Mehr Fotografen als der Markt verträgt
Gibt es zu viele Fotografen? Zu dieser Einschätzung könnte gelangen, wer den nachfolgenden Text aufmerksam liest. Er ist die Zusammenfassung einer Podiumsdiskussion, die vor einer Woche im Gruner + Jahr Pressehaus stattgefunden hat und die Zukunft der Fotografie als ‘Arbeit’ zum Thema hatte. Unser Wochenendthema: Gar nicht erst Fotograf werden, Jobwechsel oder Anpassung? Ich bin gespannt auf eure Wortmeldungen …

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Zur Podiumsdiskussion, dem Höhepunkt des Programms, fanden sich um 21 Uhr rund 150 Gäste im Auditorium ein, um mit Foto-Experten über Chancen und Risiken für den fotografischen Nachwuchs zu sprechen.
Dass Fotograf noch immer ein Traumberuf sei – darin waren sich Gunnar Zink (im Interview mit bildwerk3), Leiter Editing/Production bei Picture Press, Fotograf Florian Geiss, Rolf Nobel (im Interview mit bildwerk3), Professor für Fotografie an der Fachhochschule Hannover, und Katja Werner, Artbuyerin der Werbeagentur Economia, einig; dass dieser Beruf jedoch nicht leicht sei, wurde in der von STERN-Bildchef Andreas Trampe moderierten Veranstaltung aber ebenfalls deutlich.
“Es ist ein knochenharter Job, bei dem man immer weiter an sich arbeiten muss”, so Katja Werner. Fünf bis sechs Fotografen stellten sich pro Woche mindestens bei ihr vor – einen Auftrag gäbe es jedoch nur dann, wenn die Faktoren Qualität, Verfügbarkeit, Preis und Sympathie stimmten, damit Agentur und Fotograf zusammen arbeiteten.
Bessere Chancen aufgenommen zu werden, haben junge Fotografen bei einer Bildagentur wie Picture Press, berichtete anschließend Gunnar Zink: “Da wir immer wieder neue Bilder suchen, ist ein Einstieg für Nachwuchsfotografen leichter möglich als in der Werbung.” Rund 250 freie Fotgrafen würden derzeit von Picture Press betreut.
Eben diese Freiberuflichkeit sei es, die jeder berücksichtigen müsse, der sich zum Fotografen ausbilden lassen wolle, gab Rolf Nobel zu bedenken: “Man muss auch bereit sein, kleinere Aufträge anzunehmen – schließlich haben wir mehr Fotografen als der Markt braucht.” Die Gratwanderung bei der Fotografenausbildung bestünde darin, den Nachwuchs zum Einen die hohe Kunst der Fotografie – das “Fliegen” – zu lehren, auf der anderen Seite jedoch auch die Bereitschaft anzulegen, so genannte Brotjobs zu übernehmen.
“Lassen Sie sich trotz allem nicht entmutigen: Glauben Sie an Ihre Bilder, haben Sie Spaß bei der Arbeit, machen Sie das Beste aus jedem Auftrag, arbeiten Sie an Ihrer Bildsprache und zeigen Sie Ihre Werke”, gab abschließend Florian Geiss den jungen Fotografen mit auf den Weg. Dann würde es sowohl in der Werbung als auch in der journalistischen Fotografie Chancen geben.
Vielen Dank an Christina Pohl für diese Zusammenfassung und vielen Dank an Gunnar Zink für die freundliche Vermittlung.


Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
Ein Tag Deutschland:
Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch Stephen Shore erklärt, wie man Fotografien richtig beurteilt und versteht.
Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
Natürlich gibt es zu viele Fotografen. Aber es gibt auch zu viele von allen anderen Berufen. Was es aber nicht gibt, sind zu viele gute Fotografen. Das kommt mir auf jeden Fall so vor. Alles ein Brei und jeder immitiert jeden. Klar, dass dann der Markt eng wird, wenn eine bestimmte Sicht auf die Welt immer wieder von den Agenturen oder Verlagen angefragt wird.
Gerade Verlage, wie der oben genannte, wollen ja immer den Einheitsbrei, um ihn an möglichst viele Leute verkaufen zu können. Extravaganz und herausstechen aus der Menge ist da nicht gefragt.
Der Haken bei der Agenturfotografie ist, dass die Agenturen außergewöhnliche Bilder wollen, die Kunden aber Durchschnittsfotos öfter kaufen und solche Fotos damit mehr Geld einbringen…
Ergo, gleich an die Kunden verkaufen!
Ich denke, das die unterschiedlichen Lizenzmodelle, die sich in den letzten Jahren herausgebildet haben, eine deutliche Sprache sprechen: wer wirklich das besondere Foto möchte, zahlt für die Exklusivrechte einen entsprechend höheren Preis, wer weniger ausgibt, erhält auch weniger gutes Material und muss damit rechnen, dass Bild aus seiner Kampagne auch in der Broschüre der Konkurrenz wieder zu finden … das weniger besondere Bild wird also vielleicht häufiger, aber für weniger verkauft.
Als Fotograf steht man vor der Frage: Was will oder was kann ich produzieren?