Nothing but Space
Wie bist Du zum Fach Fotografie gekommen?
Als ich ungefähr 18 war habe ich mal so einen sw-Laborkurs besucht. Damals hatte ich keine Ahnung was Fotografie bedeutet, wie der Markt ist und so weiter … Ich habe mich also ziemlich blauäugig mit einer Mappe beworben und angefangen zu studieren.
Ich fand Fotografie toll – mehr nicht, aber das hat geholfen.
Gibt es unter lebenden oder auch toten Fotografen Vorbilder für Dich?
Als wirkliche Vorbilder würde ich sie nicht bezeichnen, aber z.B. Heidi Speckers Arbeiten die gucke ich gerne an, oder auch die von Sonja Braas und Ricarda Roggan.
Spielt die Frage der fotografischen Technik eine Rolle und wenn ja, in welcher Form?
Man sollte schon wissen was man tut – aber viel Technik macht nicht automatisch ein gutes Bild.
Die Fotografien für ‚Gute Aussichten’, die im kommenden Jahr durch Deutschland touren sind bereits gemacht. Woran arbeitest Du jetzt gerade?
Mein Masterabschluss liegt 2 1/2 Monate zurück – da ist der Kopf noch recht ausgebrannt. Momentan bastele ich aber an meiner Freiberuflichkeit als Fotografin.

© Sarah Straßmann: The Void - Nothing but Space
Welche Perspektiven haben junge Fotografen heutzutage angesichts sinkender Preise und zurückgehender Auflagenzahlen?
Ich versuche immer eine ganz eigene Perspektive zu haben.
Traumberuf Fotograf? Für Dich persönlich eine Perspektive?
Ja.

© Sarah Straßmann: The Void - Nothing but Space


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[...] Sarah Strassmann hat dann die ersten Bilder, die mich berühren. Ganz klare Photos, ein Großteil kollossal unterbelichtet, aber gerade dadurch von einer unglaublichen Mystik, die mich einfängt und zumTräumen animiert. Dazu kommen perfekte Vergrößerungen, die in ihrer Ausführung den Inhalt der Bilder noch mal unterstützen. Das ist keine Kunst um der Kunst willen, sondern gutes Handwerk mit einer hintersinnigen Botschaft, die einen erst langsam erreicht. Das finde ich richtig gut, mehr noch: es sind für mich die besten Bilder der Ausstellung. [...]
Hier werden sehr ansprechende Fotos gezeigt. Selbst würde ich nicht auf solche Motive kommen. Deshalb ist das hier eine gute Anregung. Ich stelle mir vor, in solche Bilder noch Personen oder Gesichter mit ins Spiel zu bringen. Gesichter aus Nepal